von ConstanzeStraub | Feb. 24, 2026 | Allgemein, Konzept, Startseite
Ein Website Konzept entscheidet darüber, ob eine Website Orientierung gibt oder verwirrt.
Für mich als Webdesignerin heißt das: Das Konzept klärt für mich und die Kundin die Struktur, das Angebot und die Zielgruppe. Bevor ich auch nur einen Gedanken an Gestaltung und Technik verliere.
Ein Website Konzept ist die strategische Grundlage einer Website. Es legt fest,
- für wen die Seite gedacht ist,
- welche Inhalte im Mittelpunkt stehen und
- wie Besucher durch die Website geführt werden.
Erst wenn diese Struktur steht, beginne ich damit, das Design umzusetzen (das sich übrigens auch teilweise erst aus dem Konzept ergibt).
Stell dir vor, du möchtest dein Traumhaus bauen. Würdest du einfach zum Baumarkt fahren, wahllos Ziegel, Fenster und eine schicke Haustür kaufen und auf der grünen Wiese anfangen zu mauern? Wohl kaum. Du hättest vermutlich erst einmal einen Bauplan. Du würdest überlegen: Wie viele Zimmer brauche ich? Wo soll die Küche hin, wie groß wird das Wohnzimmer, wieviel WCs brauche ich.
Genau das ist ein Website-Konzept.
Es ist die gedankliche Vorarbeit, bevor das erste Design-Element gewählt oder die erste Zeile Programmircode geschrieben wird. Es entscheidet darüber, ob deine Besucher sich bei dir sofort zurechtfinden oder ob sie verwirrt im Flur stehen bleiben.
Wie so ein Konzept in der Praxis aussieht, zeige ich dir am Beispiel einer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, einer Kundin von mir.
Was ist ein Website-Konzept eigentlich?
Ein Website-Konzept (oft auch Homepage-Konzept oder Website-Konzeption genannt) ist das Fundament deiner Seite. Hier klären wir die strategischen Grundlagen, lange bevor wir uns über Farben, Schriften oder technische Spielereien wie Pagebuilder Gedanken machen.
In dieser Phase stellen wir uns die wirklich wichtigen Fragen:
- Die Zielgruppe: Wer soll sich hier angesprochen fühlen?
- Welche Inhalte stehen im Mittelpunkt?
- In welcher Reihenfolge sollen die Inhalte gesehen werden?
- Welche Fragen müssen in wenigen Sekunden beantwortet werden?
- Welche Informationen können später kommen?
Man kann ein Konzept nicht direkt sehen – so wie man das Fundament eines Hauses nicht sieht, wenn es erst einmal steht. Aber du merkst sofort, wenn das Konzept fehlt: Die Seite wirkt unruhig, die Botschaft schwammig, Bilder verwirren, Texte führen in die Irre – und der rote Faden fehlt völlig.
Website Konzept: ein Beispiel aus der Praxis
Dass ein gutes Konzept nicht kompliziert sein muss, zeige ich anhand einer bestehenden Website. Es ist die Website für eine Psychotherapeutin, eine Kundin von mir, die in Lüneburg eine Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie führt. Auf der Website gibt es kein Schnickschnack: Keine Downloads, keine komplexen Verkaufs-Funnel, nicht einmal Blogartikel. Und trotzdem funktioniert die Seite für ihren Zweck. Warum?
Weil das Konzept glasklar war:
- Vertrauen aufbauen: Eltern und Jugendliche müssen sich sofort sicher fühlen.
- Struktur: Wo ist die Praxis? Wie läuft das Erstgespräch ab?
- Gewichtung: Die Kontaktinformationen müssen so leicht zu finden sein wie der Lichtschalter neben der Tür.
Obwohl die Technik dahinter und das Design wichtig sind, macht erst die vorherige Planung aus der Website ein echtes Werkzeug für die Kundin.
Website Konzept am Beispiel einer Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche
Die Ausgangssituation: Weniger ist manchmal mehr
Dieses Beispiel stammt direkt aus meinem Büroalltag. Ich habe die Website für die Praxis von der ersten Idee bis zur fertigen Seite konzeptionell begleitet und umgesetzt.
Auf den ersten Blick wirkt die Seite fast schon radikal schlicht: Du findest dort keine Blogartikel, keine PDFs zum Runterladen und keine komplizierte Technik-Maschinerie im Hintergrund. Und genau diese Schlichtheit zeigt perfekt, was ein gutes Konzept eigentlich leistet. Es ist wie bei einem gut geplanten Bungalow: Alles ist auf einer Ebene, ohne Stolperfallen.
Die Therapeutin arbeitet mit einer sensiblen Gruppe von Menschen:
Babys und ganz kleinen Kindern
Schulkindern
Jugendlichen
Besorgten Eltern
Warum „einfach machen“ hier nicht funktioniert hätte
Eine Website für ein psychotherapeutisches Angebot ist eine echte Herausforderung für die Planung.
Menschen, in diesem Fall Eltern, kommen oft mit einer großen Last an Sorgen auf die Website. Jugendliche dagegen spüren vielleicht eher Widerstand, Scham oder ziehen sich zurück. Die einen brauchen sofort Hilfe, die anderen wollen erst einmal ganz vorsichtig aus der Distanz gucken, wer da eigentlich hinter der Praxistür steckt. Das heißt, dass wir bei der Planung der Website die Sprache und Atmosphäre der Website besonders berücksichtigen müssen.
Bevor wir also Farben und Schrift definiert haben, musste das Website-Konzept diese harten Nüsse knacken:
- Der erste Kontakt: Wer soll sich beim Öffnen der Seite als Erstes „gemeint“ fühlen?
- Die Atmosphäre: Wie schaffen wir es, über den Bildschirm eine Hand zu reichen und Vertrauen aufzubauen?
- Die Sprache: Wie viel Fach-Chinesisch ist nötig, um Kompetenz zu zeigen, und wie viel Gefühl brauchen wir, um die Menschen wirklich zu erreichen?
Ohne diese strategische Vorarbeit wäre die Website ein beliebiges Durcheinander geworden – wie ein Haus, bei dem man nach Durchschreiten der Haustür sofort im Schlafzimmer steht. Erst das Konzept sorgt dafür, dass jeder Besucher genau dort abgeholt wird, wo er gerade steht.
Die Startseite: Emotion vor Methode
Die Überschrift (H1) ist klar und direkt: „Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche“. Aber der Satz darüber ist der eigentliche Türöffner: „Wenn Lachen stiller wird“.
Das ist kein nettes Design-Element und keine bloße Deko. Es ist eine überlegte, konzeptionelle Entscheidung. Die Website überfällt dich nicht mit medizinischen Diagnosen, komplizierten Therapieverfahren und auch nicht mit einem beliebigen „Herzlich Willkommen“. Sie beginnt mit einem Gefühl, das betroffene Eltern aus dem Herzen spricht und sie sofort berührt, die Eltern fühlen sich verstanden. Eine besorgte Mutter könnte sich angesprochen fühlen und denken: „Stimmt, mein Sohn lacht viel weniger.“ Und sie fühlt sich „abgeholt“, wo sie gerade steht. Das Konzept gibt hier die Richtung vor: Erst bauen wir eine menschliche Verbindung auf, danach liefern wir die sachlichen Fakten.
Die Navigation: Reduktion schafft Orientierung
In der Hauptnavigation finden wir nur sechs Punkte: Start, Psychotherapie, Kosten & Ablauf, Yoga, Über mich und Kontakt. Keine verschachtelten Untermenüs, in denen man sich wie in einem Raum mit 6 Türen verloren fühlt.
Gerade bei sensiblen Themen ist Klarheit das wichtigste Fundament. Zu viele Wahlmöglichkeiten erzeugen Unsicherheit – und wer unsicher ist, verlässt das Haus wieder. Jeder Raum in diesem „digitalen Haus“ hat eine klare Aufgabe:
Psychotherapie erklärt, wie gearbeitet wird.
Kosten & Ablauf sorgt für das sichere Gefühl, zu wissen, was auf einen zukommt.
Yoga ist ein schöner Bonus, der aber sauber im eigenen Regal steht.
Über mich lässt uns der Therapeutin virtuell die Hand schütteln.
Kontakt ist die offene Tür, durch die man leicht eintreten kann.
Diese Ordnung ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis intensiver Überlegungen.
Gewichtung und Transparenz
Auf der Seite „Psychotherapie“ finden sich Fachbegriffe wie EMDR oder I.B.T. Aber sie erschlagen niemanden. Aus dem Konzept heraus ist klar geworden und haben wir entschieden: Wir zeigen Fachkompetenz, aber wir übersetzen sie in eine Sprache, die Eltern auch dann noch verstehen, wenn sie vor Sorge kaum einen klaren Gedanken fassen können.
Auch bei „Kosten & Ablauf“ war uns absolute Klarheit wichtig. Erstgespräch, Dauer, Honorar – alles liegt offen auf dem Tisch. In einer Branche, in der die Unsicherheit oft groß ist, ist diese Transparenz keine Nebensache, sondern das wichtigste Möbelstück für den Vertrauensaufbau.
Die Struktur einer Website verständlich planen
Struktur bedeutet: Hierarchie schaffen. Bei der Praxis-Website haben wir das Menü bewußt auf sechs Punkte reduziert. Wir haben uns gefragt: Was muss nach ganz links, was ist zweitrangig? Für Eltern ist die Frage nach den ‚Kosten & Ablauf‘ oft zentral, deshalb hat dieser Punkt einen prominenten Platz relativ weit links bekommen.
Die Hierarchie der Website beginnt nämlich schon beim Menü: Welcher Menüpunkt gehört an erste oder zweite Stelle? Welcher kann ganz nach rechts (in unserer westlichen Kultur lesen wir von links nach rechts). Und wohin gehören Menüpunkte, die den Besucher zunächst nicht interessieren, wie das Impressum?
- Welche Inhalte sind zentral, welche untergeordnet?
- Wie hängen die Seiten logisch zusammen?
- Gibt es Inhalte, die über ein Untermenü erreichbar sein können?
- Ist ein komplexes Menü nötig oder ist eine radikale Reduktion sinnvoller?
Eine gute Struktur ist angewandte Besucherführung. Wenn wir hier zu kreativ sind, verlieren wir schnell Besucher. Wenn die Besucher erst suchen müssen, wo sie klicken sollen, sind sie schneller weg, als uns lieb ist. In der Konzeptionsphase sollte sich die Struktur so weit vereinfachen lassen, dass wir sie auf einem Blatt Papier skizzieren können
Wenn du die Struktur deiner Seite nicht einfach erklären kannst, ist sie für deine Besucher meist noch zu kompliziert.
Website Konzept vs. Sitemap vs. Website Strategie
Diese Begriffe werden oft in einen Topf geworfen, dabei haben sie ganz unterschiedliche Aufgaben im Bauplan:
| Begriff |
Worum geht es? |
Das Ziel |
| Website Konzept |
Struktur, Gewichtung, Besucherführung |
Klarheit |
| Sitemap |
Reine Liste aller Seiten |
Orientierung |
| Website Strategie |
Das „Warum“ hinter der Seite |
Geschäftliches Ziel |
Stell es dir so vor:
- Die Strategie beantwortet die Frage, warum du überhaupt baust (wohnen oder arbeiten?).
- Die Sitemap ist die Liste der Baumaterialien.
- Und das Konzept ist der architektonische Plan, der festlegt, in welcher Reihenfolge man die Räume betritt.
Ohne Strategie fehlt die Richtung, ohne Konzept herrscht Chaos in der Bude.
Welche Bestandteile gehören in ein Website Konzept?
Ein Konzept ist keine bunte Zeichnung, sondern ein Paket aus bewußten Entscheidungen:
- Zielgruppe: Wer steht vor der Tür und was brennt diesen Menschen auf der Seele?
- Kernangebot: Was ist das Herzstück und was ist nur Beiwerk?
- Struktur: Welche Seiten brauchen wir wirklich, um die Geschichte zu erzählen?
- Tonalität: Reden wir förmlich im Anzug oder einfühlsam auf Augenhöhe?
- Transparenz: Wo finden die Besucher die Infos, die ihnen die Angst vor dem nächsten Schritt nehmen?
Der Aufbau eines Website Konzepts: Die Architektur deiner Inhalte
Der Aufbau beschreibt die innere Architektur deiner Website. Bei der Praxis-Website bedeutete das konkret: Wir haben entschieden, dass die Seite ‚Psychotherapie‘ das tragende Element ist, während das Zusatzangebot „Yoga“ eine ergänzende Unterseite bekommt. Auf der Startseite stehen nicht alle Details, sondern nur das, was Eltern sofort verstehen müssen. Dieser Aufbau sorgt dafür, dass Besucher intuitiv wissen, wo sie sind. Ohne diese Architektur wäre die Seite nur eine lose Sammlung von Texten ohne Führung.
Wir fragen uns also zuerst:
- Welche Hauptseiten bilden das Grundgerüst?
- Welche Kernbotschaften müssen auf der Startseite platziert werden?
- Welche Themen sind so spezifisch, dass sie eigene Unterseiten benötigen?
- In welcher Reihenfolge sollen die Besucher die Informationen sehen?
Ein guter Aufbau fühlt sich für den Besucher selbstverständlich an. Die Nutzer verstehen intuitiv, wo sie sich befinden. Diese Klarheit sorgt für eine längere Verweildauer auf der Website.
Der Ablauf einer Website-Konzeption: Strategie vor Technik
Ein gutes Ergebnis entsteht nicht durch Zufall, sondern in einer festen Reihenfolge. Bevor die Therapeutin und ich ein Design überlegten, haben wir die Zielgruppe (besorgte Eltern, Jugendliche) definiert und das Ziel der Seite (Vertrauen und Kontakt) festgelegt. Erst ganz am Ende kamen Gestaltung und Technik ins Spiel. Dieser strukturierte Ablauf trennt die Denkprozesse voneinander. Auch wenn schon vorher ein vages Farbschema im Kopf war, spielte das Design noch keine Rolle. Das Konzept verhindert, dass man sich im Designdschungel oder Details verliert, bevor man überhaupt weiß, was man sagen will.
- Zielgruppe definieren: Wen willst du erreichen und welche Fragen bringen diese Menschen mit?
- Funktion und Ziel festlegen: Was ist die Hauptaufgabe deiner Website?
- Struktur entwickeln: Wie sieht die Seitenarchitektur aus?
- Umsetzung: Erst wenn das Gerüst steht, folgen Text, Gestaltung und die technische Einrichtung mit WordPress.
Dieser Prozess spart Zeit und Nerven, da er verhindert, dass man zwischen Design-Fragen und technischen Einstellungen wie Plugins hin- und herspringt.
Wer den Ablauf einhält, vermeidet teure Korrekturschleifen und baut auf einem stabilen Fundament.
Wie umfangreich ist ein Website Konzept – und wie lange dauert es?
Keine Sorge: Du musst kein 30-seitiges Buch schreiben. Bei einer kleinen Website reicht oft ein kurzer, aber präziser Plan. Wichtig ist nicht der Umfang des Dokuments, sondern die Klarheit im Kopf.
Je komplexer Angebot, Zielgruppen oder Struktur, desto intensiver wird die Vorarbeit.
Gedankliche Präzision braucht am Anfang etwas Zeit. Wieviel, das hängt immer von der Größe der Website oder der Komplexität des Angebots ab. Auf jeden Fall spart das Website Konzept später viele Korrekturschleifen oder teure Umbaumaßnahmen an der fertigen Website.
Website planen statt einfach loslegen: Die strategische Abkürzung
Viele machen den Fehler, direkt ein schickes Theme zu kaufen und die Inhalte dann dort irgendwie ‚hineinzuquetschen‘. Vor allem mein bevorzugtes Theme, Divi, bietet fast zahllose Designvorlagen. Alle schick und modern. Das Problem ist: Mit solchen Designs werden dem Angebot Kleider übergestülpt, die vielleicht nicht passen.
Bei der Website für die Kinderpsychotherapeutin war es umgekehrt: Wir haben erst die Suchintention (wonach suchen Eltern in Lüneburg?) und die Prioritäten geklärt. Das schafft eine enorme Ruhe im gesamten Entstehungsprozess. Planung ist kein Umweg, sondern die Abkürzung zu einem Ergebnis, das wirklich professionell wirkt.
Eine fundierte Planung bedeutet:
- Ziele definieren: Was soll nach dem Besuch der Seite passieren?
- Inhalte priorisieren: Die wichtigsten Infos zuerst.
- Navigation festlegen: Ein logischer Pfad für den Nutzer.
- Suchintention berücksichtigen: Was geben Menschen bei Google ein, um dich zu finden?
Planung verhindert, dass Inhalte mühsam an ein fertiges Design angepasst werden müssen. Das schafft Ruhe im Entstehungsprozess und führt zu einem Ergebnis, das deutlich professioneller wirkt – selbst bei einer sehr einfachen technischen Umsetzung.
Planung ist kein Umweg, sondern die Abkürzung zu einer Website, die deine Ziele wirklich erreicht.
Typische Fehler bei der Website-Konzeption
Oft wird versucht, es jedem recht zu machen. Das sieht man der Website an:
- Alle sollen angesprochen werden.
- Nebenangebote werden gleichrangig platziert.
- Die Startseite wird überladen.
Oder das Design wird vor der Struktur entschieden. Was immer dann passiert, wenn man fertige „Branchen-Layouts“ für seine Website wählt. Dann werden die Inhalte dem Design angepasst, obwohl sie vielleicht ein völlig anders Umfeld brauchen, weil die Aussage des Textes von einem anderen Design besser unterstützt werden würde.
Was ich auch oft sehe: Ausgerechnet die Startseite enthält zu viele Informationen und Grafiken. Das führt dazu, dass den Besuchern nicht klar ist, was eigentlich wichtig ist. Oder sie brauchen zu lange, um die für sie relevanten Informationen zu finden. Das Ergebnis wirkt unruhig – nicht weil die Designerin gepatzt hat, sondern weil das Fundament wackelt.
Fazit: Was ein gutes Website Konzept ausmacht
Ein Website Konzept ist kein theoretisches Dokument für die Schublade. Es ist die unsichtbare Architektur, die deine Besucher leitet. Im Beispiel der Therapeutin sehen wir: Die Ruhe und Klarheit der Seite ist kein Zufall des Designs, sondern das Ergebnis von Planung.
Dein eigenes Website-Konzept entwickeln
Viele Selbstständige beginnen mit dem Design ihrer Website – und merken erst später, dass Struktur und Inhalte nicht zusammenpassen.
Wenn du dein Website-Konzept von Anfang an sauber entwickeln möchtest, findest du hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:
→ Website Konzept erstellen – 9 strategische Punkte
Oder du gehst den Weg gemeinsam mit mir:
Ich entwickle mit dir die Struktur, Inhalte und Besucherführung deiner Website, bevor wir sie in WordPress umsetzen.
→ Website planen lassen
Häufige Fragen zum Website Konzept
von ConstanzeStraub | Feb. 18, 2026 | Allgemein, Konzept, Startseite
Warum viele Websites ohne Konzept nicht funktionieren
Was macht eigentlich eine erfolgreiche Website aus?
Kurz gesagt: Sie bringt dir Kunden.
Aber wie wird eine Website erfolgreich? Was konkret muss ich tun, damit sie nicht nur gut aussieht, sondern tatsächlich arbeitet? Damit sie sichtbar wird, Vertrauen aufbaut und Anfragen vorbereitet?
Eine erfolgreiche Website setzt sich aus unzähligen kleinen Puzzleteilen zusammen, thematisch gruppiert in Inhalt, Design und Technik. Und damit all diese Teilchen ein erfolgreiches Ganzes ergeben, muss vorher sortiert und strukturiert werden.
In diesem Artikel erfährst du, wie du ein Website Konzept erstellen kannst – anhand von 9 strategischen Schritten aus meiner Praxis.
Das steht am Anfang jeder professionellen Website. Eine konvertierende Website beginnt nicht mit einem Theme und nicht mit Farben – sondern mit Vorüberlegungen. Denn das schönste Design und die modernste Technik nutzen nichts, wenn die Besucher auf der Website nicht finden, was sie suchen – oder nicht verstehen, warum sie bleiben sollten.
Was ist ein Website Konzept?
Ein Website-Konzept ist die strategische Grundlage einer Website. Es klärt Zielgruppe, Struktur, Inhalte, Suchintention und technische Umsetzung – bevor Gestaltung beginnt. Und genau hier liegt der Unterschied: Eine Sitemap ist noch kein Website-Konzept. Ein schönes Layout ersetzt keine Struktur. Und ein Relaunch ohne gedankliche Vorarbeit bleibt Kosmetik.
Ein gutes Website Konzept ist die Blaupause für deine Online-Präsenz. Es ist Plan und strategische Grundlage deiner Website. Es beantwortet die grundlegenden Fragen:
Für wen ist diese Website gedacht?
Welches Kernangebot steht im Mittelpunkt?
Welche Botschaft soll zuerst verstanden werden?
Welche Seiten braucht es wirklich?
Wie werden Inhalte gewichtet?
Welche Handlung soll vorbereitet werden?
Website Konzept erstellen: Der strategische Ablauf
Wenn wir ein Website Konzept erstellen, strukturieren wir Inhalte, bevor sie gestaltet werden. Es legt die Seitenarchitektur fest und definiert Prioritäten. Es sorgt dafür, dass deine Website nicht nur gut aussieht, sondern klar führt.
Und vor allem:
Es sorgt dafür, dass deine Website deinem heutigen Business entspricht – nicht der Version von vor fünf Jahren.
Warum ich heute keine Website mehr ohne Konzept starte
Als ich vor 20 Jahren begann, Websites umzusetzen, musste ich erst einmal Lehrgeld zahlen. Ich habe intuitiv gearbeitet. Iterativ. Und ich dachte, das reicht.
Was brauche ich?
Was habe ich?
Eine kurze Skizze reicht doch.
Die Idee und das Layout hatte ich im Kopf.
Ein Konzept? Wieso das denn?
Blöd nur: Noch während ich an der Technik saß, kamen neue Design-Ideen. Dann fiel mir eine Textänderung ein. Ein Bild hier, ein Abschnitt dort. Und plötzlich passte die Struktur nicht mehr.
Also zurück an den Code.
Ich bin hin- und her gesprungen zwischen Inhalt, Gestaltung und Technik.
Drei völlig unterschiedliche Bereiche.
Ergebnis: Stress. Und Zeitverlust.
Heute weiß ich: Nicht die Technik war das Problem. Nicht das Design. Nicht einmal der Inhalt.
Es fehlte die Architektur davor.
Und genau das ist die konzeptionelle Grundlage.
- Es trennt Denkprozesse voneinander.
- Es bündelt Entscheidungen.
- Es schafft eine logische Reihenfolge,
Eine Website entsteht nicht dadurch, dass man Module verschiebt.
Sie entsteht dadurch, dass man vorher Klarheit schafft.
Seitdem starte ich kein Projekt mehr ohne diese gedankliche Vorarbeit.
Und ich empfehle das auch niemandem, der seine Website als Instrument für sein Business begreift.
Beispiel aus meiner Praxis: Website-Konzept für eine Ernährungsberaterin
In diesem Artikel geht es mir nicht um Theorie, sondern um meine konkrete Arbeitsweise. Ich zeige dir, welche strategischen Fragen ich vor jedem Projekt kläre – lange bevor Design oder Technik ins Spiel kommen.
- Was mache ich als allererstes, bevor ich eine Website aufbaue?
- Welche Entscheidungen treffe ich, bevor auch nur ein Layout entsteht?
Das Beispiel ist die Website einer Ernährungsberaterin für Frauen in den Wechseljahren.
Bevor ich nur einen Pixel schiebe, kläre ich gemeinsam mit der Kundin die Grundlagen: Zielgruppe, Gewichtung der Angebote, Positionierung, Struktur. Ich mache mir Notizen. Ich zeichne Skizzen. Aber nicht, um eine hübsche Sitemap zu basteln – sondern um die Architektur festzulegen. Diese Vorarbeit ist kein Beiwerk. Sie ist der Plan. Ähnlich dem Grundriss zum Bau eines Hauses.
Stimmt der Grundriss nicht, hilft später auch die schönste Fassade nichts.
Wenn ich mit einer Kundin ein Website Konzept erstellen will, gehe ich strukturiert vor. Diese 9 strategischen Punkte kläre ich in jedem Projekt.
1. Zielgruppe konkretisieren – Für wen ist diese Website wirklich gedacht?
Bevor ich mit Kundinnen über Ziele, Seiten oder Angebote spreche, klären wir zuerst die Zielgruppe.
Das ist immer der erste Schritt. Manchmal ist die Zielgruppe schon klar formuliert, wie bei meiner Kundin, der Ernährungsberaterin für Frauen in den Wechseljahren. In diesem Fall wussten wir zu Beginn zumindest, in welche Richtung wir denken. Oft genug jedoch sind die Zielgruppen deutlich unklarer.
Dann überlegen wir in die Tiefe. Das Website Konzept spiegelt diese Überlegungen wider – nicht nur in Worten, sondern später in Struktur, Gewichtung und Tonalität.
Doch auch bei meinem Beispiel reicht „Ich begleite Frauen“ nicht. „Ich arbeite mit Frauen, die sich gesünder ernähren möchten“ ebenfalls nicht.
Das sind Beschreibungen. Aber noch keine strategische Grundlage für eine Website.
Eine Website spricht nie „alle“ an. Sie spricht immer eine klar definierte Menschengruppe an – oder sie bleibt austauschbar.
Warum „alle“ für Google und für deine Positionierung „niemand“ bedeutet
Bei der Ernährungsberaterin für Frauen in den Wechseljahren klingt die Zielgruppe zunächst klar. Doch auch hier stelle ich weitere Fragen.
- Wie alt sind diese Frauen?
- In welchem Umfeld leben sie?
- Stehen sie mitten im Berufsleben oder in einer Phase des Umbruchs?
- Kommen sie mit akuten Beschwerden wie Schlafproblemen, Gewichtszunahme oder Hitzewallungen – oder suchen sie präventive Begleitung?
- Wollen sie medizinisch fundierte Erklärungen oder eher praktische, alltagstaugliche Lösungen?
Diese Differenzierungen entscheiden darüber, wie die Website später klingt, welche Beispiele gewählt werden, welche Begriffe wir verwenden und wie tief wir in bestimmte Themen einsteigen. Eine berufstätige Frau, die zwischen Job, Familie und eigener Gesundheit jongliert, liest anders als eine Frau, die Single ist und Zeit hat, sich intensiv in Fachliteratur einzulesen.
Gerade wenn die Zielgruppe noch nicht klar ist, nehme ich mir an dieser Stelle Zeit. Wir schauen uns bisherige Kundinnen an, sprechen über gelungene und weniger gelungene Projekte, über Gespräche, die gut verliefen – und über solche, die anstrengend waren. Oft zeigt sich dabei sehr deutlich, mit wem meine Kundin wirklich arbeiten möchte – und mit wem nicht.
Erst wenn diese Zielgruppe klar vor Augen steht, kann ich weiterdenken. Denn von ihr hängt alles Weitere ab:
- die Funktion der Website
- die Gewichtung der Angebote
- die Struktur
- die Sprache
- das Bildkonzept
- das Design
Ohne diese Grundlagen könnte ich zwar eine Website bauen. Aber keine, die gezielt Vertrauen aufbaut, die Positionierung stärkt und langfristig die richtigen Anfragen anzieht.
Für mich beginnt ein Website Konzept deshalb immer mit der Frage:
Für wen genau machen wir das hier?
2. Was machen direkte Wettbewerber? Ein strategischer Realitätscheck
Nachdem wir die Zielgruppe geklärt haben, schaue ich zur Seite: die Mitbewerber.
Nein, nicht um zu kopieren. Eine Markanalyse gehört dazu: Wir müssen das Spielfeld verstehen, auf dem sich meine Kundin bewegt.
Bei der Ernährungsberaterin für Frauen in den Wechseljahren heißt das konkret: Ich google.
„Ernährungsberatung Wechseljahre“, „Ernährungsberaterin Hormonbeschwerden“, vielleicht auch regional kombiniert mit einer Stadt. Ich sehe mir an, wer gut sichtbar ist, wie diese Websites aufgebaut sind und welche Sprache dort gesprochen wird.
Sehr schnell erkenne ich Muster. Bestimmte Begriffe tauchen immer wieder auf: „ganzheitlich“, „individuell“, „natürlich“, „im Einklang mit deinem Körper“. Das sind keine falschen Begriffe – aber wenn alle sie verwenden, werden sie beliebig, austauschbar.
Auch die Bildwelt wiederholt sich: lachende Frauen mittleren Alters, Kräuter, Teetassen, viel Grün. Wenn alles ähnlich klingt und ähnlich aussieht, entsteht kein klarer Unterschied. Und genau dort beginnt die strategische Entscheidung.
Passt unsere definierte Zielgruppe in dieses Bild – oder setzen wir bewusst einen anderen Akzent? Wenn alle weich und „wohlfühlig“ auftreten, kann es sinnvoll sein, stärker auf Klarheit und Struktur zu setzen. Wenn viele sehr medizinisch argumentieren, kann eine zugänglichere, alltagstaugliche Sprache ein Unterschied sein. Der Blick auf die Mitbewerber hilft uns auch dabei, Überfrachtung zu erkennen. Manche Websites versuchen, alles gleichzeitig abzudecken: Wechseljahre, Darmgesundheit, Gewichtsreduktion, Stressmanagement, Nahrungsergänzung, Rezepte, Workshops.
Auf den ersten Blick wirkt das umfangreiche Angebot attraktiv. Auf den zweiten Blick wird es unübersichtlich. Das bedeutet: Wir prüfen nicht nur, wo sich meine Kundin einordnet – sondern wo sie sich bewusst positionieren möchte.
Vielleicht liegt ihre Stärke genau darin, sich ausschließlich auf ein klar umrissenes Thema zu konzentrieren. Vielleicht ist es ihre ruhige, strukturierte Art. Vielleicht ihr wissenschaftlicher Hintergrund. Vielleicht ihre Erfahrung in der Lebensmittelindustrie.
Positionierung ist keine zufällige Eigenschaft. Sie ist eine Entscheidung.
Diese Analyse ist kein großes Marktforschungsprojekt. Sie ist ein realistischer Abgleich zwischen Zielgruppe, Markt und eigener Haltung.
Wir schauen uns an, was bereits da ist – und entscheiden dann bewusst, wie unsere Website darin bestehen soll. Erst danach gehe ich wieder zurück und definiere mit der Kundin genauer, welche Funktion ihre Website im Vergleich zu anderen übernehmen soll.
So entsteht aus Zielgruppe und Marktbeobachtung eine fundierte Grundlage für den nächsten Schritt.
3. Ziel und Funktion der Website: Welche Aufgabe soll deine Website erfüllen?
Bevor ich über Seiten spreche, kläre ich mit meiner Kundin zuerst eine grundlegende Frage:
Wofür ist diese Website eigentlich da?
Das klingt banal. Ist es aber nicht.
Viele antworten spontan: „Na ja, sichtbar sein.“ Oder: „Informationen bereitstellen.“ Manchmal auch: „Damit man mich findet.“
Doch das sind Zustände – keine strategischen Ziele.
Bei der Ernährungsberaterin für Frauen in den Wechseljahren frage ich konkreter. Möchte sie in erster Linie 1:1-Beratungen verkaufen? Gruppenprogramme? Einen Onlinekurs? Möchte sie Vorträge anbieten? Oder geht es ihr darum, über einen Newsletter langfristig Vertrauen aufzubauen?
Je nachdem verändert sich die gesamte Ausrichtung der Website. Eine Website kann sehr unterschiedliche Funktionen haben. Sie kann ein digitales Schaufenster sein, eine Terminmaschine, eine Vertrauensplattform oder eine Verkaufsseite. Sie kann informieren, vorbereiten, überzeugen oder direkt verkaufen.
In der Praxis vermischt sich das oft.
Im Konzept entscheide ich mich bewusst, welche Funktion im Vordergrund steht. Denn eine Website kann vieles – aber sie sollte nicht alles gleichzeitig priorisieren.
Wenn die Ernährungsberaterin sagt: „Ich möchte vor allem 1:1-Beratungen verkaufen“, dann muss sich das in der Struktur widerspiegeln. Dann steht dieses Angebot im Mittelpunkt. Wenn sie hingegen sagt: „Ich möchte mittelfristig einen Onlinekurs aufbauen und zunächst Reichweite über Inhalte aufbauen“, verschiebt sich der Schwerpunkt deutlich in Richtung Blog und Newsletter-Angebot.
An diesem Punkt grenzen wir auch ein, welche Art von Anfragen sie bekommen möchte – und welche nicht. Möchte sie nur Selbstzahlerinnen? Möchte sie bestimmte Themen ausschließen? Arbeitet sie mit klar definierten Schwerpunkten oder eher offen?
All das gehört zur Funktion der Website. Erst wenn diese Funktion klar ist, kann ich weiterdenken. Denn sie entscheidet darüber,
- welche Seiten wir brauchen,
- wie wir Inhalte gewichten,
- welche Angebote im Zentrum stehen,
- und welche Handlung am Ende vorbereitet wird.
Ohne diese Klarheit könnte ich später ein schönes Layout bauen – aber keine Website, die gezielt arbeitet und unternehmerisch arbeitet. Das ist ein zentraler strategischer Punkt, wenn wir ein Website Konzept erstellen:
Die Website ist kein Selbstzweck. Sie hat eine Aufgabe. Und diese Aufgabe definieren wir, bevor irgendetwas gestaltet wird.
4. Websitestruktur und Informationsarchitektur
Vor der technischen Arbeit zeichne ich die grobe Struktur auf. Und zwar ganz oldschool: mit Farbstift auf Papier.
Ich arbeite bewusst analog. Auf Papier sehe ich die gesamte Struktur auf einen Blick. Ich kann Bereiche einkreisen oder streichen, ohne dass ich in einem Programm in Ebenen und Module denken muss. Die Zusammenhänge erschließen sich mir so viel unmittelbarer.
Dazu legen wir vorher die groben Inhalte fest. Im Idealfall liegen die Texte bereits vor. Das ist allerdings selten so. Oft gibt es einzelne Textbausteine, alte Webseiten, Stichpunkte oder nur Gedanken im Kopf der Kundin. Genau deshalb ist dieser Schritt so wichtig.
Wir sortieren zunächst stichwortartig das, was existiert – und benennen klar, was noch fehlt. Schon hier entstehen die ersten strategischen Entscheidungen. Bei der Ernährungsberaterin sammeln wir zunächst die Hauptbereiche: Startseite, Über mich, Angebot. Vielleicht zwei unterschiedliche Beratungsformate. Eventuell ein Blog. Ein Bereich für häufige Fragen. Manchmal kommt ein Newsletter dazu oder ein Download-Angebot.
Das sind noch keine ausgearbeiteten Texte, sondern Themenfelder. Erst wenn diese groben Inhaltsbereiche feststehen, beginne ich mit der eigentlichen Strukturarbeit. Jetzt zeichne ich. Und jetzt wird entschieden.
- Welche dieser Inhalte gehören in die Hauptnavigation?
- Was ist zentral, was untergeordnet?
Welche Angebote stehen nebeneinander – und welche sind eigentlich Variationen desselben Themas?
Bei der Ernährungsberaterin kann sich zum Beispiel zeigen, dass zwei geplante Angebote inhaltlich sehr ähnlich sind. Das könnte Besucherinnen verwirren. Oder wir merken, dass ein zusätzlich geplanter Rezeptbereich zwar sympathisch ist, aber von der der individuellen Beratung ablenkt.
In diesem Fall war die bessere Entscheidung, die Rezept-Tipps in einem Newsletter zu veröffentlichen. Die Website und der Fokus blieben eindeutiger.
Informationsarchitektur bedeutet für mich, Ordnung in Inhalte zu bringen. Eine klare Hierarchie zu schaffen. Ebenen zu definieren. Besucherinnen sollen intuitiv verstehen, wo sie sich befinden, was wichtig ist und wie sie weiterkommen.
Die handgezeichnete Skizze ist noch kein Layout – sondern eine funktionale Struktur. Sie zeigt, welche Seiten es gibt, wie sie zusammenhängen und welchen Weg eine Besucherin typischerweise nimmt.
Diese Skizze ist unser Grundriss.
Und wie beim Hausbau gilt: Wenn der Grundriss nicht stimmt, hilft später auch keine schöne Fassade. Dann wird improvisiert, umgebaut – oder eben mit einem WC ohne Wasseranschluss gelebt.
5. Content Strategie – Texte und Bilder
Auf die richtige Sprache kommt es an
Wenn die Struktur steht, füllen wir sie nicht einfach mit Text. Wir überlegen, welche Inhalte welche Aufgabe übernehmen. Die Architektur gibt den Rahmen vor, aber der Content entscheidet, ob eine Website Erfolg hat.
Bei der Ernährungsberaterin bedeutet das: Welche Themen gehören auf die Startseite – und welche nicht? Was muss eine Besucherin sofort verstehen, und was kann später folgen? Ich prüfe gemeinsam mit der Kundin, ob ihre bisherigen Texte wirklich die Fragen ihrer Zielgruppe beantworten oder ob sie eher ihr eigenes Fachwissen darstellen.
Viele Texte entstehen aus der Perspektive: „Was kann ich?“ Das sehe ich leider noch auf vielen Websites.
Ich frage: „Was braucht deine Kundin, um das Gefühl zu haben, verstanden zu sein?“
Wenn wir wissen, dass wir Frauen in den Wechseljahren ansprechen, die mit konkreten Beschwerden kämpfen, wie Hitzewallungen, Gewichtszunahme oder oder – dann muss sich genau das im Text widerspiegeln. Nicht allgemein „Ernährungsberatung“, sondern: Schlafprobleme, Hitzewallungen, Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen. Die Texte gehen konkret auf die Probleme ein. In einfacher Sprache, weil sie eher Gefühle anspricht.
Bilder ergänzen die Texte
Gleichzeitig denke ich die Bilder mit. Ich notiere mir früh, welche Atmosphäre entstehen soll. Ruhig und sachlich? Warm und einladend? Klar und strukturiert? Für die Ernährungsberaterin heißt das: Keine austauschbaren Stockfotos mit Avocado und Teetasse, wenn sie eigentlich fundiert und strukturiert arbeitet. Vielleicht braucht es Bilder, die Beratungssituationen zeigen. Oder eine Marktsituation, die zeigt, wo gesunde Ernährung beginnt. So spiegelt die Bildwelt das wider, was die Beratung wirklich ausmacht.
Als ausgebildete Fotografin sehe ich das besonders deutlich.
- Ein Bild kann Atmosphäre schaffen.
- Es kann Nähe herstellen.
- Es kann Professionalität zeigen.
- Falsch gewählt kann es aber die Aussage verwischen
Bilder sind mehr als nur Deko: Die Psychologie der Optik
Text und Bild entstehen nicht getrennt voneinander. Sie bilden eine Einheit. Wenn ein Abschnitt Vertrauen aufbauen soll, unterstütze ich das nicht nur durch Worte, sondern auch durch die Bildauswahl. Wenn ein Bereich Orientierung geben soll, braucht er klare Überschriften, eine nachvollziehbare Zwischenstruktur und eine verständliche Sprache.
Gleichzeitig kann man gerade bei Bildern einiges falsch machen. Immer wieder sehe ich viel zu große Dateigrößen: Fotos mit einer Dateigröße von über 100 KB verlangsamen die Ladezeit der Website. Und auch bei der Kompression und den Formaten werden viele Fehler gemacht. Wie du die vermeidest, habe ich in diesem Artikel beschrieben:
Content-Strategie bedeutet für mich deshalb nicht „viel Inhalt“, sondern gezielter Inhalt. Jede Seite bekommt eine Aufgabe. Jeder Abschnitt erfüllt eine Funktion. Und alles, was diese Funktion nicht unterstützt, kommt entweder an eine andere Stelle – oder fliegt raus.
Erst wenn Texte und Bilder in dieser Logik zusammenpassen, gehe ich zum nächsten Punkt über.
6. Suchmaschinenoptimierung – von Anfang an mitgedacht
Suchmaschinenoptimierung beginnt für mich nicht mit einem Plugin und auch nicht mit einer Liste von Keywords. Sie beginnt in dem Moment, in dem wir über Zielgruppe und Inhalte sprechen. SEO ist für mich Haltung und Denkweise. Deshalb steht SEO nicht etwas am Ende des Konzepts, sondern bereits an Punkt 6.
Bei der Ernährungsberaterin stellte sich früh die Frage: Wie suchen ihre potenziellen Kundinnen eigentlich? Geben sie „Ernährungsberatung Wechseljahre“ ein? „Hormonbeschwerden Ernährung“? „Gewichtszunahme ab 50“? Oder sehr konkrete Symptome wie „Schlafprobleme Wechseljahre was hilft“?
Diese Überlegungen beeinflussen bereits die Struktur.
Wenn wir wissen, dass viele Frauen mit konkreten Beschwerden suchen, kann es sinnvoll sein, diese Themen klar zu benennen – nicht versteckt im Fließtext, sondern sichtbar in Überschriften und eigenen Abschnitten. Wenn wir feststellen, dass der Begriff „Wechseljahre“ zwar gesucht wird, aber viele Mitbewerber ihn sehr allgemein verwenden, können wir präziser werden.
Suchmaschinenoptimierung heißt für mich: Die Sprache meiner Kundin mit der Sprache ihrer Zielgruppe abzugleichen.
Natürlich gibt es Begriffe, die fachlich interessant sind. Trotzdem stelle ich mir die Frage: Werden sie auch gesucht?
Wenn nicht, brauchen sie vielleicht keinen eigenen Schwerpunkt – oder sie müssen anders formuliert werden.
Später kommen technische Aspekte hinzu: saubere Überschriftenstruktur, sinnvolle Seitentitel, Meta-Beschreibungen, Ladezeiten. Aber die Grundlage entsteht hier, in der Konzeptphase.
Bei der Ernährungsberaterin bedeutet das konkret: Wir nennen eine Seite nicht einfach „Angebot“, sondern formulieren eindeutig, worum es geht. Oder wir entscheiden bewusst, ob ein Blog strategisch sinnvoll ist – oder ob ein Newsletter besser zur Zielsetzung passt.
SEO ist deshalb kein Zusatzpunkt am Ende des Projekts.
Es ist eine Denkweise, die das gesamte Website-Konzept durchzieht.
7. Webdesign – Stimmung, Farbe und Typografie
Form follows Content. Auch bei Websites.
Erst wenn Struktur, Inhalte und Suchbegriffe geklärt sind, beginne ich mit der gestalterischen Ebene.
Dafür lege ich ein Moodboard an.
Ich sammle visuelle Eindrücke, Farbwelten, Bildstimmungen, Typografie-Beispiele. Die Basis ist wieder das, was wir zuvor strategisch erarbeitet haben. Die Zielgruppe, die Positionierung und die Abgrenzung vom Wettbewerb geben hier meine Arbeit vor.
Bei der Ernährungsberaterin für Frauen in den Wechseljahren stellt sich zum Beispiel die Frage: Soll die Website weich und „wohlfühlig“ wirken – wie viele andere in diesem Bereich? Oder eher klar, strukturiert und sachlich? Soll sie mit warmen Naturtönen arbeiten oder mit reduzierten, aber eindeutigen Farben?
Was lässt sich als primäre Farbe definieren und welche Farbe wählen wir für Buttons – die auffällig, aber nicht zu knallig sein sollen, um nicht vom Thema abzulenken? Welche Typografie transportiert Vertrauen, ohne beliebig zu sein?
Das Moodboard ist keine Spielerei oder nettes Gimmik, sondern hilft uns, Entscheidungen zu treffen. Es hilft der Kundin und mir, eine visuelle Richtung festzulegen, bevor die eigentliche Gestaltung beginnt. Wir beantworten Fragen wie: Welche Stimmung soll entstehen? Welche Haltung soll sichtbar werden? Wie soll sich die Website anfühlen, wenn man sie öffnet?
Auf dieser Grundlage entwickle ich dann das visuelle Konzept: Farbpalette, Schriftkombination, Grundlayout, Bildsprache. Erst wenn diese gestalterischen Parameter definiert sind, gehe ich in die konkrete Ausarbeitung. Ein Moodboard hat einen weiteren Vorteil: Indem du Farbwirkung und Kontraste testest, Schriften ausprobierst, Breiten festlegst kannst du einige Fehler vermeiden, die gern beim Design einer Website gemacht werden. Welche 9 Fehler besonders häufig gemacht werden, hab ich hier beschrieben:
Design ist für mich die Übersetzung der Strategie in eine visuelle Sprache. Es macht sichtbar, was wir zuvor inhaltlich geklärt haben. Wenn die Architektur steht und die Inhalte klar sind, erfüllt das Design seine eigentliche Aufgabe: die Inhalte verstärken.
8. Technische Umsetzung der Website
Jetzt kommt der Moment, ob die vorherige Denkarbeit erfolgreich war. Struktur, Inhalte, Suchbegriffe und gestalterische Richtung sind festgelegt – nun beginne ich mit der technischen Umsetzung.
Welche Plattform für dein Projekt sinnvoll ist, habe ich hier ausführlicher beschrieben:
Ich arbeite ausschließlich mit WordPress. In der Regel setze ich das Theme Divi ein, weil es mir die Flexibilität gibt, die zuvor entwickelte Struktur exakt umzusetzen. Das Werkzeug steht dabei nicht im Vordergrund. Entscheidend ist, dass es die konzeptionellen Entscheidungen spiegelt.
Eines mag ich bei der Umsetzung in WordPress nicht: fertige Seiten-Layouts. Deshalb arbeite ich nicht mit Komplett-Templates, die ich nur anpasse. Es gibt bei mir keine „Website von der Stange“.
Ich habe einzelne gespeicherte Bausteine und Layout-Elemente, die sich bewährt haben und wiederkehren. Aber jede Seite entsteht aus dem zuvor entwickelten Konzept.
Fertige Seiten-Layouts haben für mich einen klaren Nachteil: Man quetscht Inhalte in vorgegebene Bereiche. Das führt fast immer zu Kompromissen – in der Struktur, im Text oder in der Wirkung.
Deshalb baue ich jede Website individuell neu auf. Das betrifft Abstände, Schriftgrößen, Modul-Anordnungen, Bildgrößen und die gesamte Seitenlogik. Bei der Ernährungsberaterin bedeutet das konkret: Die zuvor gezeichnete Struktur wird jetzt in WordPress umgesetzt. Die Navigation wird angelegt, Seiten logisch miteinander verknüpft, Inhalte eingefügt und anschließend gestaltet.
Auch technische Grundlagen gehören dazu: saubere Seitenstruktur, klare Überschriftenhierarchie, sinnvolle Permalinks, Bildgrößen, Dateibezeichnungen, Ladezeiten.
Vieles davon ist später nicht sichtbar.
Aber es entscheidet darüber, wie nachhaltig die Website funktioniert.
Die Technik folgt bei mir immer dem Konzept. Sie löst nichts, was vorher nicht geklärt wurde. Und genau deshalb steht sie in meinem Prozess fast am Ende.
9. Usability-Tests und Mobil-Optimierung
Wenn die Website technisch steht, ist sie noch nicht fertig. Jetzt beginnt die Phase, in der ich prüfe, wie sie sich tatsächlich anfühlt – und wie sie auf verschiedenen Geräten funktioniert. Ich teste die Seiten auf mehreren Bildschirmgrößen auf originalen Geräten, nicht nur simuliert im Programm.
Dazu öffne ich die Website auf
- unterschiedlichen Desktop-Geräten,
- auf dem Tablet (hoch und quer) und
- auf Smartphones.
Die Tests mache ich nicht nur technisch, sondern auch inhaltlich. Haben die Abstände genug Luft? Bleiben Überschriften lesbar? Ist ein Abschnitt auf dem Handy zu sehr versteckt? Wie lange muss man scrollen bzw. wischen? Muss ein Bild anders beschnitten werden? Müssen Positionen angepasst werden?
Gerade auf mobilen Geräten verändern sich Proportionen stark. Ein großzügiger Header auf dem Desktop gerät auf dem Smartphone zu wuchtig. Texte, die am großen Bildschirm harmonisch gegliedert sind, brauchen auf dem Smartphone vielleicht eine andere Struktur. Der Test auf einem oder besser zwei unterschiedlichen Smartphones ist deshalb für mich Pflicht.
Eine Website wird heute überwiegend auf dem Smartphone gelesen. Diese Tatsache denke ich im gesamten Konzept mit.
Usability bedeutet für mich: Die Website soll sich selbstverständlich bedienen lassen. Besucherinnen sollen nicht überlegen müssen, wo sie klicken oder wie sie zurückfinden. Navigation, Hierarchie und Handlungsaufforderungen müssen intuitiv funktionieren.
Manche Unstimmigkeiten fallen erst jetzt auf. Ein Absatz wirkt zu gequetscht. Ein Button verdrängt den Folgetext. Eine Information taucht an zwei Stellen auf.
Diese Feinjustierung gehört für mich genauso zum Website-Konzept wie die strategischen Vorüberlegungen.
Erst wenn Struktur, Inhalt, Gestaltung und Technik auch im realen Gebrauch stimmig sind, ist die Website wirklich bereit, online zu gehen.
Struktur vor Gestaltung
Wenn du beim Lesen gemerkt hast, dass deine Website zwar Inhalte hat, aber keinen klaren Aufbau, dann liegt das selten am Design.
Meist fehlt die gedankliche Vorarbeit.
Ein Website-Konzept entsteht nicht nebenbei. Es braucht Abstand, Struktur und die Bereitschaft, Entscheidungen zu treffen: Was gehört ins Zentrum? Was kann weg? Was ist heute dein Kernangebot? An diesem Punkt steige ich mit meinen Kundinnen ein. Wir entwickeln zuerst die Architektur. Alles andere – Gestaltung, Technik, SEO – baut darauf auf.
Wenn du dein Website-Konzept nicht allein durchdenken möchtest, sondern strukturiert erarbeiten willst, dann lass uns darüber sprechen. Hier geht es zu meinem Angebot. Oder vereinbare gleich ein kostenloses Kennenlerngespräch mit mir.
→ Zum Kennenlerngespräch
FAQ zum Website-Konzept
von ConstanzeStraub | Dez. 11, 2020 | Design, Startseite, Text, WordPress
Website-Texte lesbar gestalten, damit Besucher gern lesen
Egal womit du unterwegs bist: WordPress, Joomla, Typo 3 oder Baukastensysteme wie Jimdo, Squarespace oder Wix: Jedes System stellt unterschiedliche Anforderungen. Aber eine Arbeit musst du überall machen: Du musst dir Gedanken darüber machen, wie du deine Website richtig gestalten kannst. Richtig heißt: lesbar und verständlich.
Als Webdesignerin bewege ich mich in diesem Artikel in erster Linie im System WordPress. Aber die hier erwähnten Fehler werden mit jedem System gemacht.
Wenn du eine Website baust, bist du als Texter, Designer und Techniker unterwegs. Wenn du mit WordPress und einem guten Premium-Theme wie dem Divi arbeitest, dann nimmt dir das Theme viele Arbeiten ab. Ein professionelles Theme unterstützt dich in Design und Technik.
Egal, womit du deine Website erstellst: Viele der unten genannten Gestaltungsprobleme entstehen, weil vorab kein Website-Konzept entwickelt wurde.
Ein bisschen gesunder Menschenverstand, Logik und Einfühlungsvermögen ist trotzdem nicht verkehrt. Häufig beobachte ich auf Websites dieselben Fehler in der Gestaltung. Die schlimmsten Fehler sind aus meiner Sicht mangelnde Lesbarkeit der Texte. Damit du auf deiner Website diese Fehler vermeidest, hab ich diesen Blogpost geschrieben.
Mach es besser. Ich zeige dir hier, wie du deine Website-Texte richtig gestalten kannst, damit deine Besucher deine Texte gern lesen.
Fehler 1
Schlechte Lesbarkeit der Website-Texte durch zu breite Zeilen
Viel zu breite Textblöcke ist ein häufig zu beobachtendes Phänomen. Warum so viele Websitebetreiber diesen Fehler machen ist mir ein Rätsel. Breit laufende Zeilen lesen sich einfach extrem anstrengend. Ich bekomme davon Kopfschmerzen. Probier mal: Nimm ein normal großes Lineal (30 cm).
Tipp: DinA-4-Blatt quer vor dem Monitor
Falls du das nicht hast: Halte ein DinA4-Blatt quer vor deinen Augen. In dem Abstand, den du vor einem Monitor einnimmst. Also ca. 50 cm. Und nun wandere mit deinen Augen die gesamte Kante des Lineals oder des Blatts entlang: Von links, nach rechts, wieder zurück nach links, wieder nach rechts. Hin und her, von Ecke zu Ecke. Ein paar mal.
Das ist Schwerstarbeit für deine Augen. Das tut weh. Ich bekomme davon Kopfschmerzen. Jetzt wirst du einwenden: Okay, aber ich kann von links nacht rechts auch den Kopf bewegen. Klar. Beim Zuschauen eines Tennisspiels ist das normal. Da bewegt man den Kopf. Aber: Das macht keiner vor dem Monitor.
Es gibt verschiedene Kniffe, wie du dich an eine ideale Breite deiner Texte hältst. Eine einfache Möglichkeit ist: Lass den Text nicht breiter laufen als 15 – 25 cm. Abhängig von der Auflösung deines Displays. Natürlich ist dieses Hilfsmittel relativ. Relativ zu der Auflösung deines Notebook-Displays, von der Schriftgröße und dem Schrifttyp. Aber als grobe Richtung hilft diese Angabe.
Eine andere Empfehlung ist, die Texte nicht breiter laufen zu lassen als 800 Pixel. Aber dieser Tipp hat 2 Haken: Der 1. Haken: Pixel ist nicht gleich Pixel. Die Pixel eines Displays mit einer hohen Auflösung sind kleiner als die Pixel eines Displays, dessen Auflösung weniger groß sind. Das heißt: 800 Pixel sind nicht gleich 800 Pixel. Auf dem einen Display sind 800 Pixel 20 cm breit, auf einem anderen Display sind 800 Pixel 18 cm breit. Und 2 cm mehr oder weniger machen für die Lesbarkeit eines Textblocks viel aus!
Textbreite ist abhängig von Schriftgröße und Schriftart
Der 2. Haken: Die Breite eines Elements in responsiv programmierten Themes – wozu auch professionelle Premium-Themes von WordPress gehören – geben die Breite auch in Prozent an. Und selbst wenn die Breite eines Elements in Pixel angegeben ist – siehe oben. Eine sinnvolle Empfehlung ist die Anzahl der Zeichen in einer Zeile.
Meine Empfehlung: Nimm 70 bis 80 Zeichen (ohne Leerzeichen) in einer Zeile. Wobei dieser Wert wieder abhängig ist von der Schriftgröße und der Schriftart. Je größer die Schrift, desto weniger Zeichen. Je schlanker der Schriftschnitt, desto mehr Zeichen. Letztlich ist alles relativ. Behalt deshalb die Lauflänge in cm im Auge. Also gefühlt 18 – 25 cm ist ein guter Wert.
Fehler 2
Textwüsten: Die Textblöcke haben zu wenig Absätze
Ein wesentliches Element, wenn du deine Website-Texte richtig gestalten möchtest, ist der Absatz. Oder besser: die Absätze.
Leider wird häufig zu wenig auf dieses wichtige Element geachtet. Dabei nehmen die Texte einen Großteil der Fläche auf den Seiten ein. Wenn man von Foto-Websites absieht. Fehlende Absätze sind einer der Fehler: Häufig sieht man auf schlecht strukturierten Webseiten riesige Textblöcke ohne Gliederungen, mit wenig Absätzen. Die berüchtigten Textwüsten. Die Absatzlänge ist ein wichtiges Kriterium, wenn man eine Website richtig gestalten will.
Warum? Weil zu lange Absätze die Seite unübersichtlich machen. Mach es besser. Gliedere deine Texte in kurze, leicht verdauliche Happen. Plane viele Absätze ein. Mit höchstens 3 bis 5 Zeilen. Das Lesen am Rechner ist sehr anstrengend. Wenn du möchtest, dass deine Leser deine Seite nicht fluchtartig verlassen, dann strukturiere deine Texte. Setze viele Absätze, baue Listen ein, setze Grafiken in den Text. Da gibt’s viele Möglichkeiten. Sei kreativ. Gut sind Listen:
- Listen bringen Abwechslung
- Listen sind gut für das SEO
- Listen lockern Texte auf
- Listen lassen sich prima lesen
- Listen bleiben super im Gedächtnis
Fehler 3
Schriften, die das Lesen der Website-Texte erschweren
Wie du ohne Arial, Tahoma oder Times schöne und lesbare Texte gestaltest
Vorbei die Zeit, als Websites mit der winzigen Auswahl von 3 bis 4 Schriften unterwegs waren. Damals musste man die Schriften für seine Website nehmen, von denen man ausgehen konnte, dass die auch auf dem Rechner des Websitebesuchers vorhanden sind.
Google Fonts
Nutzt du Google-Fonts? Oder hast du schon mal davon gehört? Ein super Tool. Nie war es so einfach wie heute, wirklich schöne und dennoch lesbare Schriften auf seiner Website zu nutzen. Die Auswahl an schönen Schriften ist fast grenzenlos. Aber wer die Wahl hat, hat die Qual.
Die meisten Websitebetreiber sind keine Designer. Und wissen eben nicht, welche Schriften zusammen harmonieren und welche nicht. Das ist allerdings noch das kleinere Problem. Das größte Problem ist: Viele Websiteinhaber nehmen Schriften, die in Fließtexten nur sehr schwer zu lesen sind.
Tipp: Auf Schriftschnitte achten
Beispiel: Es gibt Schriften, die sehr schlank gestaltet sind. Ich finde solche Schriften schick, sie sehen meist edel aus. Wie die Condensed-Schnitte mancher Schrifttypen. Die Schrift hier im Beispiel haben Condensed-Schrift. Sie ist schmal und schlank geschnitten. Aber: Im Fließtext eingesetzt, also in längeren Texten, sind solche Schriften eine Katastrophe. Besonders ältere Augen ab 50 haben größte Schwierigkeiten, solche Schriften zu lesen. Wir hier im Beispiel eine Helvetica Schlank.
Ebenso problematisch: Schriftschnitte, die sehr fein gestaltet wurden. Sie sehen edel aus, sind aber auf Displays anders als im Print ungünstig zu lesen.


Zum Stichwort Google Fonts ein wichtiger Tipp: Setze Google Fonts DSGVO-konform ein! Was das bedeutet und welche Auswirkungen es haben kann, wenn du die Google Fonts falsch anwendest, habe ich in diesem Artikel beschrieben. Dort liest du auch, wie du die Google Fonts richtig einsetzt.
Eine andere Problemschrift: Script-Schriften und Serifen
Script-Schriften sind Schriften, die aussehen wie von Hand geschrieben. Sie haben diesen menschlichen Touch, wirken nahbar und authentisch, bringen die emotionale Note in den Text, den Human Touch. Und zu vielen Branchen passen sie wunderbar. Zum Beispiel zu DIY-Angeboten.
Ich mag Script-Schriften. Aber: Sie sind oft miserabel lesbar. Kann man leider nicht anders sagen. Neulich ist mir genau das passiert: Eine wunderschön schnörkelige, weit geschwungene Schrift als Überschrift auf einer Website. Aber: Ich konnte einfach nicht auf dem ersten Blick erkennen, ob es sich beim f um ein f oder um ein s handelt. Ich kam ins Stocken. Ich musste mehrmals lesen. Es war ein s.
Ungünstig, wenn man 5 Sekunden braucht, um überhaupt die Schrift entziffern zu können. Und dann weitere wertvolle Sekunden um zu erfassen, welches Produkt die werte Dame bietet. (Sorry an dieser Stelle, aber Scriptschriften sieht man zu 99,9 Prozent bei AnbieterInnen). Daher meine Empfehlung: Sei vorsichtig im Gebrauch von Scriptschriften.
Serifen-Schriften sind ebenfalls Schriften, die im Fließtext oft nur schlecht lesbar sind, Ich sehe immer noch Websites mit Serifen-Schriften im Fließtext. Das Problem: In Überschriften, also relativ groß eingestellt und in groß eingestellten Fließtexten sind Serifen gut lesbar. Im „normalen“ Fließtext aber wird die Lesbarkeit schwieriger, da die Auf- und Abstriche (die „Schenkel“) der einzelnen Buchstaben unterschiedlich stark sind. Anders als auf physischen Seiten (Papier) sind sie auf Displays schwerer zu lesen, wenn sie zu klein sind. Im Gegensatz zu Serifen-Schriften haben Grotesk-Schriften nahezu identische Breiten der Ab- und Aufstriche (Grotesk: So nennt man Schriften ohne Serifen, wie etwa Arial oder Helvetica),


Fehler 4
Formatierungen der Texte, die das Lesen erschweren
Unnötige Formatierungen sind genauso schlimm. Wenn du deine Website richtig gestalten möchtest, kannst du auch auf diesen Punkt achten.Was verstehe ich unter „unnötigen Formatierungen“? Auf einer Website mit Rezepten hab ich neulich einen Text lesen müssen, der in 6 längeren Absätzen mit Kursivschrift geschrieben wurde. Ich musste 3 mal lesen, um den Text erfassen zu können. Im längeren Fließtext ist Kursivschrift das reinste Augenpulver.

Fehler 5
Website-Texte mit zu kleiner Schrift und ungünstigem Zeilenabstand
Du merkst: Zu Schriften gibt es viel zu schreiben.
Leider machen sich die wenigsten wirklich Gedanken um diesen so wichtigen Punkt. Wichtig ist der Inhalt – alles andere zeigt sich schon. Aber: Was nützt das schönste Layout der Website, die tollsten Farben, die briliantesten Bilder, der hilfreichste Inhalt – wenn ich Probleme habe, die Schrift zu lesen? Wenn du deine Website-Texte richtig gestalten möchtest, achtest du auch auf die Schriftgröße und den Zeilenabstand.
Häufig sehe ich auf Websites zu kleine Schrift und / oder zu enge Zeilenabstände. Das ist echt eine Herausforderung für jeden Leser. Und wenn du möchtest, dass wirklich alle Altersgruppen deine Inhalte sehen, dann lass auch mal ältere Augen deine Texte lesen. Die werden mit der Lesbarkeit nämlich weit mehr Probleme haben als deine 20 Jahre jüngeren Leser und Leserinnen.
Auch ein falscher Zeilenabstand kann die Lesbarkeit beeinflussen. Ist der Zeilenabstand zu gering, wird das Lesen anstrengend. Ist der Zeilenabstand zu weit, besteht die Gefahr, dass sich dein Leser auf deiner Website verliert. Und es muss unnötig gescrollt werden.
Fehler 6
Komplizierte Sätze in Website-Texten, die die Lesbarkeit vermindern
Schachtelsätze und Fremdwörter ade: Einfachheit schlägt Kompliziertheit
Zugegeben: Jetzt hab ich mich sehr weit aus dem Fenster gehängt: Denn der Inhalt hat nicht wirklich etwas mit der Gestaltung der Website zu tun. Aber: Mit der Formulierung deiner Texte kannst du dazu beitragen, wie gern die Besucher deine Texte lesen. Durch zu komplizierten Satzbau kannst du das Lesen erschweren. Je einfacher die Texte zu lesen sind, desto besser für deine Website, weil deine Besucher dann länger auf deiner Website bleiben. Und das ist nebenbei bemerkt gut für das SEO.
Auf dem PC oder Smartphone lesen ist anstrengend für die Augen. Und: Texte im Internet werden eher gescannt als ausführlich gelesen, anders als Bücher. Und wenn du in einfachen Worten und kurzen Sätzen schreibst, machst du es deinen Lesern leichter. Du wirkst nicht schlauer oder professioneller, wenn du Thomas-Mann-Schachtelsätze baust oder Fachbegriffe wie ein Wissenschaftler anwendest.
Wenn du komplizierte Sätze bildest, passiert nur eins: Du wirst nicht verstanden. Worauf musst du also achten?
- Einfachheit: Kurze Sätze, kurze Wörter, überflüssige Fachbegriffe vermeiden
- Syntax: Pro Satz sollte nur ein Gedanke ausgedrückt werden. Das Wesentliche steht am am Anfang des Satzes.
- Prägnanz: viele Verben und die Anwendung von Metaphern machen den Text lebendig (und leichter verständlich)
Übrigens gibt es zur Ermittlung der Lesefreundlichkeit sogar eine wissenschaftliche Herangehensweise.
Der Flesch Reading Ease
Hast du schon mal was von Flesch Reading Ease gehört? Der Flesch Reading Ease (FRE) wird für die Lesbarkeit von Texten angewendet. Dazu wird der FRE aus verschiedenen Faktoren berechnet. Unter anderem die oben genannten. Der Grad der Lesbarkeit wird mit einem Index ausgedrückt. Diesen Index kannst du sogar überprüfen lassen.
Gib hier deinen Text ein und du erhältst den Index: fleschindex.de/berechnen
Ein hilfreiches Buch zu dem Thema ist das Buch „Deutsch für junge Profis“ von Wolf Schneider. Lesenswert auch „Das Leben und das Schreiben“ von Stephen King. Wie, DER Stephen King? Der mit „The Shining“ oder „Carrie“? Genau. Dass ich Horrofilm-Fan bin kann ich nicht gerade sagen. Das Buch empfehle ich trotzdem gern.
Fehler 7
Zu wenig Kontrast der Website-Texte
Ungünstige Kontraste wirken sich besonders bei den Texten negativ auf die Lesbarkeit aus. Beispiel: Wenn die Farbe der Schrift auf deiner Website ein heller Grauton ist und der Text auf weißem Grund steht, dann ist der Kontrast zu gering. Besonders ältere Augen haben Schwierigkeiten, solche Texte zu lesen.
Genauso dramatisch sind bestimmte Farbkombinationen: gelbe Schrift auf rotem Grund. Hellblau auf Dunkelblau.
Egal, welche Zielgruppe du mit deiner Website ansprichst, ob junge Eltern oder Senioren: Du weißt nie, wie gut die Augen deiner Leser sind. Egal ob jung oder alt. Deshalb achte immer darauf, dass die Kontraste ausreichend sind. Du musst es deinen Leser ja nicht unnötig schwer machen. Auch wenn es megaschick aussieht… Kontraste und wie gut die Lesbarkeit ist, kann man übrigens gut mit entsprechenden Online-Tools checken.


Fehler 8
Zu viele unterschiedliche Farben
Die Übersicht und damit die Lesbarkeit wird verringert
Wie häufig hab ich das gesehen: Websites, die aussehen wie zugeklebte Litfasssäulen. Hier ein Bild, da eine Grafik, viele unterschiedliche Farben: knallbunt und überladen waren die Websites.
Die Elemente einer Website haben zwei Aufgaben:
- die Leser informieren und
- die Leser beim Lesen führen.
Form follows function: Die Inhalte sollten immer der Maßstab sein für die Gestaltung. Das betrifft Texte, Grafiken, Fotos, Farben, Schriften, Weißräume – alle Gestaltungsmerkmale einer Website. Farben: Wenig Akzentfarben sind sinnvoll. Farbliche Akzente helfen beim Lesen und strukturieren die Seite. Biete Abwechslung und mach mit sparsam und klug eingesetzten Akzentfarben das Lesen angenehmer.
Wenn du zu viel Bilder und Farben einsetzt, dann ermüdet das Auge schnell, der Leser ist in Nullkommanix von der Reizüberflutung übersättigt und hat wenig Lust, weiterzulesen. Außerdem führt zu viel Bunt schnell dazu, dass der Leser das Wesentliche aus den Augen verliert. Du möchtest ja, dass deine Leser deine Texte lesen. Dein Produkt kaufen. Zu viel unterschiedliche Farben lenken dabei ab. Manchmal ist weniger mehr…
Fehler 9
Fehlender Weißraum lässt deine Seiten unruhig wirken
Jeder kennt die Start-Seite von Google: Minimalistisch, pur, reduziert. Ein weißes, ziemlich leeres Feld. In der Mitte das Suchfeld, in das man sein Suchbegriff eingeben kann. Mehr nicht. Jeder weiß sofort, was er/sie dort auf der Seite machen soll: ein Suchbegriff eingeben. Nichts lenkt vom eigentlichen Inhalt ab. Keine Werbung links, keine nervigen Banner, keine Links.
Alle weiteren Produkte von Google findet man – unauffällig und nicht störend – in der oberen rechten Ecke. Die gesamte Seite wirkt sehr aufgeräumt und klar. Das ist kein Zufall. Der Besucher der Seite soll sich voll und ganz auf seine Suche konzentrieren. Nichts soll ihn ablenken. Kein Link soll ihn auf eine andere Seite locken. Und das Suchfeld ist in der Mitte des Viewports, damit der sofort beim Öffnen der Seite zu sehen ist.
Weißraum sorgt für Luft, Kontext, Ruhe, Fokussierung
Erklärung: Viewport ist der sichtbare Bereich innerhalb deines Browserfensters, den du siehst, ohne scrollen zu müssen. Natürlich werden deine Seiten nicht so weiß sein, so leer. Du möchtest ja Inhalte zeigen, deine Besucher sollen wissen, wie du helfen kannst, was du anbietest. Aber: Wenn du deine Seite zupflasterst wie ein Litfaßsäule, dann wissen deine Leser nicht, wo sie anfangen sollen.
Nichts gegen Litfaßsäulen. Ich finde, Herr Ernst Litfaß hatte damals eine tolle Idee mit seiner Säule. Sogar im Zeitalter des Internets ist eine Säule zum Anbringen von Nachrichten eine tolle Sache. Litfaßsäulen beleben Innenstädte. Nicht selten lese ich beim Warten auf eine S-Bahn an der Litfaßsäule und schau mir die Poster an.
Leider denken viele Websitebetreiber, dass ihre Website dieselbe Aufgabe hat wie ein Litfaßsäule. Ein Grafikelement, ein Banner, eine Foto, ein Textblock neben dem nächsten.


Was fehlt ist der Weißraum. Was ist Weißraum?
Weißraum bezeichnet den Raum zwischen den einzelnen Elementen einer grafischen Gestaltung. Also der Raum zwischen 2 oder mehreren Textblöcken, der Raum zwischen dem Menü und dem Text, der Raum zwischen Fotos und Textblöcken und so weiter.
Genauso gibt es Beziehungen zwischen Text-Bild, Bild-Rand etc. Der sogenannte Weißraum ist wichtig für die Wirkung von Text und Bild.
Weißraum bringt also zusätzliche Aussagen. Eine gute Lesbarkeit einer grafischen Oberfläche (die lesbare Fläche eine Webseite ist auch eine grafische Oberfläche) wird durch den Weißraum gefördert. Der Weißraum hat mehrere Aufgaben:
- Weißraum sorgt für Aufgeräumtheit,
- Weißraum führt den Blick der Leser
- Weißraum trennt die einzelnen Bereiche einer Webseite
- Weißraum sorgt dafür, dass sich das Auge beim Lesen immer wieder ausruhen kann
Mein Tipp also: Versuche, Weißraum in deine Seiten zu integrieren. Sei sparsam mit grafischen Elementen oder Fotos. Und gliedere Texte in einzelne Abschnitte. Auch so entsteht der wichtige Weißraum.
Konnte ich dir mit meinen Tipps helfen? Fallen dir weitere haarsträubende Textsünden auf Websites auf? Dann schreib hier im Kommentar.
Du bist unsicher, ob deine Website gut lesbar ist?
Im Website-Sprint analysieren wir gemeinsam eine Seite deiner Website und verbessern:
- Textstruktur
- Schrift und Layout
- Lesbarkeit und Nutzerführung
→ Website-Sprint ansehen
FAQ zu: Wie gestalte ich Website-Texte lesbar