Website Konzept erstellen – 9 strategische Punkte für eine erfolgreiche Website

Feb. 18, 2026

Warum viele Websites ohne Konzept nicht funktionieren

Was macht eigentlich eine erfolgreiche Website aus?
Kurz gesagt: Sie bringt dir Kunden.

Aber wie wird eine Website erfolgreich? Was konkret muss ich tun, damit sie nicht nur gut aussieht, sondern tatsächlich arbeitet? Damit sie sichtbar wird, Vertrauen aufbaut und Anfragen vorbereitet?

Eine erfolgreiche Website setzt sich aus unzähligen kleinen Puzzleteilen zusammen, thematisch gruppiert in Inhalt, Design und Technik. Und damit all diese Teilchen ein erfolgreiches Ganzes ergeben, muss vorher sortiert und strukturiert werden.

In diesem Artikel erfährst du, wie du ein Website Konzept erstellen kannst – anhand von 9 strategischen Schritten aus meiner Praxis.

Das steht am Anfang jeder professionellen Website. Eine konvertierende Website beginnt nicht mit einem Theme und nicht mit Farben – sondern mit Vorüberlegungen. Denn das schönste Design und die modernste Technik nutzen nichts, wenn die Besucher auf der Website nicht finden, was sie suchen – oder nicht verstehen, warum sie bleiben sollten.

Was ist ein Website Konzept?

Ein Website-Konzept ist die strategische Grundlage einer Website. Es klärt Zielgruppe, Struktur, Inhalte, Suchintention und technische Umsetzung – bevor Gestaltung beginnt. Und genau hier liegt der Unterschied: Eine Sitemap ist noch kein Website-Konzept. Ein schönes Layout ersetzt keine Struktur. Und ein Relaunch ohne gedankliche Vorarbeit bleibt Kosmetik.

Ein gutes Website Konzept ist die Blaupause für deine Online-Präsenz. Es ist Plan und strategische Grundlage deiner Website. Es beantwortet die grundlegenden Fragen:

Für wen ist diese Website gedacht?
Welches Kernangebot steht im Mittelpunkt?
Welche Botschaft soll zuerst verstanden werden?
Welche Seiten braucht es wirklich?
Wie werden Inhalte gewichtet?
Welche Handlung soll vorbereitet werden?

Website Konzept erstellen: Der strategische Ablauf

Wenn wir ein Website Konzept erstellen, strukturieren wir Inhalte, bevor sie gestaltet werden. Es legt die Seitenarchitektur fest und definiert Prioritäten. Es sorgt dafür, dass deine Website nicht nur gut aussieht, sondern klar führt.

Und vor allem:
Es sorgt dafür, dass deine Website deinem heutigen Business entspricht – nicht der Version von vor fünf Jahren.

Warum ich heute keine Website mehr ohne Konzept starte

Als ich vor 20 Jahren begann, Websites umzusetzen, musste ich erst einmal Lehrgeld zahlen. Ich habe intuitiv gearbeitet. Iterativ. Und ich dachte, das reicht.

Was brauche ich?
Was habe ich?
Eine kurze Skizze reicht doch.

Die Idee und das Layout hatte ich im Kopf.
Ein Konzept? Wieso das denn?

Blöd nur: Noch während ich an der Technik saß, kamen neue Design-Ideen. Dann fiel mir eine Textänderung ein. Ein Bild hier, ein Abschnitt dort. Und plötzlich passte die Struktur nicht mehr.

Also zurück an den Code.
Ich bin hin- und her gesprungen zwischen Inhalt, Gestaltung und Technik.

Drei völlig unterschiedliche Bereiche.

Ergebnis: Stress. Und Zeitverlust.

Heute weiß ich: Nicht die Technik war das Problem. Nicht das Design. Nicht einmal der Inhalt.

Es fehlte die Architektur davor.

Und genau das ist die konzeptionelle Grundlage.

  • Es trennt Denkprozesse voneinander.
  • Es bündelt Entscheidungen.
  • Es schafft eine logische Reihenfolge,

Eine Website entsteht nicht dadurch, dass man Module verschiebt.
Sie entsteht dadurch, dass man vorher Klarheit schafft.

Seitdem starte ich kein Projekt mehr ohne diese gedankliche Vorarbeit.
Und ich empfehle das auch niemandem, der seine Website als Instrument für sein Business begreift.

Beispiel aus meiner Praxis: Website-Konzept für eine Ernährungsberaterin

In diesem Artikel geht es mir nicht um Theorie, sondern um meine konkrete Arbeitsweise. Ich zeige dir, welche strategischen Fragen ich vor jedem Projekt kläre – lange bevor Design oder Technik ins Spiel kommen.

  • Was mache ich als allererstes, bevor ich eine Website aufbaue?
  • Welche Entscheidungen treffe ich, bevor auch nur ein Layout entsteht?

Das Beispiel ist die Website einer Ernährungsberaterin für Frauen in den Wechseljahren.

Bevor ich nur einen Pixel schiebe, kläre ich gemeinsam mit der Kundin die Grundlagen: Zielgruppe, Gewichtung der Angebote, Positionierung, Struktur.  Ich mache mir Notizen. Ich zeichne Skizzen. Aber nicht, um eine hübsche Sitemap zu basteln – sondern um die Architektur festzulegen. Diese Vorarbeit ist kein Beiwerk. Sie ist der Plan. Ähnlich dem Grundriss zum Bau eines Hauses.

Stimmt der Grundriss nicht, hilft später auch die schönste Fassade nichts.

Wenn ich mit einer Kundin ein Website Konzept erstellen will, gehe ich strukturiert vor. Diese 9 strategischen Punkte kläre ich in jedem Projekt.

1. Zielgruppe konkretisieren – Für wen ist diese Website wirklich gedacht?

Bevor ich mit Kundinnen über Ziele, Seiten oder Angebote spreche, klären wir zuerst die Zielgruppe.

Das ist immer der erste Schritt. Manchmal ist die Zielgruppe schon klar formuliert, wie bei meiner Kundin, der Ernährungsberaterin für Frauen in den Wechseljahren. In diesem Fall wussten wir zu Beginn zumindest, in welche Richtung wir denken. Oft genug jedoch sind die Zielgruppen deutlich unklarer.

Dann überlegen wir in die Tiefe. Das Website Konzept spiegelt diese Überlegungen wider – nicht nur in Worten, sondern später in Struktur, Gewichtung und Tonalität.
Doch auch bei meinem Beispiel reicht „Ich begleite Frauen“ nicht. „Ich arbeite mit Frauen, die sich gesünder ernähren möchten“ ebenfalls nicht.

Das sind Beschreibungen. Aber noch keine strategische Grundlage für eine Website.

Eine Website spricht nie „alle“ an. Sie spricht immer eine klar definierte Menschengruppe an – oder sie bleibt austauschbar.

Warum „alle“ für Google und für deine Positionierung „niemand“ bedeutet

Bei der Ernährungsberaterin für Frauen in den Wechseljahren klingt die Zielgruppe zunächst klar. Doch auch hier stelle ich weitere Fragen.

  • Wie alt sind diese Frauen?
  • In welchem Umfeld leben sie?
  • Stehen sie mitten im Berufsleben oder in einer Phase des Umbruchs?
  • Kommen sie mit akuten Beschwerden wie Schlafproblemen, Gewichtszunahme oder Hitzewallungen – oder suchen sie präventive Begleitung?
  • Wollen sie medizinisch fundierte Erklärungen oder eher praktische, alltagstaugliche Lösungen?

Diese Differenzierungen entscheiden darüber, wie die Website später klingt, welche Beispiele gewählt werden, welche Begriffe wir verwenden und wie tief wir in bestimmte Themen einsteigen. Eine berufstätige Frau, die zwischen Job, Familie und eigener Gesundheit jongliert, liest anders als eine Frau, die Single ist und Zeit hat, sich intensiv in Fachliteratur einzulesen.

Gerade wenn die Zielgruppe noch nicht klar ist, nehme ich mir an dieser Stelle Zeit. Wir schauen uns bisherige Kundinnen an, sprechen über gelungene und weniger gelungene Projekte, über Gespräche, die gut verliefen – und über solche, die anstrengend waren. Oft zeigt sich dabei sehr deutlich, mit wem meine Kundin wirklich arbeiten möchte – und mit wem nicht.

Erst wenn diese Zielgruppe klar vor Augen steht, kann ich weiterdenken. Denn von ihr hängt alles Weitere ab:

  • die Funktion der Website
  • die Gewichtung der Angebote
  • die Struktur
  • die Sprache
  • das Bildkonzept
  • das Design

Ohne diese Grundlagen könnte ich zwar eine Website bauen. Aber keine, die gezielt Vertrauen aufbaut, die Positionierung stärkt und langfristig die richtigen Anfragen anzieht.

Für mich beginnt ein Website Konzept deshalb immer mit der Frage:

Für wen genau machen wir das hier?

2. Was machen direkte Wettbewerber? Ein strategischer Realitätscheck

Nachdem wir die Zielgruppe geklärt haben, schaue ich zur Seite: die Mitbewerber.

Nein, nicht um zu kopieren. Eine Markanalyse gehört dazu: Wir müssen das Spielfeld verstehen, auf dem sich meine Kundin bewegt.

Bei der Ernährungsberaterin für Frauen in den Wechseljahren heißt das konkret: Ich google.

„Ernährungsberatung Wechseljahre“, „Ernährungsberaterin Hormonbeschwerden“, vielleicht auch regional kombiniert mit einer Stadt. Ich sehe mir an, wer gut sichtbar ist, wie diese Websites aufgebaut sind und welche Sprache dort gesprochen wird.

Sehr schnell erkenne ich Muster. Bestimmte Begriffe tauchen immer wieder auf: „ganzheitlich“, „individuell“, „natürlich“, „im Einklang mit deinem Körper“. Das sind keine falschen Begriffe – aber wenn alle sie verwenden, werden sie beliebig, austauschbar.

Auch die Bildwelt wiederholt sich: lachende Frauen mittleren Alters, Kräuter, Teetassen, viel Grün. Wenn alles ähnlich klingt und ähnlich aussieht, entsteht kein klarer Unterschied. Und genau dort beginnt die strategische Entscheidung.

Passt unsere definierte Zielgruppe in dieses Bild – oder setzen wir bewusst einen anderen Akzent? Wenn alle weich und „wohlfühlig“ auftreten, kann es sinnvoll sein, stärker auf Klarheit und Struktur zu setzen. Wenn viele sehr medizinisch argumentieren, kann eine zugänglichere, alltagstaugliche Sprache ein Unterschied sein. Der Blick auf die Mitbewerber hilft uns auch dabei, Überfrachtung zu erkennen. Manche Websites versuchen, alles gleichzeitig abzudecken: Wechseljahre, Darmgesundheit, Gewichtsreduktion, Stressmanagement, Nahrungsergänzung, Rezepte, Workshops.

Auf den ersten Blick wirkt das umfangreiche Angebot attraktiv. Auf den zweiten Blick wird es unübersichtlich. Das bedeutet: Wir prüfen nicht nur, wo sich meine Kundin einordnet – sondern wo sie sich bewusst positionieren möchte.

Vielleicht liegt ihre Stärke genau darin, sich ausschließlich auf ein klar umrissenes Thema zu konzentrieren. Vielleicht ist es ihre ruhige, strukturierte Art. Vielleicht ihr wissenschaftlicher Hintergrund. Vielleicht ihre Erfahrung in der Lebensmittelindustrie.

Positionierung ist keine zufällige Eigenschaft. Sie ist eine Entscheidung.

Diese Analyse ist kein großes Marktforschungsprojekt. Sie ist ein realistischer Abgleich zwischen Zielgruppe, Markt und eigener Haltung.

Wir schauen uns an, was bereits da ist – und entscheiden dann bewusst, wie unsere Website darin bestehen soll. Erst danach gehe ich wieder zurück und definiere mit der Kundin genauer, welche Funktion ihre Website im Vergleich zu anderen übernehmen soll.

So entsteht aus Zielgruppe und Marktbeobachtung eine fundierte Grundlage für den nächsten Schritt.

3. Ziel und Funktion der Website: Welche Aufgabe soll deine Website erfüllen?

Bevor ich über Seiten spreche, kläre ich mit meiner Kundin zuerst eine grundlegende Frage:

Wofür ist diese Website eigentlich da?

Das klingt banal. Ist es aber nicht.

Viele antworten spontan: „Na ja, sichtbar sein.“ Oder: „Informationen bereitstellen.“ Manchmal auch: „Damit man mich findet.“

Doch das sind Zustände – keine strategischen Ziele.

Bei der Ernährungsberaterin für Frauen in den Wechseljahren frage ich konkreter. Möchte sie in erster Linie 1:1-Beratungen verkaufen? Gruppenprogramme? Einen Onlinekurs? Möchte sie Vorträge anbieten? Oder geht es ihr darum, über einen Newsletter langfristig Vertrauen aufzubauen?

Je nachdem verändert sich die gesamte Ausrichtung der Website. Eine Website kann sehr unterschiedliche Funktionen haben. Sie kann ein digitales Schaufenster sein, eine Terminmaschine, eine Vertrauensplattform oder eine Verkaufsseite. Sie kann informieren, vorbereiten, überzeugen oder direkt verkaufen.

In der Praxis vermischt sich das oft.

Im Konzept entscheide ich mich bewusst, welche Funktion im Vordergrund steht. Denn eine Website kann vieles – aber sie sollte nicht alles gleichzeitig priorisieren.

Wenn die Ernährungsberaterin sagt: „Ich möchte vor allem 1:1-Beratungen verkaufen“, dann muss sich das in der Struktur widerspiegeln. Dann steht dieses Angebot im Mittelpunkt. Wenn sie hingegen sagt: „Ich möchte mittelfristig einen Onlinekurs aufbauen und zunächst Reichweite über Inhalte aufbauen“, verschiebt sich der Schwerpunkt deutlich in Richtung Blog und Newsletter-Angebot.

An diesem Punkt grenzen wir auch ein, welche Art von Anfragen sie bekommen möchte – und welche nicht. Möchte sie nur Selbstzahlerinnen? Möchte sie bestimmte Themen ausschließen? Arbeitet sie mit klar definierten Schwerpunkten oder eher offen?

All das gehört zur Funktion der Website. Erst wenn diese Funktion klar ist, kann ich weiterdenken. Denn sie entscheidet darüber,

  • welche Seiten wir brauchen,
  • wie wir Inhalte gewichten,
  • welche Angebote im Zentrum stehen,
  • und welche Handlung am Ende vorbereitet wird.

Ohne diese Klarheit könnte ich später ein schönes Layout bauen – aber keine Website, die gezielt arbeitet und unternehmerisch arbeitet. Das ist ein zentraler strategischer Punkt, wenn wir ein Website Konzept erstellen:

Die Website ist kein Selbstzweck. Sie hat eine Aufgabe. Und diese Aufgabe definieren wir, bevor irgendetwas gestaltet wird.

4. Websitestruktur und Informationsarchitektur

Vor der technischen Arbeit zeichne ich die grobe Struktur auf. Und zwar ganz oldschool: mit Farbstift auf Papier.

Ich arbeite bewusst analog. Auf Papier sehe ich die gesamte Struktur auf einen Blick. Ich kann Bereiche einkreisen oder streichen, ohne dass ich in einem Programm in Ebenen und Module denken muss. Die Zusammenhänge erschließen sich mir so viel unmittelbarer.

Dazu legen wir vorher die groben Inhalte fest. Im Idealfall liegen die Texte bereits vor. Das ist allerdings selten so. Oft gibt es einzelne Textbausteine, alte Webseiten, Stichpunkte oder nur Gedanken im Kopf der Kundin. Genau deshalb ist dieser Schritt so wichtig.

Wir sortieren zunächst stichwortartig das, was existiert – und benennen klar, was noch fehlt. Schon hier entstehen die ersten strategischen Entscheidungen. Bei der Ernährungsberaterin sammeln wir zunächst die Hauptbereiche: Startseite, Über mich, Angebot. Vielleicht zwei unterschiedliche Beratungsformate. Eventuell ein Blog. Ein Bereich für häufige Fragen. Manchmal kommt ein Newsletter dazu oder ein Download-Angebot.

Das sind noch keine ausgearbeiteten Texte, sondern Themenfelder. Erst wenn diese groben Inhaltsbereiche feststehen, beginne ich mit der eigentlichen Strukturarbeit. Jetzt zeichne ich. Und jetzt wird entschieden.

  • Welche dieser Inhalte gehören in die Hauptnavigation?
  • Was ist zentral, was untergeordnet?

Welche Angebote stehen nebeneinander – und welche sind eigentlich Variationen desselben Themas?

Bei der Ernährungsberaterin kann sich zum Beispiel zeigen, dass zwei geplante Angebote inhaltlich sehr ähnlich sind. Das könnte Besucherinnen verwirren. Oder wir merken, dass ein zusätzlich geplanter Rezeptbereich zwar sympathisch ist, aber von der der individuellen Beratung ablenkt.

In diesem Fall war die bessere Entscheidung, die Rezept-Tipps in einem Newsletter zu veröffentlichen. Die Website und der Fokus blieben eindeutiger.

Informationsarchitektur bedeutet für mich, Ordnung in Inhalte zu bringen. Eine klare Hierarchie zu schaffen. Ebenen zu definieren. Besucherinnen sollen intuitiv verstehen, wo sie sich befinden, was wichtig ist und wie sie weiterkommen.

Die handgezeichnete Skizze ist noch kein Layout – sondern eine funktionale Struktur. Sie zeigt, welche Seiten es gibt, wie sie zusammenhängen und welchen Weg eine Besucherin typischerweise nimmt.

Diese Skizze ist unser Grundriss.
Und wie beim Hausbau gilt: Wenn der Grundriss nicht stimmt, hilft später auch keine schöne Fassade. Dann wird improvisiert, umgebaut – oder eben mit einem WC ohne Wasseranschluss gelebt.

5. Content Strategie – Texte und Bilder

Auf die richtige Sprache kommt es an

Wenn die Struktur steht, füllen wir sie nicht einfach mit Text. Wir überlegen, welche Inhalte welche Aufgabe übernehmen. Die Architektur gibt den Rahmen vor, aber der Content entscheidet, ob eine Website Erfolg hat.

Bei der Ernährungsberaterin bedeutet das: Welche Themen gehören auf die Startseite – und welche nicht? Was muss eine Besucherin sofort verstehen, und was kann später folgen? Ich prüfe gemeinsam mit der Kundin, ob ihre bisherigen Texte wirklich die Fragen ihrer Zielgruppe beantworten oder ob sie eher ihr eigenes Fachwissen darstellen.

Viele Texte entstehen aus der Perspektive: „Was kann ich?“ Das sehe ich leider noch auf vielen Websites.

Ich frage: „Was braucht deine Kundin, um das Gefühl zu haben, verstanden zu sein?“

Wenn wir wissen, dass wir Frauen in den Wechseljahren ansprechen, die mit konkreten Beschwerden kämpfen, wie Hitzewallungen, Gewichtszunahme oder oder – dann muss sich genau das im Text widerspiegeln. Nicht allgemein „Ernährungsberatung“, sondern: Schlafprobleme, Hitzewallungen, Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen. Die Texte gehen konkret auf die Probleme ein. In einfacher Sprache, weil sie eher Gefühle anspricht.

Bilder ergänzen die Texte

Gleichzeitig denke ich die Bilder mit. Ich notiere mir früh, welche Atmosphäre entstehen soll. Ruhig und sachlich? Warm und einladend? Klar und strukturiert? Für die Ernährungsberaterin heißt das: Keine austauschbaren Stockfotos mit Avocado und Teetasse, wenn sie eigentlich fundiert und strukturiert arbeitet. Vielleicht braucht es Bilder, die Beratungssituationen zeigen. Oder eine Marktsituation, die zeigt, wo gesunde Ernährung beginnt. So spiegelt die Bildwelt das wider, was die Beratung wirklich ausmacht.

Als ausgebildete Fotografin sehe ich das besonders deutlich.

  • Ein Bild kann Atmosphäre schaffen.
  • Es kann Nähe herstellen.
  • Es kann Professionalität zeigen.
  • Falsch gewählt kann es aber die Aussage verwischen

Bilder sind mehr als nur Deko: Die Psychologie der Optik

Text und Bild entstehen nicht getrennt voneinander. Sie bilden eine Einheit. Wenn ein Abschnitt Vertrauen aufbauen soll, unterstütze ich das nicht nur durch Worte, sondern auch durch die Bildauswahl. Wenn ein Bereich Orientierung geben soll, braucht er klare Überschriften, eine nachvollziehbare Zwischenstruktur und eine verständliche Sprache.

Gleichzeitig kann man gerade bei Bildern einiges falsch machen. Immer wieder sehe ich viel zu große Dateigrößen: Fotos mit einer Dateigröße von über 100 KB verlangsamen die Ladezeit der Website. Und auch bei der Kompression und den Formaten werden viele Fehler gemacht. Wie du die vermeidest, habe ich in diesem Artikel beschrieben:

Content-Strategie bedeutet für mich deshalb nicht „viel Inhalt“, sondern gezielter Inhalt. Jede Seite bekommt eine Aufgabe. Jeder Abschnitt erfüllt eine Funktion. Und alles, was diese Funktion nicht unterstützt, kommt entweder an eine andere Stelle – oder fliegt raus.

Erst wenn Texte und Bilder in dieser Logik zusammenpassen, gehe ich zum nächsten Punkt über.

6. Suchmaschinenoptimierung – von Anfang an mitgedacht

Suchmaschinenoptimierung beginnt für mich nicht mit einem Plugin und auch nicht mit einer Liste von Keywords. Sie beginnt in dem Moment, in dem wir über Zielgruppe und Inhalte sprechen. SEO ist für mich Haltung und Denkweise. Deshalb steht SEO nicht etwas am Ende des Konzepts, sondern bereits an Punkt 6.

Bei der Ernährungsberaterin stellte sich früh die Frage: Wie suchen ihre potenziellen Kundinnen eigentlich? Geben sie „Ernährungsberatung Wechseljahre“ ein? „Hormonbeschwerden Ernährung“? „Gewichtszunahme ab 50“? Oder sehr konkrete Symptome wie „Schlafprobleme Wechseljahre was hilft“?

Diese Überlegungen beeinflussen bereits die Struktur.

Wenn wir wissen, dass viele Frauen mit konkreten Beschwerden suchen, kann es sinnvoll sein, diese Themen klar zu benennen – nicht versteckt im Fließtext, sondern sichtbar in Überschriften und eigenen Abschnitten. Wenn wir feststellen, dass der Begriff „Wechseljahre“ zwar gesucht wird, aber viele Mitbewerber ihn sehr allgemein verwenden, können wir präziser werden.

Suchmaschinenoptimierung heißt für mich: Die Sprache meiner Kundin mit der Sprache ihrer Zielgruppe abzugleichen.

Natürlich gibt es Begriffe, die fachlich interessant sind. Trotzdem stelle ich mir die Frage: Werden sie auch gesucht?

Wenn nicht, brauchen sie vielleicht keinen eigenen Schwerpunkt – oder sie müssen anders formuliert werden.

Später kommen technische Aspekte hinzu: saubere Überschriftenstruktur, sinnvolle Seitentitel, Meta-Beschreibungen, Ladezeiten. Aber die Grundlage entsteht hier, in der Konzeptphase.

Bei der Ernährungsberaterin bedeutet das konkret: Wir nennen eine Seite nicht einfach „Angebot“, sondern formulieren eindeutig, worum es geht. Oder wir entscheiden bewusst, ob ein Blog strategisch sinnvoll ist – oder ob ein Newsletter besser zur Zielsetzung passt.

SEO ist deshalb kein Zusatzpunkt am Ende des Projekts.

Es ist eine Denkweise, die das gesamte Website-Konzept durchzieht.

7. Webdesign – Stimmung, Farbe und Typografie

Form follows Content. Auch bei Websites.

Erst wenn Struktur, Inhalte und Suchbegriffe geklärt sind, beginne ich mit der gestalterischen Ebene.

Dafür lege ich ein Moodboard an.

Ich sammle visuelle Eindrücke, Farbwelten, Bildstimmungen, Typografie-Beispiele. Die Basis ist wieder das, was wir zuvor strategisch erarbeitet haben. Die Zielgruppe, die Positionierung und die Abgrenzung vom Wettbewerb geben hier meine Arbeit vor.

Bei der Ernährungsberaterin für Frauen in den Wechseljahren stellt sich zum Beispiel die Frage: Soll die Website weich und „wohlfühlig“ wirken – wie viele andere in diesem Bereich? Oder eher klar, strukturiert und sachlich? Soll sie mit warmen Naturtönen arbeiten oder mit reduzierten, aber eindeutigen Farben?
Was lässt sich als primäre Farbe definieren und welche Farbe wählen wir für Buttons – die auffällig, aber nicht zu knallig sein sollen, um nicht vom Thema abzulenken? Welche Typografie transportiert Vertrauen, ohne beliebig zu sein?

Das Moodboard ist keine Spielerei oder nettes Gimmik, sondern hilft uns, Entscheidungen zu treffen. Es hilft der Kundin und mir, eine visuelle Richtung festzulegen, bevor die eigentliche Gestaltung beginnt. Wir beantworten Fragen wie: Welche Stimmung soll entstehen? Welche Haltung soll sichtbar werden? Wie soll sich die Website anfühlen, wenn man sie öffnet?

Auf dieser Grundlage entwickle ich dann das visuelle Konzept: Farbpalette, Schriftkombination, Grundlayout, Bildsprache. Erst wenn diese gestalterischen Parameter definiert sind, gehe ich in die konkrete Ausarbeitung. Ein Moodboard hat einen weiteren Vorteil: Indem du Farbwirkung und Kontraste testest, Schriften ausprobierst, Breiten festlegst kannst du einige Fehler vermeiden, die gern beim Design einer Website gemacht werden. Welche 9 Fehler besonders häufig gemacht werden, hab ich hier beschrieben: 

Design ist für mich die Übersetzung der Strategie in eine visuelle Sprache. Es macht sichtbar, was wir zuvor inhaltlich geklärt haben. Wenn die Architektur steht und die Inhalte klar sind, erfüllt das Design seine eigentliche Aufgabe: die Inhalte verstärken.

8. Technische Umsetzung der Website

Jetzt kommt der Moment, ob die vorherige Denkarbeit erfolgreich war. Struktur, Inhalte, Suchbegriffe und gestalterische Richtung sind festgelegt – nun beginne ich mit der technischen Umsetzung.

Welche Plattform für dein Projekt sinnvoll ist, habe ich hier ausführlicher beschrieben:

Ich arbeite ausschließlich mit WordPress. In der Regel setze ich das Theme Divi ein, weil es mir die Flexibilität gibt, die zuvor entwickelte Struktur exakt umzusetzen. Das Werkzeug steht dabei nicht im Vordergrund. Entscheidend ist, dass es die konzeptionellen Entscheidungen spiegelt.

Eines mag ich bei der Umsetzung in WordPress nicht: fertige Seiten-Layouts. Deshalb arbeite ich nicht mit Komplett-Templates, die ich nur anpasse. Es gibt bei mir keine „Website von der Stange“.

Ich habe einzelne gespeicherte Bausteine und Layout-Elemente, die sich bewährt haben und wiederkehren. Aber jede Seite entsteht aus dem zuvor entwickelten Konzept.
Fertige Seiten-Layouts haben für mich einen klaren Nachteil: Man quetscht Inhalte in vorgegebene Bereiche. Das führt fast immer zu Kompromissen – in der Struktur, im Text oder in der Wirkung.

Deshalb baue ich jede Website individuell neu auf. Das betrifft Abstände, Schriftgrößen, Modul-Anordnungen, Bildgrößen und die gesamte Seitenlogik. Bei der Ernährungsberaterin bedeutet das konkret: Die zuvor gezeichnete Struktur wird jetzt in WordPress umgesetzt. Die Navigation wird angelegt, Seiten logisch miteinander verknüpft, Inhalte eingefügt und anschließend gestaltet.

Auch technische Grundlagen gehören dazu: saubere Seitenstruktur, klare Überschriftenhierarchie, sinnvolle Permalinks, Bildgrößen, Dateibezeichnungen, Ladezeiten.

Vieles davon ist später nicht sichtbar.
Aber es entscheidet darüber, wie nachhaltig die Website funktioniert.

Die Technik folgt bei mir immer dem Konzept. Sie löst nichts, was vorher nicht geklärt wurde. Und genau deshalb steht sie in meinem Prozess fast am Ende.

9. Usability-Tests und Mobil-Optimierung

Wenn die Website technisch steht, ist sie noch nicht fertig. Jetzt beginnt die Phase, in der ich prüfe, wie sie sich tatsächlich anfühlt – und wie sie auf verschiedenen Geräten funktioniert. Ich teste die Seiten auf mehreren Bildschirmgrößen auf originalen Geräten, nicht nur simuliert im Programm.

Dazu öffne ich die Website auf

  • unterschiedlichen Desktop-Geräten,
  • auf dem Tablet (hoch und quer) und
  • auf Smartphones.

Die Tests mache ich nicht nur technisch, sondern auch inhaltlich. Haben die Abstände genug Luft? Bleiben Überschriften lesbar? Ist ein Abschnitt auf dem Handy zu sehr versteckt? Wie lange muss man scrollen bzw. wischen? Muss ein Bild anders beschnitten werden? Müssen Positionen angepasst werden?

Gerade auf mobilen Geräten verändern sich Proportionen stark. Ein großzügiger Header auf dem Desktop gerät auf dem Smartphone zu wuchtig. Texte, die am großen Bildschirm harmonisch gegliedert sind, brauchen auf dem Smartphone vielleicht eine andere Struktur. Der Test auf einem oder besser zwei unterschiedlichen Smartphones ist deshalb für mich Pflicht.

Eine Website wird heute überwiegend auf dem Smartphone gelesen. Diese Tatsache denke ich im gesamten Konzept mit.

Usability bedeutet für mich: Die Website soll sich selbstverständlich bedienen lassen. Besucherinnen sollen nicht überlegen müssen, wo sie klicken oder wie sie zurückfinden. Navigation, Hierarchie und Handlungsaufforderungen müssen intuitiv funktionieren.

Manche Unstimmigkeiten fallen erst jetzt auf. Ein Absatz wirkt zu gequetscht. Ein Button verdrängt den Folgetext. Eine Information taucht an zwei Stellen auf.
Diese Feinjustierung gehört für mich genauso zum Website-Konzept wie die strategischen Vorüberlegungen.

Erst wenn Struktur, Inhalt, Gestaltung und Technik auch im realen Gebrauch stimmig sind, ist die Website wirklich bereit, online zu gehen.

Struktur vor Gestaltung

Wenn du beim Lesen gemerkt hast, dass deine Website zwar Inhalte hat, aber keinen klaren Aufbau, dann liegt das selten am Design.

Meist fehlt die gedankliche Vorarbeit.

Ein Website-Konzept entsteht nicht nebenbei. Es braucht Abstand, Struktur und die Bereitschaft, Entscheidungen zu treffen: Was gehört ins Zentrum? Was kann weg? Was ist heute dein Kernangebot? An diesem Punkt steige ich mit meinen Kundinnen ein. Wir entwickeln zuerst die Architektur. Alles andere – Gestaltung, Technik, SEO – baut darauf auf.

Wenn du dein Website-Konzept nicht allein durchdenken möchtest, sondern strukturiert erarbeiten willst, dann lass uns darüber sprechen. Hier geht es zu meinem Angebot. Oder vereinbare gleich ein kostenloses Kennenlerngespräch mit mir.

→ Zum Kennenlerngespräch

FAQ zum Website-Konzept

Was gehört in ein Website-Konzept?

Ein Website-Konzept umfasst mehr als eine Sitemap oder eine grobe Seitenübersicht. Wer ein Website-Konzept erstellen möchte, klärt zunächst Zielgruppe, Positionierung, Kernangebot und die strategische Ausrichtung. Dazu gehören außerdem die Entwicklung der Website-Struktur, die Gewichtung der Inhalte, die Suchintention der Zielgruppe und die geplante Funktion der Website. Erst wenn diese Punkte definiert sind, beginnt die gestalterische und technische Umsetzung.

Brauche ich als Selbstständige ein Website-Konzept?

Gerade für Selbstständige ist ein Website-Konzept sinnvoll. Wenn du deine Website planst, ohne vorher Struktur und Ziel klar festzulegen, entsteht schnell ein Sammelsurium aus Texten, Angeboten und Ideen. Ein durchdachtes Website-Konzept sorgt dafür, dass dein Auftritt nicht nur informiert, sondern gezielt führt – hin zu den Anfragen, die du tatsächlich erhalten möchtest.

Wie lange dauert es, ein Website-Konzept zu entwickeln?

Wie lange es dauert, eine Website zu planen, hängt davon ab, wie klar dein Business bereits formuliert ist. Wenn Zielgruppe, Angebote und Positionierung schon präzise sind, kann die Struktur schnell entwickelt werden. Sind diese Punkte noch offen, braucht es mehr Zeit für Analyse und Sortierung. In der Regel entsteht ein tragfähiges Website-Konzept jedoch in wenigen intensiven Arbeitsschritten – nicht in monatelanger Theorie.

Was kostet ein professionelles Website-Konzept?

Die Kosten für ein Website-Konzept hängen vom Umfang und vom Projektziel ab. Ein Konzept kann Teil eines vollständigen Website-Projekts sein oder als eigenständige strategische Vorarbeit gebucht werden. Wichtig ist: Wer den Website-Aufbau sorgfältig plant, spart später Zeit, unnötige Korrekturen und strukturelle Umwege. Das Konzept bildet die Grundlage für eine Website, die langfristig funktioniert.

Constanze Straub

ist seit 23 Jahren Gestalterin für visuelle Kommunikation. Nach vielen Jahren in der Marken- und Designarbeit konzentriert sie sich heute auf strategisch konzipierte Websites für etablierte Selbständige. Sie führt Struktur, Design und Sprache zu einem professionellen Gesamtauftritt zusammen, der Positionierung klar sichtbar macht und Vertrauen aufbaut.

Wenn sie nicht am Mac sitzt, steht sie mit Pinsel und Spachtel an der Staffelei, flitzt mit dem Rad durch die Natur oder wirft Boulekugeln auf norddeutschen Sandplätzen.

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