Website-Texte lesbar gestalten – 9 typische Fehler bei Lesbarkeit und Typografie

Dez. 11, 2020

Website-Texte lesbar gestalten, damit Besucher gern lesen

Egal womit du unterwegs bist: WordPress, Joomla, Typo 3 oder Baukastensysteme wie Jimdo, Squarespace oder Wix: Jedes System stellt unterschiedliche Anforderungen. Aber eine Arbeit musst du überall machen: Du musst dir Gedanken darüber machen, wie du deine Website richtig gestalten kannst. Richtig heißt: lesbar und verständlich.

Als Webdesignerin bewege ich mich in diesem Artikel in erster Linie im System WordPress. Aber die hier erwähnten Fehler werden mit jedem System gemacht.

Wenn du eine Website baust, bist du als Texter, Designer und Techniker unterwegs. Wenn du mit WordPress und einem guten Premium-Theme wie dem Divi arbeitest, dann nimmt dir das Theme viele Arbeiten ab. Ein professionelles Theme unterstützt dich in Design und Technik.

Egal, womit du deine Website erstellst: Viele der unten genannten Gestaltungsprobleme entstehen, weil vorab kein Website-Konzept entwickelt wurde.

Ein bisschen gesunder Menschenverstand, Logik und Einfühlungsvermögen ist trotzdem nicht verkehrt. Häufig beobachte ich auf Websites dieselben Fehler in der Gestaltung. Die schlimmsten Fehler sind aus meiner Sicht mangelnde Lesbarkeit der Texte. Damit du auf deiner Website diese Fehler vermeidest, hab ich diesen Blogpost geschrieben.

Mach es besser. Ich zeige dir hier, wie du deine Website-Texte richtig gestalten kannst, damit deine Besucher deine Texte gern lesen.

Fehler 1

Schlechte Lesbarkeit der Website-Texte durch zu breite Zeilen

Viel zu breite Textblöcke ist ein häufig zu beobachtendes Phänomen. Warum so viele Websitebetreiber diesen Fehler machen ist mir ein Rätsel. Breit laufende Zeilen lesen sich einfach extrem anstrengend. Ich bekomme davon Kopfschmerzen. Probier mal: Nimm ein normal großes Lineal (30 cm).

Tipp: DinA-4-Blatt quer vor dem Monitor

Falls du das nicht hast: Halte ein DinA4-Blatt quer vor deinen Augen. In dem Abstand, den du vor einem Monitor einnimmst. Also ca. 50 cm. Und nun wandere mit deinen Augen die gesamte Kante des Lineals oder des Blatts entlang: Von links, nach rechts, wieder zurück nach links, wieder nach rechts. Hin und her, von Ecke zu Ecke. Ein paar mal.

Das ist Schwerstarbeit für deine Augen. Das tut weh. Ich bekomme davon Kopfschmerzen. Jetzt wirst du einwenden: Okay, aber ich kann von links nacht rechts auch den Kopf bewegen. Klar. Beim Zuschauen eines Tennisspiels ist das normal. Da bewegt man den Kopf. Aber: Das macht keiner vor dem Monitor.

Es gibt verschiedene Kniffe, wie du dich an eine ideale Breite deiner Texte hältst. Eine einfache Möglichkeit ist: Lass den Text nicht breiter laufen als 15 – 25 cm. Abhängig von der Auflösung deines Displays. Natürlich ist dieses Hilfsmittel relativ. Relativ zu der Auflösung deines Notebook-Displays, von der Schriftgröße und dem Schrifttyp. Aber als grobe Richtung hilft diese Angabe.

Eine andere Empfehlung ist, die Texte nicht breiter laufen zu lassen als 800 Pixel. Aber dieser Tipp hat 2 Haken: Der 1. Haken: Pixel ist nicht gleich Pixel. Die Pixel eines Displays mit einer hohen Auflösung sind kleiner als die Pixel eines Displays, dessen Auflösung weniger groß sind. Das heißt: 800 Pixel sind nicht gleich 800 Pixel. Auf dem einen Display sind 800 Pixel 20 cm breit, auf einem anderen Display sind 800 Pixel 18 cm breit. Und 2 cm mehr oder weniger machen für die Lesbarkeit eines Textblocks viel aus!

Textbreite ist abhängig von Schriftgröße und Schriftart

Der 2. Haken: Die Breite eines Elements in responsiv programmierten Themes – wozu auch professionelle Premium-Themes von WordPress gehören – geben die Breite auch in Prozent an. Und selbst wenn die Breite eines Elements in Pixel angegeben ist – siehe oben. Eine sinnvolle Empfehlung ist die Anzahl der Zeichen in einer Zeile.

Meine Empfehlung: Nimm 70 bis 80 Zeichen (ohne Leerzeichen) in einer Zeile. Wobei dieser Wert wieder abhängig ist von der Schriftgröße und der Schriftart. Je größer die Schrift, desto weniger Zeichen. Je schlanker der Schriftschnitt, desto mehr Zeichen. Letztlich ist alles relativ. Behalt deshalb die Lauflänge in cm im Auge. Also gefühlt 18 – 25 cm ist ein guter Wert.

Fehler 2

Textwüsten: Die Textblöcke haben zu wenig Absätze

Ein wesentliches Element, wenn du deine Website-Texte richtig gestalten möchtest, ist der Absatz. Oder besser: die Absätze.

Leider wird häufig zu wenig auf dieses wichtige Element geachtet. Dabei nehmen die Texte einen Großteil der Fläche auf den Seiten ein. Wenn man von Foto-Websites absieht. Fehlende Absätze sind einer der Fehler: Häufig sieht man auf schlecht strukturierten Webseiten riesige Textblöcke ohne Gliederungen, mit wenig Absätzen. Die berüchtigten Textwüsten. Die Absatzlänge ist ein wichtiges Kriterium, wenn man eine Website richtig gestalten will.

Warum? Weil zu lange Absätze die Seite unübersichtlich machen. Mach es besser. Gliedere deine Texte in kurze, leicht verdauliche Happen. Plane viele Absätze ein. Mit höchstens 3 bis 5 Zeilen. Das Lesen am Rechner ist sehr anstrengend. Wenn du möchtest, dass deine Leser deine Seite nicht fluchtartig verlassen, dann strukturiere deine Texte. Setze viele Absätze, baue Listen ein, setze Grafiken in den Text. Da gibt’s viele Möglichkeiten. Sei kreativ. Gut sind Listen:

  • Listen bringen Abwechslung
  • Listen sind gut für das SEO
  • Listen lockern Texte auf
  • Listen lassen sich prima lesen
  • Listen bleiben super im Gedächtnis

Fehler 3

Schriften, die das Lesen der Website-Texte erschweren

Wie du ohne Arial, Tahoma oder Times schöne und lesbare Texte gestaltest

Vorbei die Zeit, als Websites mit der winzigen Auswahl von 3 bis 4 Schriften unterwegs waren. Damals musste man die Schriften für seine Website nehmen, von denen man ausgehen konnte, dass die auch auf dem Rechner des Websitebesuchers vorhanden sind.

Google Fonts

Nutzt du Google-Fonts? Oder hast du schon mal davon gehört? Ein super Tool. Nie war es so einfach wie heute, wirklich schöne und dennoch lesbare Schriften auf seiner Website zu nutzen. Die Auswahl an schönen Schriften ist fast grenzenlos. Aber wer die Wahl hat, hat die Qual.

Die meisten Websitebetreiber sind keine Designer. Und wissen eben nicht, welche Schriften zusammen harmonieren und welche nicht. Das ist allerdings noch das kleinere Problem. Das größte Problem ist: Viele Websiteinhaber nehmen Schriften, die in Fließtexten nur sehr schwer zu lesen sind.

Tipp: Auf Schriftschnitte achten

Beispiel: Es gibt Schriften, die sehr schlank gestaltet sind. Ich finde solche Schriften schick, sie sehen meist edel aus. Wie die Condensed-Schnitte mancher Schrifttypen. Die Schrift hier im Beispiel haben Condensed-Schrift. Sie ist schmal und schlank geschnitten. Aber: Im Fließtext eingesetzt, also in längeren Texten, sind solche Schriften eine Katastrophe. Besonders ältere Augen ab 50 haben größte Schwierigkeiten, solche Schriften zu lesen. Wir hier im Beispiel eine Helvetica Schlank.

Ebenso problematisch: Schriftschnitte, die sehr fein gestaltet wurden. Sie sehen edel aus, sind aber auf Displays anders als im Print ungünstig zu lesen.

Website-Texte lesbar gestalten: schmal geschnittene Schrift

website texte lesbar gestalten extra fein

 

Zum Stichwort Google Fonts ein wichtiger Tipp: Setze Google Fonts DSGVO-konform ein! Was das bedeutet und welche Auswirkungen es haben kann, wenn du die Google Fonts falsch anwendest, habe ich in diesem Artikel beschrieben. Dort liest du auch, wie du die Google Fonts richtig einsetzt.

Eine andere Problemschrift: Script-Schriften und Serifen

Script-Schriften sind Schriften, die aussehen wie von Hand geschrieben. Sie haben diesen menschlichen Touch, wirken nahbar und authentisch, bringen die emotionale Note in den Text, den Human Touch. Und zu vielen Branchen passen sie wunderbar. Zum Beispiel zu DIY-Angeboten.

Ich mag Script-Schriften. Aber: Sie sind oft miserabel lesbar. Kann man leider nicht anders sagen. Neulich ist mir genau das passiert: Eine wunderschön schnörkelige, weit geschwungene Schrift als Überschrift auf einer Website. Aber: Ich konnte einfach nicht auf dem ersten Blick erkennen, ob es sich beim f um ein f oder um ein s handelt. Ich kam ins Stocken. Ich musste mehrmals lesen. Es war ein s.

Ungünstig, wenn man 5 Sekunden braucht, um überhaupt die Schrift entziffern zu können. Und dann weitere wertvolle Sekunden um zu erfassen, welches Produkt die werte Dame bietet. (Sorry an dieser Stelle, aber Scriptschriften sieht man zu 99,9 Prozent bei AnbieterInnen). Daher meine Empfehlung: Sei vorsichtig im Gebrauch von Scriptschriften.

Serifen-Schriften sind ebenfalls Schriften, die im Fließtext oft nur schlecht lesbar sind, Ich sehe immer noch Websites mit Serifen-Schriften im Fließtext. Das Problem: In Überschriften, also relativ groß eingestellt und in groß eingestellten Fließtexten sind Serifen gut lesbar. Im „normalen“ Fließtext aber wird die Lesbarkeit schwieriger, da die Auf- und Abstriche (die „Schenkel“) der einzelnen Buchstaben unterschiedlich stark sind. Anders als auf physischen Seiten (Papier) sind sie auf Displays schwerer zu lesen, wenn sie zu klein sind. Im Gegensatz zu Serifen-Schriften haben Grotesk-Schriften nahezu identische Breiten der Ab- und Aufstriche (Grotesk: So nennt man Schriften ohne Serifen, wie etwa Arial oder Helvetica),

Website-Texte lesbar gestalten: Scriptschriften

Website-Texte lesbar gestalten: Serifenschriften

Fehler 4

Formatierungen der Texte, die das Lesen erschweren

Unnötige Formatierungen sind genauso schlimm. Wenn du deine Website richtig gestalten möchtest, kannst du auch auf diesen Punkt achten.Was verstehe ich unter „unnötigen Formatierungen“? Auf einer Website mit Rezepten hab ich neulich einen Text lesen müssen, der in 6 längeren Absätzen mit Kursivschrift geschrieben wurde. Ich musste 3 mal lesen, um den Text erfassen zu können. Im längeren Fließtext ist Kursivschrift das reinste Augenpulver.

Website-Texte lesbar gestalten: Kursiv geschnittene Schrift

Fehler 5

Website-Texte mit zu kleiner Schrift und ungünstigem Zeilenabstand

Du merkst: Zu Schriften gibt es viel zu schreiben.

Leider machen sich die wenigsten wirklich Gedanken um diesen so wichtigen Punkt. Wichtig ist der Inhalt – alles andere zeigt sich schon. Aber: Was nützt das schönste Layout der Website, die tollsten Farben, die briliantesten Bilder, der hilfreichste Inhalt – wenn ich Probleme habe, die Schrift zu lesen? Wenn du deine Website-Texte richtig gestalten möchtest, achtest du auch auf die Schriftgröße und den Zeilenabstand.

Häufig sehe ich auf Websites zu kleine Schrift und / oder zu enge Zeilenabstände. Das ist echt eine Herausforderung für jeden Leser. Und wenn du möchtest, dass wirklich alle Altersgruppen deine Inhalte sehen, dann lass auch mal ältere Augen deine Texte lesen. Die werden mit der Lesbarkeit nämlich weit mehr Probleme haben als deine 20 Jahre jüngeren Leser und Leserinnen.

Auch ein falscher Zeilenabstand kann die Lesbarkeit beeinflussen. Ist der Zeilenabstand zu gering, wird das Lesen anstrengend. Ist der Zeilenabstand zu weit, besteht die Gefahr, dass sich dein Leser auf deiner Website verliert. Und es muss unnötig gescrollt werden.

Fehler 6

Komplizierte Sätze in Website-Texten, die die Lesbarkeit vermindern

Schachtelsätze und Fremdwörter ade: Einfachheit schlägt Kompliziertheit

Zugegeben: Jetzt hab ich mich sehr weit aus dem Fenster gehängt: Denn der Inhalt hat nicht wirklich etwas mit der Gestaltung der Website zu tun. Aber: Mit der Formulierung deiner Texte kannst du dazu beitragen, wie gern die Besucher deine Texte lesen. Durch zu komplizierten Satzbau kannst du das Lesen erschweren. Je einfacher die Texte zu lesen sind, desto besser für deine Website, weil deine Besucher dann länger auf deiner Website bleiben. Und das ist nebenbei bemerkt gut für das SEO.

Auf dem PC oder Smartphone lesen ist anstrengend für die Augen. Und: Texte im Internet werden eher gescannt als ausführlich gelesen, anders als Bücher. Und wenn du in einfachen Worten und kurzen Sätzen schreibst, machst du es deinen Lesern leichter. Du wirkst nicht schlauer oder professioneller, wenn du Thomas-Mann-Schachtelsätze baust oder Fachbegriffe wie ein Wissenschaftler anwendest.

Wenn du komplizierte Sätze bildest, passiert nur eins: Du wirst nicht verstanden. Worauf musst du also achten?

  • Einfachheit: Kurze Sätze, kurze Wörter, überflüssige Fachbegriffe vermeiden
  • Syntax: Pro Satz sollte nur ein Gedanke ausgedrückt werden. Das Wesentliche steht am am Anfang des Satzes.
  • Prägnanz: viele Verben und die Anwendung von Metaphern machen den Text lebendig (und leichter verständlich)

Übrigens gibt es zur Ermittlung der Lesefreundlichkeit sogar eine wissenschaftliche Herangehensweise.

Der Flesch Reading Ease

Hast du schon mal was von Flesch Reading Ease gehört? Der Flesch Reading Ease (FRE) wird für die Lesbarkeit von Texten angewendet. Dazu wird der FRE aus verschiedenen Faktoren berechnet. Unter anderem die oben genannten. Der Grad der Lesbarkeit wird mit einem Index ausgedrückt. Diesen Index kannst du sogar überprüfen lassen.

Gib hier deinen Text ein und du erhältst den Index: fleschindex.de/berechnen

Ein hilfreiches Buch zu dem Thema ist das Buch „Deutsch für junge Profis“ von Wolf Schneider. Lesenswert auch „Das Leben und das Schreiben“ von Stephen King. Wie, DER Stephen King? Der mit „The Shining“ oder „Carrie“? Genau. Dass ich Horrofilm-Fan bin kann ich nicht gerade sagen. Das Buch empfehle ich trotzdem gern.

Fehler 7

Zu wenig Kontrast der Website-Texte

Ungünstige Kontraste wirken sich besonders bei den Texten negativ auf die Lesbarkeit aus. Beispiel: Wenn die Farbe der Schrift auf deiner Website ein heller Grauton ist und der Text auf weißem Grund steht, dann ist der Kontrast zu gering. Besonders ältere Augen haben Schwierigkeiten, solche Texte zu lesen.

Genauso dramatisch sind bestimmte Farbkombinationen: gelbe Schrift auf rotem Grund. Hellblau auf Dunkelblau.

Egal, welche Zielgruppe du mit deiner Website ansprichst, ob junge Eltern oder Senioren: Du weißt nie, wie gut die Augen deiner Leser sind. Egal ob jung oder alt. Deshalb achte immer darauf, dass die Kontraste ausreichend sind. Du musst es deinen Leser ja nicht unnötig schwer machen. Auch wenn es megaschick aussieht… Kontraste und wie gut die Lesbarkeit ist, kann man übrigens gut mit entsprechenden Online-Tools checken.

Website-Texte lesbar gestalten: dunkler Text auf dunkelblauem Hintergrund

Website-Texte lesbar gestalten: farbiger Text auf farbigem Hintergrund

Fehler 8

Zu viele unterschiedliche Farben

Die Übersicht und damit die Lesbarkeit wird verringert

Wie häufig hab ich das gesehen: Websites, die aussehen wie zugeklebte Litfasssäulen. Hier ein Bild, da eine Grafik, viele unterschiedliche Farben: knallbunt und überladen waren die Websites.

Die Elemente einer Website haben zwei Aufgaben:

  • die Leser informieren und
  • die Leser beim Lesen führen.

Form follows function: Die Inhalte sollten immer der Maßstab sein für die Gestaltung. Das betrifft Texte, Grafiken, Fotos, Farben, Schriften, Weißräume – alle Gestaltungsmerkmale einer Website. Farben: Wenig Akzentfarben sind sinnvoll. Farbliche Akzente helfen beim Lesen und strukturieren die Seite. Biete Abwechslung und mach mit sparsam und klug eingesetzten Akzentfarben das Lesen angenehmer.

Wenn du zu viel Bilder und Farben einsetzt, dann ermüdet das Auge schnell, der Leser ist in Nullkommanix von der Reizüberflutung übersättigt und hat wenig Lust, weiterzulesen. Außerdem führt zu viel Bunt schnell dazu, dass der Leser das Wesentliche aus den Augen verliert. Du möchtest ja, dass deine Leser deine Texte lesen. Dein Produkt kaufen. Zu viel unterschiedliche Farben lenken dabei ab. Manchmal ist weniger mehr…

Fehler 9

Fehlender Weißraum lässt deine Seiten unruhig wirken

Jeder kennt die Start-Seite von Google: Minimalistisch, pur, reduziert. Ein weißes, ziemlich leeres Feld. In der Mitte das Suchfeld, in das man sein Suchbegriff eingeben kann. Mehr nicht. Jeder weiß sofort, was er/sie dort auf der Seite machen soll: ein Suchbegriff eingeben. Nichts lenkt vom eigentlichen Inhalt ab. Keine Werbung links, keine nervigen Banner, keine Links.

Alle weiteren Produkte von Google findet man – unauffällig und nicht störend – in der oberen rechten Ecke. Die gesamte Seite wirkt sehr aufgeräumt und klar. Das ist kein Zufall. Der Besucher der Seite soll sich voll und ganz auf seine Suche konzentrieren. Nichts soll ihn ablenken. Kein Link soll ihn auf eine andere Seite locken. Und das Suchfeld ist in der Mitte des Viewports, damit der sofort beim Öffnen der Seite zu sehen ist.

Weißraum sorgt für Luft, Kontext, Ruhe, Fokussierung

Erklärung: Viewport ist der sichtbare Bereich innerhalb deines Browserfensters, den du siehst, ohne scrollen zu müssen. Natürlich werden deine Seiten nicht so weiß sein, so leer. Du möchtest ja Inhalte zeigen, deine Besucher sollen wissen, wie du helfen kannst, was du anbietest. Aber: Wenn du deine Seite zupflasterst wie ein Litfaßsäule, dann wissen deine Leser nicht, wo sie anfangen sollen.

Nichts gegen Litfaßsäulen. Ich finde, Herr Ernst Litfaß hatte damals eine tolle Idee mit seiner Säule. Sogar im Zeitalter des Internets ist eine Säule zum Anbringen von Nachrichten eine tolle Sache. Litfaßsäulen beleben Innenstädte. Nicht selten lese ich beim Warten auf eine S-Bahn an der Litfaßsäule und schau mir die Poster an.

Leider denken viele Websitebetreiber, dass ihre Website dieselbe Aufgabe hat wie ein Litfaßsäule. Ein Grafikelement, ein Banner, eine Foto, ein Textblock neben dem nächsten.

Website-Texte lesbar gestalten: ohne Weißraum

Website-Texte lesbar gestalten: mit Weißraum

Was fehlt ist der Weißraum. Was ist Weißraum?

Weißraum bezeichnet den Raum zwischen den einzelnen Elementen einer grafischen Gestaltung. Also der Raum zwischen 2 oder mehreren Textblöcken, der Raum zwischen dem Menü und dem Text, der Raum zwischen Fotos und Textblöcken und so weiter.

Genauso gibt es Beziehungen zwischen Text-Bild, Bild-Rand etc. Der sogenannte Weißraum ist wichtig für die Wirkung von Text und Bild.

Weißraum bringt also zusätzliche Aussagen. Eine gute Lesbarkeit einer grafischen Oberfläche (die lesbare Fläche eine Webseite ist auch eine grafische Oberfläche) wird durch den Weißraum gefördert. Der Weißraum hat mehrere Aufgaben:

  • Weißraum sorgt für Aufgeräumtheit,
  • Weißraum führt den Blick der Leser
  • Weißraum trennt die einzelnen Bereiche einer Webseite
  • Weißraum sorgt dafür, dass sich das Auge beim Lesen immer wieder ausruhen kann

Mein Tipp also: Versuche, Weißraum in deine Seiten zu integrieren. Sei sparsam mit grafischen Elementen oder Fotos. Und gliedere Texte in einzelne Abschnitte. Auch so entsteht der wichtige Weißraum.

Konnte ich dir mit meinen Tipps helfen? Fallen dir weitere haarsträubende Textsünden auf Websites auf? Dann schreib hier im Kommentar.

Du bist unsicher, ob deine Website gut lesbar ist?

Im Website-Sprint analysieren wir gemeinsam eine Seite deiner Website und verbessern:

  • Textstruktur
  • Schrift und Layout
  • Lesbarkeit und Nutzerführung

→ Website-Sprint ansehen

FAQ zu: Wie gestalte ich Website-Texte lesbar

Warum ist Lesbarkeit auf Websites so wichtig?

Lesbarkeit entscheidet darüber, ob Besucher einen Text tatsächlich lesen oder sofort abspringen. Auf dem Bildschirm werden Texte meist nur gescannt. Klare Struktur, passende Schriftgrößen und kurze Absätze helfen dem Auge, Inhalte schnell zu erfassen. Das erhöht die Verweildauer und wirkt sich indirekt positiv auf SEO aus.

Wie lang sollten Absätze auf einer Website sein?

Absätze sollten kurz sein. Ideal sind etwa 3–5 Zeilen. Lange Textblöcke wirken wie „Textwüsten“ und schrecken Leser ab. Viele Absätze, Zwischenüberschriften und Listen machen Inhalte leichter erfassbar.

Welche Schriften eignen sich für Website-Texte?

Für Fließtexte eignen sich gut lesbare Grotesk-Schriften (serifenlose Schriften, wie Arial). Sehr schmale Schnitte, Script-Schriften oder extrem feine Schriftschnitte erschweren das Lesen auf Bildschirmen und sollten nur sparsam eingesetzt werden.

Welche Schriftgröße ist für Fließtexte sinnvoll?

Fließtexte sollten groß genug sein, damit sie auch auf mobilen Geräten und für ältere Augen gut lesbar sind. Zusätzlich sollte der Zeilenabstand ausreichend sein. Zu kleine Schrift oder zu enger Zeilenabstand machen Texte schnell anstrengend.

Warum sind einfache Sätze auf Websites besser?

Kurze, klare Sätze lassen sich schneller erfassen. Komplizierte Satzkonstruktionen oder viele Fachbegriffe erschweren das Lesen und führen dazu, dass Besucher Texte abbrechen. Einfachheit erhöht die Verständlichkeit.

Was bedeutet „Weißraum“ im Webdesign?

Weißraum ist der Abstand zwischen Elementen wie Text, Bildern oder Abschnitten. Er sorgt für Ruhe, Orientierung und bessere Lesbarkeit. Seiten ohne Weißraum wirken überladen und unübersichtlich.

Constanze Straub

ist seit 23 Jahren Gestalterin für visuelle Kommunikation. Nach vielen Jahren in der Marken- und Designarbeit konzentriert sie sich heute auf strategisch konzipierte Websites für etablierte Selbständige. Sie führt Struktur, Design und Sprache zu einem professionellen Gesamtauftritt zusammen, der Positionierung klar sichtbar macht und Vertrauen aufbaut.

Wenn sie nicht am Mac sitzt, steht sie mit Pinsel und Spachtel an der Staffelei, flitzt mit dem Rad durch die Natur oder wirft Boulekugeln auf norddeutschen Sandplätzen.

6 Kommentare

  1. Birgit Gosejacob

    Lieben Dank Constanze! Das ist mal richtig hilfreich. Bin gerade dabei diverse Seiten zu „entrümpeln“. Ja, weniger ist oft mehr 😉 Den Flashindex kannte ich noch nicht. Werde gleich mal testen.

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  2. Verena

    Vielen Dank für deinen Artikel. Ich konnte viele wertvolle Tipps mitnehmen.

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  3. Virginia

    Super ausführlich und verständlich geschrieben. Obwohl lang gut strukturiert. Top

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  4. Michaela

    Danke für diesen Blog, liebe Constanze. Ich fühle mich sehr bestätigt. Wie oft ärgere ich mich beim Lesen über minikleine hellgraue Schrift auf weißem Hintergrund. Als wäre klein und kontrastarm der Trend der Zeit. Liebe Grüße, Michaela

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  5. Susanna

    Wow, Constanze, vielen Dank für so viel Information zum Thema Scheiben und den Link zum Testen des eigenen Textes 🙂

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