Was ist ein Theme? Was ist WordPress?

Was ist ein Theme? Was ist WordPress?

Was ist ein Pagebuilder?
Was sind Plugins?

Meine Antworten, wenn es schnell gehen soll:

  • WordPress ist das Programm, mit dem du eine Website baust. Dafür hat WordPress alle grundlegenden Funktionen „an Bord“.
  • Das Theme legt das Design und die Optik deiner Website fest und beeinflusst einige Funktionen von WordPress.
  • Ein Pagebuilder ist ein Tool, das den Aufbau einer Website leichter macht. Manche Themes haben einen Pagebuilder integriert (so wie „Divi“)
  • Plugins erweitern WordPress um zusätzliche Funktionen. Manche Funktionen sind wichtig. Sie sorgen u.a. für die Sicherheit und Ladegeschwindigkeit der Website.

Keine besonders originellen Antworten.

Und irgendwie etwas trocken und abstrakt.

Nichts für visuell denkende Menschen.

Deshalb hab ich eine Art Übersetzung überlegt.

Eine, die das Thema verständlich macht, ohne mit Technik zu langweilen.

Falls du jetzt die Stirn runzelst: Keine Sorge, der Titel diese Artikels soll dich nicht in die Irre führen. Am Ende der Geschichte sage ich dir, mit welchem Theme ich arbeite und welche Plugins du WIRKLICH brauchst.

Lass mich dir ein Bild malen

Stell dir drei neu gebaute Häuser vor.
In eines der Häuser möchtest du einziehen.
Dazu schaust du dir Haus für Haus an.

Du schließt die Haustür von Haus Nummer eins auf.
Schon im Flur siehst du, dass mit dem Haus etwas nicht stimmt:

Der Fußboden ist ein grauer, kalter Betonboden.
Das Haus ist kalt, denn im Haus gibt es keinen einzigen Heizkörper.
Die Küche ist leer. Aus den nüchternen Wänden ragen die nackten Wasserrohre. Wasseranschluss, Stromanschluss und Rohre sind zwar verlegt, aber die Einrichtungen und Anschlüsse fehlen: Spülbecken, Herd, Kühlschrank und Schränke gibt es nicht.
Auch das Bad hat nur die offenen Wasseranschlüsse und einen Ablauf für die Toilette. Waschbecken, Dusche und ein WC: Fehlanzeige.
Licht gibt es natürlich auch nicht: An der Decke baumeln die nackten Stromkabel.

Ziemlich unwohnlich also.

Du ahnst es vielleicht:

Dieses leere Haus ist deine WordPress-Installation.

Ohne Theme, ohne Plugins.

Nur das nackte WordPress.

Du kannst dich in diesem Haus aufhalten, du hast sogar einen Schlüssel für die Haustür, die du abschließen kannst. Du kannst deine Sachen mitbringen und in den Räumen ablegen.

Aber wohnen kann man diesen Aufenthalt nicht nennen.

Diesem Haus fehlt die Grundausstattung:
Heizkörper, Küchenschränke, Herd, Spülbecken, WC, Dusche, Waschbecken.

Erst mit dieser Grundausstattung kann das Haus als „Wohnung“ bezeichnet werden.

Das sagt sogar Wikipedia 😉

So machst du WordPress „wohnlich“: mit einem Theme

Also schaust du dir das zweite Haus an.

Du schließt wieder die Tür auf.

Dieses Haus sieht schon ganz anders aus:

Auf dem Fußboden wurde ein einfaches, aber schickes Klicklaminat verlegt. Das macht einen warmen und gepflegten Eindruck.

Die Küche ist vollständig eingerichtet. Mit Küchenschränken, Arbeitsplatte, Spüle, Herd und sogar einen Kühlschrank gibt es. In den Schränken findest du Tassen, Gläser und Teller.

Auch das Bad ist vollständig: Darin findest du eine Dusche mit Schiebetüren, ein Waschbecken und nebenan ein Stand-WC. Die Wände und der Fußboden sind mit weißen Fliesen bedeckt.

Und natürlich hat das gesamten Haus moderne Flachheizkörper unter den Fenstern.

Die Grundausstattung einer Wohnung ist also schon mal da.

Doch nicht nur das: Mittlerweile dämmert es und du siehst keine Details mehr. Du tippst auf den Lichtschalter und siehe da: Licht. In diesem Haus hängt in jedem Raum eine flache Deckenleuchte. Elegant geht anders, aber du kannst alles sehen. Das ist ja die Hauptsache.

Du gehst weiter:
In einem Raum findest du ein Bett und daneben ein Nachttisch mit einer kleinen LED-Lampe drauf. Im nächsten Raum stehen zwei Sessel, ein kleiner Hocker als Beistelltisch und eine Stehlampe. Im dritten Raum steht ein kleiner Esstisch mit zwei Stühlen.

Zwar ist dieses Haus immer noch nicht der Knaller. Aber wenn du Purist bist, reicht diese Einrichtung völlig: Du kannst dir einen Tee machen, dich auf dem Sessel ausruhen, im Bett die Nächte verbringen und für’s Frühstück setzt du dich an den Tisch.

So, jetzt kommt das Theme ins Spiel:

Dieses rudimentär eingerichtete Haus ist dein kostenloses Standard-Theme.

Nicht besonders schick und sehr einfach gestrickt.

Wenn du dein individuelles Design hinbekommen möchtest, brauchst du Zeit, Geduld und musst vielleicht etwas Technikkenntnisse haben, denn das Theme ist nicht so einfach zu handhaben.

Aber es reicht völlig aus, um damit einen einfach gestalteten Blog zu starten.

Jetzt denkst du sicher: Da geht natürlich mehr.

Und, weil wir ja malen wollen:

Du möchtest nicht nur „irgendwie“ wohnen.

Du möchtest es gemütlich haben, du möchtest deine Wohnung geniessen!

Also gehst du ins Haus Nummer drei.

In diesem Haus findest du das, was eine Wohnung erst so richtig behaglich macht: Teppiche auf den Fußböden, Bilder an den Wänden, Vorhänge an den Fenstern, passend zu den Sesseln eine gemütliche Coach, eine Musikanlage, um richtig schön zu chillen, weiche Kissen und ein hübsches Plaid auf dem Sofa, damit du dich wohlig zurücklehnen und dich einkuscheln kannst, während du dein Lieblingsbuch liest.

An der Wand steht ein cooles Echtholzregal für deine Bücher. Und gegenüber steht eine schicke Landhaus-Kommode, auf der eine stylische Tischlampe steht, die deinen Raum in warmes und gemütliches Licht taucht.

Die Wände haben einen Farbanstrich. Im Esszimmer steht ein einladender, großer Holztisch mit sechs gepolsterten Stühlen. Der Tisch bietet viel Platz und lädt dazu ein, mit Freunden stundenlang gemütlich zu brunchen.

Auch Küche und Bad sind tippitoppi: In der Küche sind moderne Einbaumöbel mit Schubladenelemente, in denen alles seinen festen Platz hat und die beim Schließen wie von Zauberhand leise zufahren. Hier findest du Küchenhelferchen, mit denen du ruckzuck deine Lieblingssachen machen kannst: Kaffee, Smoothies, Toast, Tee oder Kuchen. Eine Spülmaschine ist natürlich ebenfalls vorhanden – damit du deine Zeit nicht mit dem lästigen Abwasch verschwenden musst.

Diese Wohnung hat alles, wonach du dich sehnst, wenn du kaputt von der Arbeit kommst und dich einfach nur in den Kissen rekeln willst, um Vivaldis Vierjahreszeiten zu lauschen.

Das ist dein Premium-Theme, das viele zusätzliche Funktionen hat. Mit diesem Theme bekommst du deine Website schneller und einfacher nach deinem Geschmack hin als mit einem kostenlosen Standard-Theme.

Mit dem Pagebuilder baust du ruckzuck deine Seiten

Doch dieses 3. Haus hat noch mehr zu bieten.

Zu diesem Haus gehört ein Team von Helfern.

Du hast also nicht nur eine exquisite Wohnungseinrichtung, sondern zusätzlich Hilfe für deinen Haushalt:

eine Köchin, die dein Mittagessen zubereitet,
eine Haushaltshilfe, die deine Wohnung in Schuss hält und
eine Fachkraft, die deine Fenster putzt
Du hast endlich mehr Zeit für deine Hobbys.
Du brauchst keine lästige Hausarbeit machen.

Das ist dein Theme mit Pagebuilder

Der Pagebuilder nimmt dir viel Aufbau-Arbeit ab und hilft dir, Zeit zu sparen.

Die Entscheidung ist gefallen:
Haus Nummer 3 ist es. Hier ziehst du ein.

Nun fehlt dir fast nichts mehr zum Glück in deiner Wohnung.

Oder?

Plugins bringen wichtige Funktionen mit

Fast.

Denn dir fällt ein, dass du ein paar Erweiterungen für dein schickes Haus brauchst:

Du möchtest dich vor Einbruch absichern. Und du brauchst einen Schutz vor Sonneneinstrahlung, damit es im Sommer nicht zu heiß wird in der Wohnung. Also lässt du dir eine Aussenjalousie installieren.
Ein Gartenhäuschen fehlt dir auch noch. Damit du Rasenmäher, Werkzeuge und Fahrräder unterstellen kannst. Deshalb holst du dir vom Baumarkt eines der netten Holzhäuschen, die es als Bausatz gibt.
Außerdem fehlt noch ein gut sichtbares Nummerschild am Garteneingang, damit Besucher dich schnell finden und
ein großer Briefkasten, damit der Postbote mit einem Blick sieht, wo er deine Briefe einwerfen darf.
Und schwups: Schon hat deine WordPress-Installation 4 Plugins bekommen.

Du siehst: Es ist gar nicht soooo kompliziert 😉

Mein Empfehlung zu deinem „Haus“

Mit diesem Theme arbeite ich

Ich arbeite seit Jahren mit dem Theme Divi.
Divi stammt vom Anbieter „Element Themes“. Divi ist ein Theme mit integriertem PageBuilder und wird ständig weiterentwickelt.

Mit so einem PageBuilder kannst du die einzelnen Elemente einer Seite ruckzuck zusammen bauen. Denn der Pagebuilder hat fertig programmierte Module, die du nur noch „zusammenstecken“ brauchst. Wie die Steine eines Lego-Hauses.

Übrigens: Viele sagen mir, dass sie Divi getestet haben und damit nicht zurecht gekommen sind.

Ich fand die Arbeit am Divi zu Anfang auch holperig. Immer wieder bin ich gestolpert. Und tatsächlich: Noch vor wenigen Jahren war Divi etwas sperrig – Anfänger konnten schon mal ihre liebe Not mit dem Divi haben.

Inzwischen ist das Theme richtig gut geworden. Es wurde schneller und es wurden Funktionen eingebaut, die richtig Gold wert sind. Einmal das Theme kennengelernt, können Laien ihre Seitenelemente ohne Probleme ruckzuck zusammenbauen.

Diese 4 Plugins brauchst du wirklich

Was ist ein Plugin?

Ein Plugin ist eine technische Erweiterung der Grundprogrammierung von WordPress.
Leider stellen Plugins immer wieder DIE Schreckgespenster von WordPress dar. Ganz zu unrecht. Denn im Gegensatz zu anderen Systemen kannst du auswählen, welche Plugins du installierst und welche nicht. Das ist ein riesiger Vorteil. Denn je mehr Plugins im System installiert werden, desto „schwerer“ wird das System – die Ladezeit der Website wird immer langsamer. Das stört den Besucher der Website und ist deshalb auch ein Rankingfaktor von Google. Außerdem: Die Website wird anfälliger für Störungen.

Viele Websitebetreiber nutzen leider zu viele Plugins.

Hier also meine Empfehlungen. Du brauchst:

ein Plugin für die Ladegeschwindigkeit
ein Plugin, um Spams zu vermeiden
ein Plugin für deine BackUps
ein Plugin zur Suchmaschinenoptimierung
Vielleicht noch das ein oder andere Plugin zusätzlich. Als Beispiel: Falls du viele Bilder auf deiner Website hast, lohnt sich noch Smash, das den Ladevorgang von Bildern optimiert.

Die wichtigsten Plugins:

Ladezeit der Website:
Ein Caching-Plugin verringert die Ladezeit deiner Website. Und das honoriert Google mit einem besseren Ranking. Ich empfehle dafür WP Rocket oder WP Super Cache.

Kommentar-Spams:
Ein Spam-Plugin sorgt dafür, dass du nicht mit Spam-Kommentare deiner Beiträge überhäuft wirst. Ein gutes Plugin ist Antispam Bee. Vorinstalliert in WordPress ist Akismet – das aber würde ich löschen, da es datenschutzrechtlich bedenklich ist.

Backup des Systems:
Ein Backup-Plugin ist wohl eines der wichtigsten Plugins. Zwar machen gute Hoster von sich aus regelmäßige Backups deiner Website. Aber sicher ist sicher und du hast mit einem Plugin die volle Kontrolle deiner Sicherungen. Ein gutes Plugin ist Backup Draft. Aber auch andere funktionieren gut und machen, was sie sollen.

SEO (Suchmaschinenoptimierung)
Du brauchst ein Plugin für die Suchmaschinenoptimierung. Ich nutze auf unterschiedlichen Websites Yoast SEO und RankMath. Beide Plugins sind gut und richtig wertvoll für dich, um dein Ranking zu verbessern.

Mein aufregendster Moment

Mein aufregendster Moment

Mein aufregendster Moment seit Herbst 2021.

Und was ich daraus gelernt habe.

Auch wenn der Titel banal scheint – die Geschichte ist es nicht. Denn sie zeigt dir und mir, was möglich ist, wenn wir vermeintliche Grenzen überwinden. Grenzen, die wir uns meistens selber setzen.

Wenn wir aus unserer Komfortzone rauskommen, können wir Dinge erreichen, die wir vorher nicht für möglich gehalten haben. Einfach mal den inneren Schweinehund überwinden – und wir überraschen uns und unsere Mitmenschen.

Und wieder eine Blogparade, die mich zum Schreiben angeregt hat. Danke an Tanja Rehmer für dieses Thema. Hier geht’s zu ihrer Blogparade.

Eigentlich könnte meine Erzählung zum Thema „Aufregung“ wieder eine Geschichte über Angst sein.

Stimmt aber nicht ganz. Was ist denn Angst? Wenn ich in einer Situation starke körperliche Reaktionen habe und am liebsten verschwinden möchte, dann spreche ich von Angst. So wie meine Angst, bei offiziellen Anlässen vor Menschengruppen zu sprechen.

Wie ich diese Angst überwunden habe und etwas für mich fast unmögliches geschafft habe – das hab ich in diesem Blogartikel geschrieben.

Anders eine Situation, die für mich zwar Stress bedeutet – die aber keine Widerstände in mir auslöst. Fotografiert zu werden ist so eine Situation. Stress ja – aber Angst wäre etwas too much.

Davon erzähle ich hier: Meine Fotosession im Juli 2022.

Mein aufregendster Moment: eine Fotosession.

Aufregung hatte ich in den vergangenen Monaten genug. Doch nicht nur in den vergangenen 12 Monaten. Die Monate davor bis Anfang 2020 waren für mich ein einziger, nicht enden wollender Moment der Aufregung. Ich hab schmerzhafte Erfahrungen gemacht, auf die ich gern verzichtet hätte. In der Zeit sind bei mir mehr Tränen geflossen als die 30 Jahre zuvor.

Die Aufregungen in den vergangenen 12 Monaten waren anders. Auf diese Erfahrungen schau ich gern zurück. Ich kann nicht mal sagen, welche Momente die aufregendsten waren. Jedenfalls waren alle wichtig für mich:

Im Herbst 2021 hab ich die Teilnahme in Populär gewonnen. Das grandiose Business-Programm von Marike Frick. Ich weiß noch, als wärs gestern: Ich saß da wie berauscht. Mir wurde heiß und kalt.

Wie jetzt – ich? Ich hab gewonnen? Das muss eine andere Constanze Straub sein.

Nee. Tatsächlich. Ich bin die Gewinnerin. Ich bin im Programm drin. Einfach so.

Im März 2022 hab ich mich entschieden, das Folgeprogramm zu buchen: Populär Rockstars. Auch das ein aufregender Moment: Soll ich wirklich investieren? Bin ich so weit? Bringt mich das Programm weiter? Ist ja echt viel Geld…

Ich hab echt mit mir gerungen.
Und ich hab ja gesagt.

Die nächste Herausforderung, der nächste große Moment: mein Freebie. Meine Anleitung für nullkommanull Euro „In 8 Schritten zu deiner selbst gemachten Website“ (kannst du hier laden).

Wird sich die ganze Arbeit lohnen? Diese vielen Stunden, die ich darin investiert habe. Werde ich den Leserinnen und Lesern damit wirklich helfen können? Und: Wird sich überhaupt jemand dafür interessieren?

Ich hatte super Unterstützung vom Team Populär-Rockstars. Ja, das PDF sieht wirklich gut aus. Und ja: Ich hab schönes Feedback erhalten. Trotzdem hab ich bis zuletzt gezweifelt. Ergebnis: 90 Anmeldungen innerhalb von drei Tagen, die sich meine Anleitung geladen haben.

Übrigens: Meine wundervollen Erfahrungen mit Marike, ihrem super Team und der grandiosen Community kannst du später in meinem Jahresrückblick lesen.

Ich könnte noch mehr aufregende Momente auflisten:
Mein Schritt, mehr zu schreiben und auch persönliches zu bloggen.
Mein Schritt, mehr auf Facebook und Instagram zu posten. Obwohl ich Facebook echt ätzend finde. Eine Überwindung für mich.

Alles aufregende Momente.

Fotos von mir für meine neue Website. Doch lieber Selfies?

Meine neue Website für mein Website-Coaching war noch nicht ganz fertig. Vor allem eins fehlte: schöne Fotos von mir. Fotos, die bei potenziellen Kundinnen Vertrauen wecken.

Denn das ist mir klar: Menschen kaufen von Menschen. Klar, ein Angebot kann unwiderstehlich sein. Aber bei mehreren ähnlichen Angeboten wird man das wählen, bei dem sich die Anbieterin zeigt. Die durch ein freundliches Lächeln Zugewandheit signalisiert.

Eigentlich wollte ich Selfies machen für meine Website. Denn ich konnte mir nicht vorstellen, von fremden Menschen locker und entspannt fotografiert zu werden.

Meine nächste Blockade: Mein Anspruch an guten Fotos ist sehr hoch. Ich muss also schon ein ziemliches Vertrauen haben in die Kompetenz der Fotografin.

Also doch lieber Selfies? Wie man gutes Licht wählt weiß ich. Kamera habe ich, Stativ und Selbstauslöser auch. Eine Selfiereihe wäre also drin. Immer wieder hab ich mir die Selfie-Session vorgenommen und vor mir hergeschoben. Auf der anderen Seite wußte ich: Sehr wahrscheinlich würden die Bilder gekünstelt aussehen. Und lockere Aussenfotos wären auch nicht möglich gewesen.

Ich hab lange mit mir gehadert.

Durch Populär Rockstars habe ich Philine Bach kennengelernt. Philine ist Fotografin und sie fotografiert Frauen. Sie hat sich auf Business-Porträts der besonderen Art spezialisiert: Sie spricht Frauen an, die eine Scheu haben, fotografiert zu werden. Und sie fotografiert die Frauen leger und ungezwungen.

Ich hab ihre Website studiert und war schon auf ihrer Startseite Feuer und Flamme.

Es ist nicht einfach, eine wirklich gute Fotografin zu finden. Für mich musste es eine FotografIN sein. Ich hab lange gesucht in meiner Umgebung. Kein Fotostudio, keine Fotografin hat mich überzeugt. Fast alle bieten alles an: von Hochzeitsfotos über Tierfotos bis konventionelle Businessfotos. Keine Spezialisierung. Ich bin überzeugt: Wenn man versucht, in allen Bereichen gut zu sein, wird man nie BESONDERS gut in einem einzigen Bereich.

Ich weiß das aus meiner Fotoausbildung: Gute Porträtfotos hab ich nie hinbekommen. Einige Kollegen waren einfach besser. Dafür war ich sehr gut im Bereich Tierfotografie. Klar, ich hab ja ständig meine Katzen fotografiert…

Ich möchte keinem zu nahe treten. Sicher sind alle Fotografinnen gut.
Aber für mich fühlen sich die Angebote auf den Websites, die ich gesehen habe, nicht richtig an.

Anders Philine Bach. Auf ihrer Website spricht sie mir aus dem Herzen.

Meine Entscheidung: Die Fotografin Philine Bach sollte es sein

Auch die Fotos der Frauen haben mich überzeugt. Sehr natürlich, ungestellt und trotzdem gelungen.

Philine war mir sofort sympathisch: Auf ihren Fotos zeigt sie sich natürlich und herzlich. Die Fotos und ihre Texte haben mich überzeugt. Ohne mit ihr gesprochen zu haben wußte ich, dass ich sie buchen werde.

By the way: Ihre Website ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig gute Fotos von sich sind. Und wie überzeugend aussagekräftige Texte auf einer Website sind. Sie machen es den Besuchern leichter, Vertrauen aufzubauen.

Ihr Angebot hat dann letzte Zweifel beseitigt:

Philine kommt zu ihren Kundinnen. Egal, in welcher Ecke Deutschlands sie wohnen: Philine besucht sie und fotografiert sie dort. Ein Heimspiel also. Fotos in vertrauter Umgebung.

Und: Philine fotografiert nicht nur 2 Stunden. Nö. Sie nimmt sich einen ganzen Tag Zeit. Vier Stunden, fünf Stunden, sogar 8 Stunden und mehr. Eben so lange es dauert…

Im Juni hatten wir unser Kennenlerngespräch über Zoom und im Juli war’s dann so weit: meine 1. richtige Fotosession.

Und klar: Ich war aufgeregt. Obwohl Philine genauso sympathisch ist, wie ich sie auf ihrer Website kennengelernt habe, war ich aufgeregt bis an die Haarwurzel.

Fotografiert zu werden ist eben meine Achillesferse.

Obwohl ich das gut kenne: Während meiner Fotoausbildung vor 30 Jahren haben wir uns drei Jahre lang im Studio gegenseitig fotografiert. Porträtfotos waren Teil unserer Ausbildung. Und natürlich haben wir uns gegenseitig Modell gestanden.

Das war damals kein Problem für mich. Fotoscheu war ich damals nie. Es gibt noch jede Menge richtig gute Fotos von mir aus dieser Zeit.

Stichwort Zeit. 30 Jahre sind eine lange Zeit. Ich bin älter geworden. Und mein Hüftblei ist umgekehrt proportional zu meinen Haaren gewachsen. Meine Frisur besteht nur noch aus ein paar dünnen Spinnenfäden. Auf Fotos mag ich mich einfach nicht mehr sehen.

Diesen Zahn hat mir Philine nach und nach gezogen.

So ganz ohne „Posen“ geht’s doch nicht

Es hat lange gedauert, bis ich „weichgeknipst“ war (ich glaub, so ähnlich hat Philine sich ausgedrückt). Trotzdem war ich gestresst und nervös. In das Objektiv gucken? Kein Problem. Das hatte ich schnell raus. Aber lachen? Ohne Grund? Das war meine größte Herausforderung.

Faxen machen: Ja, das hab ich beim Fotografieren schon immer gemacht. Das ist mein Spleen.

Aber nett lachen? Nicht meins.

Das hat für mich immer etwas von „Posen“ machen.

Nicht, dass ich ungern lache. Ich lach richtig gern. Aber ohne Grund? Einfach so? Ich beneide diejenigen, die das locker vom Hocker hinbekommen. Ich dagegen hab immer das Gefühl, völlig verkrampft in die Wäsche zu gucken.

Wir sind sogar durch die Stadt gezogen. Fotos in der Fußgängerzone. Lüneburg am Samstag in der Bäckerstraße. Ich sag nur: Hölle. Ich bin möglichst schnell durch den Touri- und Shopperwahnsinn gehetzt.

Mal „eben so“ umdrehen und dabei vergnügt lachen? Wieder eine Herausforderung. Und dann noch vor den vielen Leuten!

Philine hat unermüdlich weitergeknipst und tatsächlich: Sogar dort sind schöne Bilder entstanden. Ich war baff.

Pause im Glockencafe bei Quiche und Latte Macchiato – Philine hat uns kaum Ruhe gegönnt. Später war ich erstaunt, wie häufig sie mich am Tisch fotografiert hat und wie viele gute Fotos auch hier entstanden sind.

Philine hat es geschafft, immer wieder den richtigen Moment zu treffen. Den Moment, in dem ich entspannt blicke.

Mein Learning aus meiner größten Herausforderung

Ich war kaputt. Fix und fertig. Und so voller Adrenalin, dass ich lange gebraucht habe, um wieder runterzukommen.

Aber: Ich war stolz auf mich.

Stolz, mich gezeigt zu haben.

Stolz, aus meiner Komfortzone gekommen zu sein.

Doch nicht nur das: Allein – mit einer Selfiereihe – hätte ich so viele gute Fotos und in so unterschiedlichen Szenarien nie hinbekommen.

Mein Tipp für dich:

Trau dich aus deiner Komfortzone.

Dein Gewinn kann großartig werden. Egal, in welchem Bereich du gerade mit dir haderst. Zeig‘s deinem inneren Schweinehund.

Es kann sein, dass du dir dabei Hilfe holen musst. Und dazu wirst du dich vielleicht auch überwinden müssen. Doch das Ergebnis kann so viel besser sein, als wenn du die Arbeit allein machst.

Und falls du wie ich richtig gute Fotos brauchst: Hier nochmal der Link zu Philine > philinebach.de.

Ich empfehle sie gern weiter.

Angst überwinden

Angst überwinden

Dieser Angst habe ich mich gestellt
Wer meine „53 Fun Facts“ kennt weiß, dass ich ein Fan von Judith Peters bin. Ihre Blogideen sind grandios. Diesen Herbst hat sie wieder auf diverse Blogparaden aufmerksam gemacht und im Artikel auf spannende Bloggerinnen und deren Blogparaden verlinkt.
Darunter die Blogparade der sympathischen Shivani Vogt. Ich hatte bereits auf Xing mit ihr Kontakt und freue mich, Ihren Blog verlinken zu dürfen (hier der Link zu ihrer Blogparade). Ihr Thema: “Dieser Angst habe ich mich gestellt: 1 – 2 – 3, Angst vorbei!”
Die Angst, vor Menschen zu sprechen
Ängste sind weit verbreitet. Und es gibt die unterschiedlichsten Formen von Angst. Auch in meinem beruflichen Umfeld: Viele Kundinnen müssen erst ihre Angst vor der Technik überwinden. Die Angst, etwas an ihrer Website kaputt zu machen. Die Angst vor Überforderung.
Ich habe gelernt: Selbst Ängste, von denen ich viele Jahre beherrscht werde, kann ich überwinden. Ich muss nur die richtige Strategie finden. Dann finde ich Fähigkeiten, an denen ich vorher nie geglaubt hätte.
Davon erzähle ich hier.
Ich habe eine Angst, die mich schon ein Leben lang begleitet:
Die Angst, vor einer Gruppe mir fremder oder nicht vertrauter Menschen zu reden.
Als Mädchen und Jugendliche war diese Angst besonders schlimm. Solange ich mich erinnern kann, hab ich mich vor Menschen versteckt, damit ich nicht auffalle.
Auf einem Gruppenfoto einer Abschlußklasse stehe ich in der hintersten Reihe. Obwohl ich nur 162 cm klein bin. Alle Mädchen aus dieser Klasse stehen in den ersten beiden Reihen. Ich stehe als einziges Mädchen ganz hinten. In der rechten Ecke. Nur ein winziges Augenpaar und ein Scheitel sind zu sehen. Das war für mich typisch, denn ich wollte zwar „da“ sein, aber nicht gesehen werden.
Vor der Klasse ein Referat halten? Ich hab mich davor gedrückt, wo ich nur konnte. Ich war immer die Schüchterne. Die Stille. Diejenige, die kaum auffiel.
Und wenn der Lehrer oder die Lehrerin eine Frage gestellt hat, hab ich mein gesamtes Schauspieltalent aus der Schultasche gezogen: Irgendwie hab ich es geschafft, mich unsichtbar zu machen. Besondere Ich-bin-nicht-da-Raffinesse hab ich in den Fächern Mathe, Physik und Chemie entwickelt…
So hab ich mich irgendwie durchs Leben laviert.
Natürlich hat sich meine Scheu vor Menschen im Laufe der Jahre gelegt.
Aber eins blieb noch lange: Meine Angst, vor vielen fremden Menschen zu sprechen.
Allein der Gedanke daran, dass ich spreche und dabei von gleich sieben, acht oder mehr fremden Augenpaaren angesehen werde, macht mich nervös. Der Gedanke sorgt dafür, dass mein gesamter Bauch sich anfühlt wie ein nasser Schwamm, der mit Nägeln bespickt ist. Mein Magen schein sich zu einer Faust zusammenzuballen und den Körper verlassen zu wollen. Ich verliere die Stimme, habe keine Kraft mehr, meine Knie zittern, mein Kopf ist ein leerer Luftballon – das volle Programm.
Typisch Lampenfieber.
Panik auf der Bühne
Diese Angst potenziert sich zu einer wahren Panik, wenn die Anlässe der Reden offiziell sind. Wenn ich keine Fehler machen darf. Wenn ich allein auf einer „Bühne“ stehe.
„Bühne“ und „allein“ sind die Stichworte.
Nun wirst du zurecht fragen: Okay, wann hält man schon eine Rede? Wann muss man dazu so etwas wie eine Bühne betreten? Sind doch eher aussergewöhnliche Situationen. Wo also ist das Problem?
Stimmt.
Wenn man seine Schwäche kennt, kann man provozierenden Situationen aus dem Weg gehen. Man kann alles tun, damit man gar nicht erst in Situationen gerät, die man nicht beherrscht.
Was aber, wenn man der Situation nicht ausweichen kann?
Das ist mir passiert.
Warum? Ich bin 2015 zur 1. Vorsitzenden des BBK Lüneburg gewählt worden (Berufsverband bildender Künsterinnen und Künstler).
Wie ich dazu gekommen bin? Wie die Jungfrau zum Kind: Ich war zu der Zeit neues Mitglied im BBK Lüneburg. Die Position der 1. Vorsitzenden wurde frei und als neues Mitglied wurde ich gefragt.
Wie so oft in meinem Leben bin ich einfach ins kalte Wasser gesprungen. Ich fand die Aussicht verlockend, mit netten Menschen und tollen Künstlern zusammenzuarbeiten, vielleicht künstlerisch etwas bewirken zu können.
Also hab ich die Wahl angenommen.
Hätte ich damals gewußt, was auf mich zukommt: Ich hatte die Finger davon gelassen.
Meine Challenge: Reden halten
Denn eine der Aufgaben als 1. Vorsitzende war – traditionell: Einführungsreden halten auf den Ausstellungseröffnungen.
Und auf den Mitgliederversammlungen vor der Versammlung zu sprechen. Die richtigen Worte finden. Laut und deutlich reden.
Ausgerechnet ich!
Meine Arbeit als 1. Vorsitzende hab ich gut gemacht. Aber vor den Leuten sprechen? Das war absolut nicht meins. Und ich war davon oft genug gestresst. Ich glaube, ein souveränes und Vertrauen erweckendes Bild hab ich durch meine Unsicherheit nicht abgegeben.
Irgendwann geschah, was geschehen musste: Eine Panne während einer Rede. Ich sollte wieder eine Einführungsrede halten. An diesem Tag wollte ich es besonders gut machen. Ich wollte beweisen, dass ich es doch kann: reden.
An dem Tag brachte ein Kollege eine Verstärkeranlage und ein Mikrofon mit. Die Rednerinnen sollten also anders als sonst durchs Mikrofon sprechen. Allein das hat mich nervös gemacht.
Der Kollege wuselte hinter mir herum und fummelte an der Anlage.
Ich begann die Rede.
Dann ein schrilles, ohrenbetäubendes
Iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeehhhrrrrrrrr!
Eine Rückkopplung.
Das Blut schoß mir in die Beine.
Mein Kopf war leer.
Ich fing an zu stammeln.
Ich hatte das Gefühl, Blödsinn zu quatschen, „doof“ zu wirken.
Ich bin geflüchtet. Ich hab mich in die Stuhlreihen zum Publikum gesetzt, so schnell ich konnte.
Diese Situation war Stress hoch zehn für mich.
Später war mir klar: Nie wieder werde ich eine Rede halten.
Nie wieder.
Wie ich meine größte Angst überwunden habe
Ein Jahr später wurde ich von neuen Mitgliedern gebeten, als 1. Vorsitzende die Rede zu ihrer Ausstellung zu halten.
Ich hab mich geweigert. Eine liebe Kollegin wollte das für mich übernehmen.
Warum auch nicht? Wo zum Henker steht geschrieben, dass die Einführung unbedingt von der 1. Vorsitzenden gehalten werden soll? Gibt’s da ein Gesetz? Ist das ein 11. Gebot? Was soll dieser Dogmatismus – ausgerechnet von Künstlern…
Die neue Kollegin war enttäuscht.
Also hab ich mich überreden lassen.
Verdammt. Jetzt musste ich da durch.
Ich hab mir geschworen: Das kriegst du hin!
Und ich hab mich gefragt: „Constanze, warum hast du Angst davor, vor einer Gruppe von Menschen zu reden? Warum bist du da unsicher? Warum verlierst du auf der „Bühne“ die Fassung?“
Die Frage konnte ich mir ziemlich schnell selber beantworten: Mir fehlt die Übung.
Geübt hab ich bisher nie. Weil meine bisherigen Reden immer nur sehr kurz waren und ich mir dachte: Also, für so‘n Pippiekram muss ich doch wirklich nicht üben!
Immer wieder hatte ich mich überschätzt.
Und die Schwierigkeit von noch so kleinen Einführungsreden unterschätzt.
Warum sollte ich auch üben? Schließlich reden meine Kolleginnen völlig souverän. Das sieht immer so einfach aus. Das wirst du doch wohl hinbekommen!
Ein großer Fehler.
Weil jeder seine ganz eigene Baustelle hat.
Und natürlich hab ich alle möglichen Strategien angewendet, die da so im Umlauf sind:
„Stell dir vor, alle Leute sitzen in Unterhosen.“
Oder: Du musst richtig atmen.
Was ein Quatsch!
Genutzt hat das nie was.
Wenn man nur gelegentlich das macht, was einem Stress verursacht, nutzen auch die bestgemeinten Techniken nichts.
Es gibt eine viel bessere Strategie. Sie ist nicht neu, aber hocheffizient:
Üben, üben, üben.
Stichworte aufschreiben.
Reden üben.
Üben, üben und nochmals üben.
Üben, üben, üben
Das hab ich gemacht:
Ich hab auf einen Zettel geschrieben, was ich sagen wollte. Die gesamte Rede.
Dann hab ich die wesentlichen Stichworte aus den Sätzen oder Absätzen herausgeschrieben.
Denn ich wollte auf jeden Fall frei sprechen.
Ablesen war keine Option. Da kam wieder die Perfektionistin in mir durch.
Außerdem wußte ich: Bei der kleinsten Störung würde ich die Fassung verlieren, aus dem Konzept geraten, wenn ich die Rede nicht komplett im Kopf haben würde. Die Stichworte sollten nur als Krücke für den Fall des Falles dienen.
Wie der Regenschirm für den Spaziergänger.
Oder das Trampolin für den Akrobaten.
Die Stichworte habe ich so groß geschrieben, dass sie mindestens einen Zentimeter hoch waren. So konnte ich sie ohne Brille und sehr bequem lesen. Denn auch das war für mich sinnvoll: Dass ich ohne störende Lesehilfe mein Publikum gut im Blick hatte.
Außerdem hab ich den Worten verschiedene Farben gegeben. So hatte ich eine gute Orientierung und Strukturierung der Inhalte. Ich konnte meinen Zettel schnell „scannen“.
Mit diesem Zettel hab ich mich in der Wohnung vor den großen Spiegel gestellt. Unser Spiegel ist einen Meter achtzig hoch. Ich konnte mir also in voller Größe gegenüber stehen und hatte so den Eindruck, vor Publikum zu stehen.
Etwas Überwindung hat es mich gekostet, laut mit mir selber zu sprechen.
Erst hab ich mich ständig verhaspelt. Musste immer wieder auf den Zettel blicken: Was war nochmal der nächste Punkt?
Irgendwann war ich so sicher mit der Rede, dass es anfing, Spaß zu machen.
Jetzt noch die Kür:
Die Rede brauchte etwas Leben.
Gestik, Betonungen, Pausen – all das hab ich zusätzlich geübt.
Schließlich hab ich „live“ geübt: Mein Mann war das Publikum. Das ist schon ein anderer Schnack, als mit seinem Spiegelbild zu sprechen.
Dann kam er:
Der große Auftritt.
Die Vernissage.
Die Rampensau
Die Rede sollte direkt im Ausstellungsraum stattfinden, nicht im Empfangsraum vor den Stühlen.
Das fand ich viel angenehmer.
Ich stand vor einer Gruppe von vielleicht 40 Menschen, die mich umringt haben. Alle standen. So waren wir auf Augenhöhe. Das Gefühl, dass mich ein Publikum beobachtet, war vor den stehenden Menschen geringer, als wenn ich vor 40 besetzten Stühlen stehen würde..
Mein Stehplatz war meine kleine Bühne.
Alles lief wie geschmiert.
Als ich beim letzten Wort meines Zettels angekommen war, stutzte ich kurz:
Was – schon fertig?
Ich würde aber gern weiterreden…
Das erste Mal in meinem Leben hab ich das Ende meiner Rede bedauert.
Am liebsten hätte ich weitergequatscht.
Ich bin zu einer Rampensau mutiert.
Die Ironie der Geschichte: Ein Jahr später habe ich den Vorsitz abgegeben. Und die Wahrscheinlichkeit, dass ich nochmal eine Rede halten darf, ist ziemlich gering.
Egal. Ich habe meine Angst überwunden.
Dafür feiere ich mich noch heute.
Angst überwinden: Was ich daraus gelernt habe
Angst ist nichts schlimmes. Im Gegenteil: Die Natur hat das Gefühl der Angst „erfunden“, damit wir gefährliche Situationen meiden, die uns das Leben kosten können.
Die Angst, von einem großen Raubtier getötet zu werden, ist also sicher sinnvoll.
Jeder hat irgendwo irgendein Raubtier vor sich. Das ist unser evolutionäres Erbe. Dagegen können wir nichts machen.
Aber es gibt für fast jedes Raubtier einen Trick.
Ein Trick ist: Übung.
Dem Raubtier wieder und wieder in die Augen sehen.
Irgendwann ist uns das Raubtier vertraut und wir sind nicht mehr vor Angst erstarrt. Wir wissen, was wir bei einer Begegnung tun müssen.
Ich hab gelernt, wie und vor allem DASS ich meiner Angst begegnen kann.
Die Belohnung: Selbstvertrauen. Sicherheit.
Diese Belohnung ist unbezahlbar.
Lässt sich mein Erlebnis auf andere Ängste übertragen?
Ja.
Jeder hat die Möglichkeit, sich von Ängsten frei zu machen oder wenigstens zu lernen, mit ihnen umzugehen.
Diese Erkenntnis kann man auch auf andere irrationale Ängste anwenden.
Die Angst vor Technik ist ein Beispiel.
Wenn mir jemand sagt, dass er oder sie unsicher ist, mit WordPress umzugehen und die Website selber zu machen, dann steckt dahinter ebenfalls eine irrationale Angst.
Das heißt im konkreten Fall:
Wenn du unsicher bist und eine Scheu vor WordPress hast, dann hab ich diesen Tipp:
Hol dir eine wirklich gute Anleitung.
Eine, die du gut verstehst.
Und dann stell dich vor deinen Spiegel:
Schaffe dir eine Übungsumgebung.
Arbeite nicht an deiner richtigen Website.
Dort, in der Übungsumgebung, lernst du Schritt für Schritt.
Und du machst Fehler. Fehler sind wichtig, weil du daraus besonders gut lernst.
Kleine Schritte. Immer wieder.
Keine Angst vor Wiederholungen. Wenn du eine Seite oder eine Element gelöscht hast oder alles sieht plötzlich anders aus: Na und?
Fang von vorn an. Oder hol dein Backup zurück (ein Backup hast du immer parat). Oder noch simpler: deine Revision. Das ist eine gespeicherte ältere Version einer Seite oder eines Beitrags. Einfach Regler zurückschieben, Version auswählen, fertig.
Das ist in WordPress ganz einfach.
So wirst du immer sicherer.
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Fun Facts über mich

Fun Facts über mich

53 Dinge, die du (vielleicht) noch nicht von mir wusstest
Fun Facts? Wozu das? Was gibt es schon von mir zu berichten? Ich bin keine Heldin und keine Abenteuerin. Ich bin sogar ein ziemlicher Angsthase.
Aber Hasen können super Haken springen… Und schwups – schon wird diese Aktion zu einer unendlichen Geschichte. Und ich bin überrascht, wieviel gleiche Interessen und liebenswerte Macken ich mit anderen teile. Die Welt ist eben klein und wunderbar. #RapidBlogFlow2022.
Als Mädchen wollte ich Künsterin werden und dachte, dass ich schon irgendwie „entdeckt“ werde. Irgendwann hab ich mich als Grafik- und Webdesignerin selber entdeckt.
Dafür male ich, wenn ich dazu Zeit habe. Es gab sogar schon einige Artikel meiner Ausstellungen in der Presse (okay, ins MoMA werde ich es nicht schaffen).
Ich liebe alles nussige. Mein genialster Brotaufstrich: Erdnusscreme. Und manchmal ist meine Kaffeebeilage statt Kuchen: Haselnussmus.
Meine Mutter erzählte mir mal, dass sie während der Schwangerschaft mit mir ständig Heißhunger hatte auf Nüsse. Zufall?
Ich hab noch nie einen Führerschein besessen.
Genau: Eine Führerscheinprüfung hab ich nie gemacht.
Ich tanze leidenschaftlich gern. Wenn mir danach ist, drehe ich im Büro Musik auf und tanze, bis mir die Puste ausgeht (natürlich nur, wenn ich nicht im Kundengespräch bin).
Ich mag Fußball nicht und finde Fußballübertragungen fürchterlich. Überhaupt den ganzen Bohei um Fußball, Liga und dieses Gedöns kann nicht verstehen. Kann man die vielen Millionen nicht sinnvoll investieren?
Klingt jetzt komisch: Ich bin total entzückt, sobald ich irgendwo einen Tischfußball sehe. Dann kann ich stundenlang mit Begeisterung kickern.
Abgesehen von Fußball mag ich Ballspiele aller Art. Als Mädchen hab ich mit Begeisterung Badminton gespielt und meinen Onkel mit flachen Schüssen genervt, die er selten erwischt hat.
Und Tischtennis: Im Keller bei meiner Mutter stand früher eine Tischtennisplatte. Die war vor mir nie sicher. Und alle, die die Herausforderung angenommen haben, wurden von mir mit blitzschnellen Schmetterbällen bedacht.
Wann immer es geht, schmeiße ich Stahlkugeln in den Sand. Wie das? Mein Lieblingsspiel ist Pétanque (auch Boule genannt). Noch eine Leidenschaft von mir.
Wenn ich mal länger nicht zum Spielen komme, schau ich auf YouTube Aufzeichnungen von den französischen oder internationalen Pétanque-Meisterschaften an.
Ich habe seit ich denken kann eine Schwäche für Erdtöne. Meine letzten Bildreihen hab ich fast ausschließlich mit Naturmaterialien wie Gesteinsmehlen, Erden und gelösten Kaffee gemalt.
Ich liebe Schachteln, geflochtene Körbe und Holzkästchen. Aber bitte nicht bunt. Naturton, Holzfarbe, Grauton und auch mal Schwarz muss es sein.
In Einrichtungsläden oder Baumärkten muss ich mich zusammenreißen, damit ich nicht wieder irgend einen wunderschönen Korb oder einen unwiderstehlichen Holzkasten kaufe, für den ich in meiner Wohnung erst einen Platz suchen muss.
Und noch eine Leidenschaft: Treibholz. Bei jedem Strandspaziergang an Elbe oder Nordsee grase ich den Boden ab, ob da nicht was spannendes liegt. Die interessantesten Hölzer erkläre ich kurzerhand zum Kunstobjekt. Dann dürfen sie auf dem Sideboard oder Fensterbrett betrachtet werden. Ach ja: auch neben der Badewanne (obwohl ich selten bade).
Weil ich nicht alle gesammelten Treibhölzer ausstellen kann, liegen die anderen in einem der vielen Körbe und Schachteln. Darin warten die gestrandeten Schönheiten, um später von mir neu entdeckt zu werden.
Ich darf auf keinen Fall bei Gewitter draußen sein, weil ich sonst vor Angst hysterisch werde.
Ich hab noch nie ein Flugzeug betreten. Was auch an meiner Flugangst liegt.
Ich hab nichts gegen Spinnen. Mit einer Ausnahme: Wenn ich eine schwarze Winkelspinne sehe, bekomme ich eine mittlere Krise. Eine hatte sich mal in meiner Socke verkrochen. Was ich mit einem merkwürdigen Kitzeln an den Zehen gemerkt habe. Die Spinne hat’s mit einem Schrecken überlebt und ich hatte den ganzen Vormittag weiche Knie.
Ich trage seit 2 Jahren Schuhe nur noch barfuß, ohne Socken oder Strümpfe. Auch im Winter. Und falls du jetzt fragst: Nein, die Spinne hat daran keine Schuld. Ganz sicher.
Ich wurde in einer langweiligen Kleinstadt nahe der DDR-Grenze geboren. In Lüneburg. Heute ist die alte Salzstadt eine der beliebtesten Touristenattraktionen aller deutschen Städte. Ich sag nur: Rote Rosen.
Als junge Frau konnte ich Noten lesen und ich hatte eine Gitarre, auf der ich gern klassische und spanische Stücke gespielt hab. Die Gitarre gibt es seit Jahren nicht mehr und Noten lesen hab ich verlernt. Leider.
Ich war in Mathe immer eine Niete. Und Physik und Chemie hab ich genauso wenig verstanden…
Mit 12 war ich in einen Lehrer verknallt. Der war zur selben Zeit mein Mathe-, Physik-, und Chemielehrer (was mein Verhältnis zu Formeln, physikalischen Gesetzmäßigkeiten und chemischen Verbindungen nur wenig beeinflusst hat).
Eine Beraterin beim Arbeitsamt sagte mir nach einem Test, dass ich „eine mathematische Flasche wäre und wie ich denn durch den Alltag käme“. Das war vor 30 Jahren. Der Alltag hat trotzdem ganz gut geklappt.
Ich kann schlecht lügen. Diese „Schwäche“ kam mir so manches mal teuer zu stehen. Und hat mich sogar Freundschaften gekostet. Unglaublich, aber wahr.
Als Schülerin sollte ich im Fach Handarbeit eine Hose nähen. Ich hatte keine Lust dazu. Also hat meine Oma eine wundervolle Jeans genäht. Aber die Lehrerin war nicht auf den Kopf gefallen und hat gefragt: „Das hast DU doch nicht gemacht.“ So kam ich zu meiner ersten 6 außerhalb von Mathe. Warum? Siehe Punkt 28.
Inzwischen nähe ich richtig gern. So gern, dass ich zu Beginn der Corona-Einschränkungen dutzende von Masken genäht habe in allen möglichen Farben und Mustern. Meine Familie hat sich gefreut.
Ich kann unbeschreiblich gut Teppiche, Laminat und Vinylböden verlegen.
Und tapezieren konnte ich schon mit 14 perfekt. Das ist wahr! (Du weißt ja: Ich kann nicht lügen.)
Ich mag Cafés. Sehr oft schnappe ich mein iPad und arbeite in einem meiner Lieblingscafés. Dabei kann ich mich richtig gut konzentrieren.
Ich bin hoffnungslose Pferdenärrin. Schon als Achtjährige hab ich ständig Pferde gezeichnet. Damit hab ich jahrelang in fast jeder Schulstunde die Lehrer genervt. Zum Ende der Schulzeit konnte ich Pferde aus allen Perspektiven und in jeder Gangart fotorealistisch zeichnen.
Ich guck irre gern Tierfilme und Naturdokus. Frag mich, welche Katzen- und Bärenarten es gibt und was ein Przewalski ist: Ich sag’s dir.
Ich lasse fast immer Reste auf Tellern und in Bechern. Warum, kann ich dir nicht sagen. Ich weiß es einfach nicht.
Ich esse unter der Woche fast ausschließlich Rohkost, weil ich zu faul zum Kochen bin.
Mein liebstes Obst sind nicht Kirschen oder Erdbeeren. Sondern: Zwetschgen. Was aber kaum eine Rolle spielt, weil Kirschen und Erdbeeren im Sommer und Zwetschgen im Herbst reif sind. Ich hätte aber nichts dagegen, wenn es auch im Sommer Zwetschgen gäbe…
Mit 20 hab ich gern weiße Blusen und Hemden getragen, mit 30 gern beigefarbene Pullover, mit 40 vorwiegend dunkelbraune Tuniken und jetzt trage ich fast nur schwarze Pullover. Muss ich mir Gedanken machen?
Ich trage am liebsten Oversize-Pullover. In anliegender Begleidung werde ich nervös und fühle mich eingeengt.
Ich fahre gern Fahrrad. Regelmäßig mache ich kleine oder große Fahradtouren.
Mein Fahrrad feiert in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag. Und es trägt mich genauso gut durch Feld und Flur wie in seiner Jugend. Ich mag das silberne Ding einfach.
Ich habe noch nie geraucht.
Ich liebe Lakritz. Dafür ist Schokolade nicht so meins. Mit einer Ausnahme: Salz-Schokolade (aber nur von einer Marke. Welche, verrat ich nicht.)
Ich arbeite an einem Stehschreibtisch, den ich hydraulisch runterfahren kann. Und wenn ich doch mal sitze, dann nur auf einem Gymnastikball.
Ich tauche wahnsinnig gern. Egal ob im See oder im Schwimmbad: Ohne Tauchgänge geht gar nichts. Unter Wasser fühle ich mich herrlich unbeschwert, leicht und frei. Und die Welt scheint leise und friedlich.
Ich hab eine Schwäche für Teelichter. Alljährlich kaufe ich neue, hübsche und dekorative Gläser.
Ich liebe Kerzenlicht. Jedes Jahr freue ich mich auf die dunklen und kalten Monate, in denen ich mich bei Kerzenschein und Tee auf dem Sofa einmümmel und die gemütliche Stimmung geniesse.
Ich hab eine Sauklaue. Besonders, wenn ich schnell schreibe. Und wenn ich die Notizen brauche, hör ich ich mich häufig genug seufzen. Weil ich dann raten muss.
In meinem Bücherschrank stehen etliche ungelesene Romane. Aber irgendwie mag ich mich von den Büchern nicht trennen.
Dafür lese ich wann immer es geht Sachbücher und Biografien.
Ich bin in den letzten 20 Jahren 5 mal umgezogen. Zuletzt am 23. Dezember 2020. Wohin? Zurück nach Lüneburg.
Ich lese meine Bücher seit 7 Jahren mit wenigen Ausnahmen überwiegend auf dem iPad. Wer weiß, wann ich wieder umziehe.
Und was sollte ich über dich wissen?
Schreib gern ein paar Macken hier in den Kommentaren. Ich bin super gespannt und neugierig!
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Datenschutz und Google Fonts

Datenschutz und Google Fonts

So nutzt du Google Fonts DSGVO-konform – einfach und schnell umsetzbar

Eine Anleitung, wie du Google Fonts auf deiner Website lokal einbindest und Abmahnungen verhinderst

Nutzt du Google Fonts?

Falls du jetzt mit den Achseln zuckst:

„Öh – was sind Google Fonts?“

Oder wenn du nicht weißt, ob du Google Fonts für deine Website nutzt:

Dann wird es höchste Zeit.

Zeit, daß du dich um das Thema „Schriften auf deiner Website“ kümmerst.

Der Hintergrund: Laut eines Urteils des LG Münchens vom Januar 2022 ist die Nutzung von Google Fonts unter bestimmten Umständen rechtswidrig. Die Folge: In den letzten Wochen wurden etliche Abmahnungen an Websitebetreiber verschickt. Weil sie die Google Fonts nicht DSGVO-konform nutzen.

Aber keine Sorge:

In diesem Artikel zeige ich dir:

  1. wie du Google Fonts lokal – also DSGVO-konform – einbindest,
  2. welche Möglichkeiten außer Google Fonts du hast, Schriften auf deiner Website zu nutzen.

Google Fonts ist ein Verzeichnis von mehr als 1400 Schriftarten, die wir für unsere Website nutzen dürfen. Fonts ist ein anderer Begriff für Schriften.

Google Fonts sind sogenannte Webfonts. Diese Art der Schriften wurde entwickelt, damit Texte auf Internetseiten oder Apps einheitlich dargestellt werden können.

Jetzt nerve ich etwas. Mit einem kleinen Ausflug in die Geschichte:

In den Anfangsjahren des Internets hat man nur eine Handvoll Schriften gehabt: Arial, Tahoma, Times und Palatino waren solche Kandidaten. Über die Schönheit der Schriften kann man streiten — aber sie waren zu 99,9 Prozent aller Rechner vorinstalliert. So konnten die Websitebetreiber sicher sein, dass die Texte der Website vernünftig angezeigt werden.

Überall auf der Welt.

Tja, lang ist’s her. Das war im Internet-Steinzeitalter.

Inzwischen sind Websites anspruchsvoller geworden. Und mit den mobilen Geräten sind neue Anforderungen gekommen. Deshalb werden heute auf den meisten Websites und in Apps Webfonts eingesetzt.

Für Websitebetreiber sind diese Schriften eine schicke Sache: Es ist ziemlich einfach, mit schönen Schriften eine Website aufzupeppen. Websites können mit Webfonts einen individuellen Stil bekommen. Selbst Scriptschriften sind möglich. Scriptschriften sind Schriften, die aussehen wie von Hand geschrieben.

Was wäre eine DIY-Seite oder eine Kosmetik-Seite ohne Scriptschriften.

Natürlich gibt es noch andere Hersteller bzw. Vertreiber von Webfonts – wie Linotype, Adobe oder Typekit. Hier bezahlst du für die Schriften die Lizenzen. Dafür hast du unter Umständen eine Schrift, die seltener auf anderen Websites zu sehen ist. Womit du deiner Website eine noch individuellere Note gibst.

Unter welchen Umständen ist die Nutzung von Google Fonts problematisch?

Google Fonts können lokal oder dynamisch auf Websites genutzt werden. Problematisch ist die Verwendung von Google Fonts, wenn du sie dynamisch in deine Website einbindest.

Was bedeutet dynamische Nutzung?

Bei der dynamischen Nutzung von Google Fonts liegen die Schriftdateien auf dem Server von Google. Bei jedem Besuch einer Website, die die Schriften dynamisch nutzt, geht eine Anfrage an den Google Server. Dazu werden Daten des Besuchers der Website an den Google Server in den USA gesendet.

Das Urteil des Landgerichts München von Januar 2022 zur dynamischen Nutzung von Google Fonts auf einer Website.

Und genau DAS ist das Problem: Beim Öffnen einer Website, die Google Fonts dynamisch nutzt, wird die IP-Adresse des Website-Besuchers an den US-Server gedendet. Für viele wohl keine große Sache. Dumm nur: Die IP-Adresse zählt zu den personenbezogenen Daten. Und personenbezogene Daten dürfen nur mit einer „qualifizierten Einwilligung“ des Besuchers der jeweiligen Website in die USA übermittelt werden. So heißt es im Juristendeutsch.

So kam es, wie es kommen musste: Gegen die Übermittlung seiner IP-Adresse hat ein Besucher einer Website gegen deren Websitebetreiberin geklagt. Das Landgericht München hielt die Klage „ganz überwiegend für begründet“. Die Betreiberin der Website wurde dazu verurteilt, an den Kläger 100 Euro Schadenersatz zu zahlen.

In den Entscheidungsgründen des Urteils heißt es unter anderem:
„Die unterlaubte Weitergabe der dynanischen IP-Adresse des Klägers durch die Beklagte an Google stellt eine Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechtes in Form des informationellen Selbstbestimmungsrechts nach § 823 Abs. 1 BGB dar. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung beinhaltet das Recht des Einzelnen, über die Preisgabe und Verwendung seiner personenbezogenen Daten zu bestimmen.“

Quelle: LG München, Urteil vom 20.01.2022 – Az. 3 O 17493/20

Abmahnungen bei dynamischer Nutzung von Google Fonts

Das Urteil des Landgerichts zeigt, dass die „simple“ dynamische Einbindung von Schriften auf einer Website keine Bagatelle ist. Denn: Die dynamische Einbindung von Schriften ohne Einwilligung des Websitebesuchers ist ein Verstoß gegen das Datenschutzgesetz.

Vielleicht hast du davon gehört oder gelesen. Denn das Thema wurde bereits in diversen Newslettern beschrieben: In den letzten Wochen haben einige Websitebetreiber Abmahnungen erhalten, weil sie Google Fonts dynamisch nutzen.

So nutzt du Google Fonts DSGVO-konform

Du kannst natürlich einen entsprechenden Banner für so eine Einwilligung einrichten. Das aber hat einige Nachteile.

Ich halte es für sinnvoller, die Schriften lokal einzubinden. Vor allem deshalb, weil das relativ einfach machbar ist. Bei dieser Einbindung sind alle auf der sicheren Seite: die BesucherInnen deiner Website und du.

Was ist eine lokale Einbindung?

Die Schrift, die auf deiner Website angezeigt wird, befindet sich dort, wo auch deine Website gespeichert ist. Also auf deinem (angemieteten) Webspace. So können keine Daten an den Google Server übertragen werden.

Was kannst du tun, wenn du wegen der Nutzung von Google Fonts abgemahnt wirst?

Eine schlechte Idee ist: nichts tun. Denn mit Sicherheit hat der Abmahner ein Screenshot deiner Website angefertigt.

Rausreden ist also nicht. Und auch wenn „nur“ gemahnt wurde: Eine anschließende Klage ist immer noch möglich.

Was du als erstes machen solltest:

Prüfe, ob deine Schriften tatsächlich dynamisch eingebunden sind.

Wenn du feststellst, dass bei der Einbindung der Schriften Daten der Besucher übertragen werden können: Jetzt solltest du schnell handeln, um den Schaden zu begrenzen.
Dann ist der nächste Schritt: Das Laden der Schriften vom Google Server deaktivieren. Wie das geht, erkläre ich unten. Außerdem erkläre ich, wie du deine Lieblingsschrift lokal einbindest.

Wie gehst du mit dem Abmahnschreiben um?

Zunächst: Meine Einschätzung ist keine Rechtsberatung. Die kann und darf ich nicht leisten. Hier gebe ich lediglich wieder, wie ich mich verhalten würde.

Ich würde dann das Schreiben ignorieren, wenn zu dem Zeitpunkt, als der Abmahner deine Website besucht haben will, die Schriften bereits lokal eingebunden waren.

Wenn der Abmahner recht hat, wenn die Schriften tatsächlich dynamisch eingebunden waren: Auf keinen Fall würde ich den geforderten Geldbetrag zahlen. Denn: Aus meiner Sicht sind Seitenbetreiber nicht verpflichet, lediglich auf eine Aufforderung wegen eines Verstoßes der DSGVO eine Geldzahlung zu leisten. Denn der Vorwurf müsste zunächst juristisch geprüft werden. So jedenfalls meine Kenntnis. Heißt: Der Anspruchsteller müsste zunächst klagen.
Das kann er zwar wie gesagt immer noch. Doch so einfach ist das nicht. Denn der Kläger trägt vor Gericht die Beweislast. Der Kläger muss also zunächst gut argumentieren. Zudem müssen die Gerichtsgebühren im Voraus bezahlt werden.

Man kann über die Abmahnungen bestimmt unterschiedlicher Meinung sein. Mit Sicherheit haben die Abmahner recht: Personenbezogene Daten müssen geschützt werden. Die Frage ist aber, ob man unbedingt klagen muss. Ich vermute, dass mit der Abmahnwelle nicht wenig Leute versuchen, sich auf möglichst schnellem Weg ein kleines Taschengeld zu verdienen. Dabei spielen sie mit der Verunsicherung, Angst oder Unkenntnis mancher Websitebetreiber.

So prüfst du, welche Schriften auf deiner Website aktiv sind

Die Schriftart und die Art der Einbindung ist bei jeder Website anders. Bei WordPress wird das vom Theme oder dem Childtheme erledigt. Und wo genau die Schrift zu finden ist, das kann bei jedem Theme anders aussehen. Deshalb kann ich hier keine allgemein gültige Antwort geben, an welcher Stelle du in deinem WordPress deine Schrift findest.

Mach es einfach: Du kannst mit deinem Browser feststellen, welche Schrift du nutzt.

Dafür öffnest du deine Website im Browser Chrome oder Firefox. Ich nutze Chrome, weil ich die Handhabung dort einfacher finde. Im Browser nutzt du einfach die Entwicklerkonsole (heißt so, ist aber nicht kompliziert).

  1. Öffne deine Website in Chrome.
  2. Wenn deine Website im Browser angezeigt wird, klicke mit der rechten Maustaste auf einen beliebigen Bereich der Website
  3. Dort, wo du klickst, öffnet sich ein Kontextfenster
  4. Klicke im Kontextfenster auf „Untersuchen“
  5. Dein Browserfenster wird geteilt und in einem Bereich wird ein Fenster mit dem Elementangaben deiner Webside angezeigt. Das ist die Entwicklerkonsole.
  6. Klicke oben in der horizontalen Leiste auf den Reiter „Quellcode“ (oder Sources)
  7. In dem weißen Feld siehst du verschiedene Angaben. Wenn du dort die Angabe „fonts.gstatic.com“ findest, dann weißt du: Google Fonts werden vom Google Server geladen. Im selben Fenster kannst du die Schriften erkennen, die vom Google Server auf deine Website geladen werden.

Klick auf den kleinen Pfeil vor fonts.gestatic.com

Darin findest du einen Ordner mit der Bezeichnung „s“
Den Ordner kannst du auch öffnen, darin befinden sich die Schriften.

Anleitung: So bindest du Google Fonts DSGVO-konform lokal in deine WordPress-Website ein.

Schritt 1:

Schriften überprüfen

Überprüfe wie oben beschrieben, welche Schriften du auf deiner Website geladen hast.

Schritt 2:

„google-font-helper“ ist dein Helferchen:

  1. Schriften aussuchen und laden
  2. CSS kopieren

Schriften aussuchen, auswählen und Downloaden:

Der google-webfont-helper ist wunderbar übersichtlich aufgebaut und selbsterklärend: In der linken Spalte wählst du deine Schrift, auf der rechten Seiten werden die verschiedenen Schriftschnitte angezeigt. Hier kannst du die Schrift runterladen.

Um die Schrift zu finden, kannst du entweder scrollen oder oben links den Namen der Schrift eingeben.

Wähle auf der rechten Seite deine gewünschten Schriftstärken aus. Wichtig sind die Einstellungen in dem Feld:

Select charsets
Select styles

Unter Select charsets ist „latin“ vorausgewählt. Diese Einstellung wird in den meisten Fällen richtig sein – sofern du keine anderen Sprachen auf deiner Website anbietest.

Unter „Select styles“ wählst du die Schriftstärken, die du für die Texte auf deiner Website vorgesehen hast. Nicht jede Schrift hat alle Styles: Die Roboto als Beispiel hat 12 Styles, die Lato nur 10 Styles. Ich finde, dass 3 Styles ausreichen. Sonst wird die Gestaltung schnell chaotisch. Schau gern in meinem Artikel zum Thema Gestaltung der Website.

CSS kopieren:

Wenn du die Schriftstärken ausgewählt hast, werden dir im grauen Feld darunter die CSS-Angaben und Verlinkungen zur Schrift automatisch angelegt. Für diesen Schritt wählst du die Option „Best Support“ (ist in der Regel voreingestellt).

Falls du dich wunderst, dass die Schriften mehrfach angezeigt werden: Die Schriftdateien werden in verschiedenen Formaten erstellt. Das ist wichtig, damit alle unterschiedlichen Browser auf diversen Systemen die Schriften richtig anzeigen können.

Diese CSS-Angaben kopierst du in deine Zwischenablage.

Download der Schriften:

Die Schriften kannst du unter Punkt 4. auf der Seite downloaden. Die Schriften landen dann in einem gezippten Ordner auf deinem PC. Wie der Ordner heißt, wird auch auf dem Download-Button angezeigt.

Schritt 3:

Plugin laden und Schriften lokal einbinden

Es gibt verschiedene Plugins, mit denen du deine Schriften lokal einbinden kannst. Ich nutze „Fonts-lokal“ von Sonia Rieder (www.webtimiser.de). Fonts-lokal ist ein kleines, aber sehr feines Plugin.

Fonts-lokal

Schritt 4:

Schrift und CSS ins Plugin setzen

Das Plugin entzippst du nach dem Download. Wichtig für dich sind jetzt die beiden Ordner

fonts
css

In dem Ordner „fonts“ liegen bereits Schriften als Beispielschriften. Diese Schriften löscht du einfach und ersetzt sie durch deine Schriften. Wähle alle deine Schriftformate aus deinem geladenen Schriftordner und schiebe sie in den Ordner „fonts“ innerhalb des Plugin-Ordners „Fonts-lokal“.

Deine kopierten CSS-Angaben (die du noch in der Zwischenablage hast) musst du noch in die Datei „local-fonts-style.css“ im Ordner „css“ des Plugins einsetzen. Die Datei enthält bereits CSS-Code. Dieser Code steht dort nur als Beispiel und du kannst auch dies löschen und durch deinen Code ersetzen (den du vom google-webfont-helper hast).

Wichtig! Was du zur Datei local-Fonts-style.css wissen musst:

Die Datei local-fonts-style.css ist eine einfache Textdatei, die du mit einem Texteditor öffnen kannst. Achtung: Du kannst die Datei nicht mit einem Schreibprogramm wie Word öffnen und bearbeiten.

Tipp: Als Windows-Nutzer kannst du „Editor“ oder „Notepad“ nehmen.

Mac-Nutzer nutzen „TextEdit“. Ich nutze dafür das Codeprogramm „CotEditor“.

Schritt 5:

Plugin installieren

Sind Schriften und CSS-Code in deinem Plugin? Dann kannst du das Plugin einfach über das Backend von WordPress unter „Plugins“ installieren. Wichtig: Dazu musst du das Plugin vorher als Zip-Datei packen.

Alternativ kannst du das fertige Plugin (den Ordner Fonts-lokal mit deinen Schriften) per FTP in den Ordner plugins in deinem WordPress-Verzeichnis hochladen („wp-content“ > „plugins“).

Und wieder aufpassen: Über FTP darfst du das Plugin nicht zippen!

Falls du nicht weißt, wie du ein FTP-Zugang einrichtest oder falls du wissen möchtest, wie du per FTP Dateien in deine WordPress-Installation laden kannst: Ich hab dazu eine schöne Anleitung am Beispiel des Hosters „Allinkl“ geschrieben, lies hier.

Schritt 6:

Google Fonts in WordPress deaktivieren

Das Plugin hat zwar den Befehl programmiert, dass Google Schriften nicht geladen werden sollen.

Aber sicher ist sicher: Die Google Fonts solltest du noch deaktivieren. Im Divi kannst du ganz einfach über einen Button Google Fonts deaktieren.

Dazu gehst du in deinem WordPress-Dashboard auf den Menüpunkt

  1. Divi
  2. Theme-Optionen
  3. Google Schriftarten verwenden >
  4. Google Fonts => hier den Button deaktivieren.

Welche anderen Möglichkeiten gibt es, Schriften auf einer Website zu nutzen?

Puh, das war jetzt doch ganz schön viel.

Aber vielleicht stellst du ja eine ganz andere Frage:

Muss ich unbedingt Google Fonts nehmen?

Nö.

Du kannst andere Webfonts nehmen.

Oben hab ich schon andere Schriftenhersteller erwähnt. Fonts von anderen Anbietern zu kaufen kann sich durchaus lohnen, wenn du Wert legst auf eine besonders gestaltete Schrift.

Wenn dir wichtig ist, dass die Schrift dieselbe ist, die du auch für dein Logo und dein gesamtes Corporate Design nutzt, kann eine gekaufte Schrift sinnvoll sein. Schriften sind wichtige Gestaltungsmerkmale deines Brandings, deiner Marke als UnternehmerIn.

Ein völlig entgegengesetzter Ansatz ist, überhaupt keine Schriften zu kaufen oder zu laden.

Wie das geht? Du nutzt einfach Systemschriften.

Was sind Systemschriften?

Wie der Name schon sagt: Systemschriften gehören zum System (wer hätte das gedacht).

Ob PC oder Smartphone: Jedes Computersystem braucht Schriften, damit der Mensch das System bzw. die Programme darin anwenden kann. Dabei hat jedes System seine eigene Schrift: Windows-Rechner nutzen Segoe UI, Android-Geräte nutzen Roboto, Ubunto nutzt Ubunto und so weiter.

Das bedeutet für deine Website natürlich, dass die Texte auf deiner Website je nach System ein wenig anders aussehen.

Ist aber nicht wirklich ein Problem.

Sofern du keine ausgefallene Schrift nutzen möchtest, sind die Unterschiede der einzelnen Schriften nicht so gravierend, dass sie die Gestaltung deiner Website völlig über den Haufen schmeißen. Und wenn du in der Hinsicht eher Purist bist, kann es sich lohnen, die Texte deiner Website mit den Systemschriften anzeigen zu lassen.

Noch ein Vorteil: Die Ladezeit der Website wird beschleunigt.

Wie wende ich Systemschriften an?

Das ist ganz einfach: Schritt 1 ist natürlich, dass du die Verwendung von Google Fonts auf deiner Website deaktiviert hast. Wie das beim Divi funktioniert, habe ich oben beschrieben. Anschließend bindest du in deinen Stilangaben einfach den Code ein, der dafür sorgt, dass die jeweiligen Systemschriften geladen werden. Im Theme Divi setzt du den Code direkt im style.css deines Child-Themes ein oder einfach im >

Divi > Theme Optionen > ganz unten im schwarzen Feld „Eigene CSS“.

Diesen Code setzt du dort ein:

body {
font-family: -apple-system,BlinkMacSystemFont,“Segoe UI“,Roboto,
Oxygen-Sans,Ubuntu,Cantarell,“Helvetica Neue“,sans-serif;
}

Übersicht: Nützliche Plugins und Links, mit denen du Google Fonts DSGVO-konform lokal einbindest

WhatFont
Fontanello

Beide Tools sind schöne Helfer, wenn man auch zwischendurch wissen möchte, welche Schrift in welcher Stärke und Größe auf einer Website genutzt werden. WhatFont ist eine Erweitung für den Browser Chrome, Fontallo ist die Erweiterung für Firefox.

Google web font helper

Eine hilfreiche Plattform, um Google Fonts mit den dazugehörigen CSS-Dateien zu laden. Hier kannst du die Schriften in allen notwendigen Formaten erhalten (eot, svg, ttf, woff, woff2).

Fonts-lokal

Ein schönes Plugin von Sonia Rieder (webtimizer.de), wenn du deine Schriften lokal hosten möchtest.

Google Fonts Checker

Hier kannst du prüfen, ob du Google Fonts auf deiner Website nutzt und welche Schriften auf deiner Website geladen werden,