von ConstanzeStraub | Jan. 8, 2025 | Rückblicke
Pixel, Posts und Premieren – was für ein Power-Jahr
2024 war für mich eine Achterbahnfahrt der Gefühle: Auftragsflaute vs. Arbeitsstress, Klamottenchaos vs. Leichtigkeit, Vereinsdrama vs. Seelenfreundschaft, dazwischen tolle menschliche Begegnungen, spannende Aktionen, wundervolle Nordsee-Urlaube und coole Impressionen.
Mein ganz persönlicher, diesmal epischer Rückblick – mit Höhen, Tiefen und jeder Menge Learnings.
PS: Ich bin eine Freundin vom Gendern – aber manchmal faul. Sorry. In diesem Artikel schreibe ich das generische Maskulinum. Natürlich meine ich alle Geschlechtervarianten 🙂
Meine Themen und Highlights in 2024
Social Media im Jahresrückblick: Facebook ade – hallo Linkedin
Einer meiner größten Herausforderungen 2024: Mein Start auf Linkedin. Start stimmt nicht nicht ganz: Ein erster Beitrag dümpelte dort einsam und vergessen seit 2022.
Mit 230 Kontakten und null Followern war ich Ende 2023 eine graue Maus in der Linkedin-Welt.
Dezember 2023 vor Silvester, Urlaub an der Nordsee. Meine Daumen wischten gelangweilt durch den Feed. Und ich war geflasht: kein Vergleich zu den Blabla-Beiträgen und Koma-Kommentaren auf Facebook.
Linkedin hatte mich: Ich hab Posts und Kommentare aufgesogen und gelernt, wie das geht mit dem Linkedin-Spiel. Das Ganze fing an, mir Spaß zu machen: Täglich zwei Stunden Kommentare waren der Schnitt.
Das Ergebnis Ende 2024:
42 Beiträge, 1230 Likes, 1002 Kommentare und 1145 Follower, viele tolle Kontakte und sogar persönliche Treffen, Empfehlungen, Anfragen und ein Auftrag. Kein Bomben-Ergebnis. Aber ich bin stolz drauf, durchgehalten zu haben.
Meine Posts: Ziemlich ungelenk wie ein 6-jähriger beim ABC-Lernen. Und inhaltlich quer durch den Garten, ohne Struktur. Ein Check mit der AI lieferte ein ernüchterndes Ergebnis: Die hat nicht mal geschnallt, dass ich Webdesignerin bin…
Hat sich mein Linkedin-Jahr monetär gelohnt? Nicht wirklich. In Sachen persönliche Entwicklung auf jeden Fall. Und ich hab richtig viel gelernt.
Mein Fazit und mein LinkedIn-Tipp für dich: dranbleiben. Mit mehr Plan, Vorbereitung, Struktur und Kontinuität.
Wenn ein Kunde nicht zahlt – mein Learning
Beruflich war 2024 eine Berg- und Talfahrt. Viel Arbeit wechselte sich mit trockenen Durststrecken ab. Und eine miese Erfahrung blieb mir nicht erspart: Ein Berufsverband im esoterischen Bereich verweigerte mein Honorar für die geleistete Arbeit an der neuen Website. Eine Arbeit, mit der der Vorsitz laut E-Mail sehr zufrieden war.
Was passiert ist? Ich hab eine Zwischenrechnung geschickt. Sofort kam der panische Stopp: „Frau Straub, stellen Sie alle Arbeiten ein.“ Und der Vorsitz beendete die Zusammenarbeit.
Die Sache ist rechtlich eindeutig: Nach dem BGB kann ein Kunde Werkverträge jederzeit beenden. Die Knackpunkte: Wenn er am Werk Mängel beschreibt, muss er dem Dienstleister die Möglichkeit zur Nachbesserung einräumen. Gibt es KEINEN Mangel (wie in meinem Fall), muss der Kunde die bisher geleistete Arbeit bezahlen plus eine Art Aufwandsentschädigung.
Das Verweigern von Zahlungen haut nicht nur finanziell rein. Vor allem emotional trifft mich so ein Verhalten. Und ich frage mich sofort: Was ist da schief gelaufen? Wer mich kennt weiß: Ich leg mich richtig ins Zeug. Ich gebe alles und noch mehr, damit die Kunden ein klasse Ergebnis haben.
Schwamm drüber.
Mein Fazit: Ich vergesse nie wieder, meine AGB mitzuschicken. Die schützen zwar nicht vor unlauteren Absichten und schrägen Reaktionen, aber sie erleichtern einiges.
Wie ich Kunden aus dem DACH-Raum gewinne
Die meisten meiner Kundinnen und Kunden sind zauberhaft. Und es gibt immer wieder coole Überraschungen. Wie der Kunde aus der Schweiz: Er hat mich über meinen neuesten Blogartikel gefunden, den ich erst vor einem halben Jahr veröffentlicht hatte: „Newsletter erstellen mit Brevo.“ Eine ausführliche Beschreibung, wie in Brevo Listen erstellt und Kampagnen angelegt werden und wie das funktioniert mit Double-Opt-In-Mail und Formularen.
Erstaunlich waren für mich drei Erkenntnisse:
- dass meine Artikel sogar in der Schweiz ausgespielt werden,
- dass der Kunde ohne vorherige „Touchpoints“ mein vierstelliges 1:1-Mentoring gebucht hat,
- dass sogar Shopbetreiber Teil meiner Zielgruppe sein können.
Die Erkenntnisse bringen mich zu diesen Schlussfolgerungen:
- Ein Blog lohnt sich nach wie vor. Immer. Je mehr Artikel, desto wirksamer.
- Und: Es ist relativ egal, mit welchem Thema ein Besucher auf die Website kommt. Wenn der Besucher durch hilfreiche Blogartikel Vertrauen gewonnen hat, bucht er auch zu anderen Themen als zum ursprünglich gesuchtem.
- 2025 wird mein Blog-Jahr (mit mindestens einem Artikel pro Monat)
Warum ich 2025 auf 1:1 setze und Gruppenkurse überdenke
Mein 1:1-Mentoring Website Gold ging im letzten Quartal gut ab. Das hab ich auch dem wunderbaren Team von Marike („wasjournalistenwollen.de“) zu verdanken. Das Team hat mich regelmäßig weiterempfohlen.
Großes Danke an dieser Stelle!
Und ich danke meinen KundInnen, dass sie mir geholfen haben, mein Angebot zu optimieren. Denn auch ich hab in der Zusammenarbeit mit ihnen viel gelernt, vor allem eins: Wie die Mentees in 1:1-Angeboten lernen, ist komplett unterschiedlich. Die einen setzen auf schriftliche Unterlagen und Screenshots und können mit Videos nichts anfangen (geht mir übrigens genauso); die anderen können nicht genug Videos haben.
Das heißt für mich: 2025 werde ich einerseits die Workbooks optimieren, auf der anderen Seite noch mehr Videos machen und anbieten.
Was mäßig lief: Website Sprint
Mein Workshopangebot Website Sprint kam unterschiedlich gut an. Eine Kundin hatte eine Agenda und eine Dokumentation vermisst. Für den Workshop hatte ich bislang die Aufzeichnung vorgesehen und ein Workbook. Weil ich damit flexibler bin und mich an die Anforderungen der Teilnehmer anpassen kann. Ich vermute auch, dass einige Kundinnen überfordert waren mit der Fülle an Informationen. Oder besser: Das Verhältnis Information zu Ergebnis stimmt nicht.
Ich überlege mir jetzt, den Workshop zu überarbeiten und daraus zwei unterschiedliche Angebote zu machen. Für Anfänger und für Fortgeschrittene.
Was nicht so gut lief:
Mein Kursangebot Website Wunder. Gut, ich hab kaum Werbung gemacht. Trotzdem hab ich den Eindruck, dass 1:1-Angebote eher gewünscht werden.
Mein Resümee: 2025 klopp ich ordentlich die Trommel für Website Gold, das 1:1-Mentoring. Und ich entwickle kleine Angebote im dreistelligen Bereich mit zusätzlicher Begleitung.
Und zwischendurch: Auszeiten vom Alltag:
Selbstfürsorge: Das mach ich für meine Gesundheit
Kleine Auszeiten find’ ich wichtig. 2024 gab’s einige davon:
Viele lange und kurze Fahrradtouren, Ausstellungsbesuche, Boulespiele, Wanderungen in der Lüneburger Heide, an der Elbe oder im Wildgehege Schwarze Berge (ich bin nämlich hoffnungslose Tiernärrin…) und natürlich Treffen mit Freunden.
Was 2024 zu kurz gekommen ist: längere Pausen am Arbeitstag und tägliche Bewegung. Mindestens eine Stunde.
Zur Selbstfürsorge, nämlich geistige Gesundheit, gehört für mich auch die Beschäftigung mit Kunst. Kunst inspiriert mich, erweitert meinen Horizont und führt mich zu mir selbst. Für große Leinwandformate fehlte mir 2024 Zeit und Muße. Dafür hab ich kleine Formate gezeichnet. Diesmal digital.
Malerei digital: iPad + Procreate statt Leinwand
Ich hab die App Procreate entdeckt, mit der man auf dem iPad malen kann.
Und das sieht so aus:
Ich nehme die Fotografien meiner gemalten Leinwand-Arbeiten (möglichst hochauflösend). Diese digitalisierten Bilder importiere ich in Procreate. Dann übermale ich mit dem Apple Pen. Die analogen Originale überdecke ich nicht komplett, sondern ich lass sie durchschimmern. Das gibt dem neu entstehenden Bild eine virtuelle Tiefe.
Procreate arbeitet ähnlich wie Photoshop mit Ebenen, Transparenzen und unterschiedlichen Pinseleinstellungen (die analogen Pinseln nachempfunden sind). Das ermöglicht einen feinstufigen Schichtenaufbau der Farben und Formen, ähnlich wie bei der analogen Malerei.
Übrigens läßt sich die Auflösung der Arbeiten vorher einstellen. Ich wähle 5.000 Pixel. So kann das Bild ausgedruckt werden, ohne pixelig zu werden.
Und sehen kannst du die Ergebnisse hier >>>
Herzensmenschen statt Energie-Vampire: 2024 was das Jahr der echten Verbindungen
2024 hab ich beschlossen: Ich möchte nicht mehr, dass mich Menschen mit toxischen Verhaltensweisen runterziehen. Menschen, die wenig Wertschätzung anderen gegenüber haben oder Intriganten und Opportunisten muss ich nicht ertragen. Seit 2024 breche ich solche Beziehungen konsequent ab. Auch wenn es heißt, dass ich andere Menschen innerhalb der Gruppe ebenfalls verlassen muss.
Zum Glück begegnen mir immer wieder wundervolle Menschen. Wie Birgit, eine herzliche, humorvolle, großzügige und feinsinnige Frau. Jede Plauschstunde mit ihr erfrischt mein Herz. Birgit und ich haben uns über die Plattform nachbarn.de „gefunden“: Ich hab mich dort vorgestellt, sie hat mich angeschrieben und wenig später saßen wir gemeinsam im Cafe. Das war im Herbst 2023. Die Bekanntschaft zu Birgit entwickelte sich 2024 zu einer echten Freundschaft und zu einer wunderbaren Bereicherung meines Lebens.
Für diese Freundschaft bin ich wirklich dankbar. Eine meiner wichtigsten Erkenntnisse 2024: Wirklich glücklich machen uns nur gute Beziehungen zu Menschen. Klar, ist eine Binse. Schreibt jeder „So-gehts-dir-besser“ Ratgeber.
Aber: Erfühlen muss man’s selbst.
Das habe ich 2024 zum ersten Mal gemacht.
Reduktion aufs Wesentliche nicht nur bei Menschen. Auch bei Dingen:
Ich hab die blöde Angewohnheit, Dinge zu horten. Deko, Klamotten, praktische Dinge… In einer großen Wohnung kann‘s klappen. Eine kleinere Wohnung macht diese Angewohnheit schnell zum Alptraum.
Eine Lösung musste her. Meine Idee: ein Hofflohmarkt!
Birgit war sofort Feuer und Flamme. Sogar unser Vermieter war begeistert, wollte mitmachen und spendierte uns Biertische und -bänke. Der Hof mit seinen beiden schattenspendenden Bäumchen und die hübschen Kräuterkübel, umgeben von mittelalterlichen Fachwerkfassaden, waren die perfekte Kulisse für einen romantischen Flohmarkt.
Hinterher hab ich mich irgendwie befreit gefühlt…
Mein Resümee für 2024
Was habe ich 2024 über mich selbst gelernt?
Zwei Dinge sind mir klar geworden, mit denen ich mir gleichzeitig ein Stück näher gekommen bin:
- Persönliches vor fremden Menschen zu schreiben fällt mir leichter, als ich dachte. Die tolle Unterstützung der Community auf Linkedin hat mir geholfen.
- Mein zweites Leaning: Es tut mir gut, schlechten Beziehungen aus dem Weg zu gehen. Statt wochenlang darüber zur grübeln, warum ich mit xy aneinandergeraten bin und warum eine Klärung nicht möglich ist, kappe ich einfach die Beziehung. Hilft ungemein.
Was lief weniger gut?
Planung, Fokus, Kontinuität.
Drei Aspekte, die 2024 besser hätten laufen können.
Mein Ausblick auf 2025
Mein 2024 in Zahlen
- Linkedin-Follower: 1.145
- Instagram-Follower: 278
- Facebook-Fans: 892
- Blogartikel: 1
- Höhe meiner Domain Authority: 10
- Geschriebene Newsletter in diesem Jahr: 47
- Durchschnittliche Öffnungsrate: 45 Prozent
- Urlaube: 4
Da ist auf jeden Fall eine Menge Luft nach oben. Nur EIN Blogartikel im Jahr ist echt peinlich. Jedenfalls für eine Frau, die sich mit Webdesign, SEO und Content beschäftigt. Und die Newsletter: nicht ganz ein Newsletter pro Woche. Das möchte ich optimieren (zwei pro Woche wären super).
Meine Ziele 2025:
- Linkedin ist mein Social-Media-Favorit geworden. Und nicht nur das: Es lohnt sich, hier aktiver zu werden und Angebote zu posten. Facebook werde ich nicht weiter bespielen. Der Kanal passt einfach nicht zu mir.
- 119 geschriebene Newsletter im Jahr ist eine gute Zahl. Dennoch kommt zu wenig Feedback, trotz hoher Öffnungsrate von bis zu 45 Prozent. Mein Ziel: die Newsletterliste um 500 Leser vergrößern.
- Ein Blogartikel im Jahr ist definitiv zu wenig. Mein Ziel 2025: Mindestens ein Blogartikel pro Monat, besser zwei.
- Die ich dann in noch mehr Newslettern und Linkedin-Posts teilen werde.
- Und vielleicht wächst mit den Artikeln auch meine Domain Authority Richtung 20 (Stichwort Sichtbarkeit und mehr Kunden). SEO wird 2025 ein großes Thema für mich sein.
- Meine Website werde ich umstrukturieren. Gestalterisch und technisch: Was ich 2024 begonnen hab, wird 2025 umgemodelt. Für die Blogartikel baue ich ein neues Template, damit das Schreiben effektiver und zeitsparender klappt.
- Meine Angebote möchte ich optimieren: Mehr Videos und eine klare Agenda für Website Gold. Website Sprint teile ich wahrscheinlich in 2 unterschiedliche Angebote (für Anfänger und für Fortgeschrittene). Und die Preise werden definitiv erhöht.
Diese großen Projekte gehe ich 2025 an
Endlich wieder Ausstellungen
2024 bin ich zum BBK Uelzen gewechselt und ich freue mich auf neue Menschen und Aktionen. Und ich stelle wieder aus. Zwei Orte stehen fest: ein Kloster in Uelzen und die Galerie des BBK Uelzen. Auf beide Ausstellungen freue ich mich riesig. Eine Idee für Arbeiten habe ich noch nicht. Wahrscheinlich werden es kleine Formate sein.
Epilepsie und WordPress und was beides gemeinsam hat
Ich möchte eine autobiografische Erzählung schreiben. Das Buch ist mir wichtig, weil ich darin meine Erfahrung mit der Epilepsie verarbeiten möchte.
Epilepsie wird immer noch stark tabuisiert. Vielfach geistert die Vorstellung durch die Köpfe, dass Epileptiker geistig eingeschränkt sind. Was natürlich nicht stimmt (übrigens: Julius Caesar, Lenin, Dostojewskij, Agatha Christie, Elton John waren und sind Epileptiker – neben vielen anderen Promis).
Hast du gewusst, dass in Deutschland die Zahl der von Epilepsie Betroffenen genauso hoch ist wie die der Diabetiker? Es wird Zeit, darüber zu reden.
Meine zweite Buchidee ist ein Buch über WordPress. Mir geht es darum, selbständigen Frauen den Zugang zu diesem System zu erleichtern. Mit dem richtigen Pagebuilder als Theme, Website-Texten, die Kunden überzeugen, dem stimmigen Design und einer korrekten Usability kann jede Frau eine erfolgreiche Website bauen, mit der sie neue Kunden gewinnt.
So kannst du 2025 mit mir zusammenarbeiten
2025 werde ich mich mehr als bisher auf Website Gold fokussieren. Mein 1:1-Mentoring, in dem du mit mir gemeinsam deine konvertierende Website aufbaust. Aber natürlich kannst du mich auch damit beauftragen, deine Website zu machen.
Also:
- Wenn du deine Internetpräsenz von einer Webdesignerin mit 18-jähriger Erfahrung mit Blick auf Text und Branding umsetzen lassen möchtest, oder
- wenn du mit meiner Hilfe lernen möchtest, deine Website selber zu machen und instand zu halten,
dann buch einfach einen kostenlosen Call bei mir.
Das kannst du hier >>>
Lüneburg, Elbe und die Nordsee in Bildern
Demos gegen rechts: Im Januar waren in vielen Städten Demos gegen rechts. Auch in Lüneburg.
Hochwasser: Im Januar, Februar, März und September war irres Hochwasser. Nach den trockenen Sommern konnte die Natur aufatmen. Und ich hatte wunderschöne Fotomotive.
Der Ritt auf der Kanone: Ein Naturschutzgebiet mitten in der Stadt: Wer Lüneburg besucht, sollte unbedingt einen Abstecher auf den Kalkberg machen. Oben angekommen gibt’s einen herrlicher Blick über die ganze Stadt. Und ein echte Kanone…
Karottenweiß: Im Sommer hab ich wieder meine liebste Wildpflanze gepflückt: die wilde Karotte. Wußtest du, dass sie die Stammform unserer Gemüsekarotte ist?
Buchen buchen: Obwohl inzwischen von breiten Straßen durchschnitten, hat der Wald um Lüneburg immer noch seinen dichten, wundervollen Buchenbestand. Wunderschön. Besonders im Herbst.
1.000 Shades of Grey – Nordsee: Ich liebe die Nordsee. Klar, oder? Sie ist immer anders. Und der Himmel darüber. Nicht 50 Shades, sondern 1000 und 1 Grauton. Und wenn der Sturm Löcher in die Wolkendecke reißt und die Sonne die Wolken graublau färbt: Bühne frei für ein dramatisches Licht.
von ConstanzeStraub | Dez. 20, 2022 | Rückblicke
Mein Rückblick auf meine eigenen Ziele für 2022
Was hab ich mir für 2022 vorgenommen und wie ist es gelaufen?
Meine Website für mein Angebot „Wordpress Coaching“ ist endlich fertig und das geniale Programm Populär von Marike Frick ist im März zu Ende. Mein Ziel: Mindestens 100 Newsletter-Anmeldungen am Endes des Jahre – sonst schmeiß ich alles hin. Tja: Es ist anders gekommen als ich dachte.
Allein weiter oder noch ein Programm?
Allein ist immer anstrengend. Also bin ich noch einen Schritt weitergegangen. Und ich hab mich im April für ein weiteres 4-stelliges Business-Programm entschieden: Populär Rockstars, das Folgeprogramm von Populär.
Kein wirkliches Ziel, aber vorgenommen hab ich es mir doch: Fahrradtouren und Boulespiele. Leider ist beides viel zu kurz gekommen: Bestimmt 80 % meiner Zeit hänge ich im Büro und arbeite an Kundenaufträgen und an meinem Online-Business.
Dafür ist dieses Jahr definitiv unser Jahr des Meeres: Dreimal kurz hintereinander machen wir Urlaub an der Nordsee, in Nordfriesland. Fahrradtouren auf Föhr, viele Schifffahrten bei schönstem Frühsommerwetter und Boulespiele im Watt – das tat gut.
Seit Anfang 2021 haben wir endlich wieder ein Auto, nachdem der alte Volvo vollkommen seinen Geist aufgegeben hat. Der Nachteil: Ein Auto verführt zu Wochenendausflügen. Vielleicht einer der Gründe, warum wir an vielen Wochenenden in die Lüneburger Heide fahren.
Aber an und an fahren wir doch mit dem Fahrad raus. Unser liebstes Ziel: die Ilmenauaue. Diese schöne Landschaft am Rand von Lüneburg ist zu jeder Jahreszeit sehenswert. Klar, dass ich immer wieder anhalten musste, um mein Handy zu zücken. Die Fotos hab ich hier auf der Seite verteilt.
Was ist künstlerisch gelaufen?
Nicht viel. Seit unserem Umzug Weihnachten 2020 hab ich kein Atelier mehr. Und die Businesskurse 2021 und 2022 haben mir für Kunst keine Zeit gelassen. Naja, nicht ganz: Im Sommer 2022 hat meine Idee zu einer Installation Form angenommen.
Mein Jahresrückblick 2022
Populär und Populär Rockstars sind zwei schon fast legendäre Programme von Marike Frick. Im September bin ich mehr oder weniger zufällig in Marikes Bootcamp reingerutscht, ihr Launch zu ihrem Programm „Populär“. Ich hatte gerade ein Durchhänger und wußte nicht, welche Schritte ich weitergehe mit meinem Angebot „Wordpress Coaching“. Da kam mir das Bootcamp als Abwechslung recht.
Fast mehr zum Spaß war ich alle drei Bootcamptage dabei und hab fleissig mitgeschrieben in der Facebookgruppe. Es gab sogar etwas zu gewinnen: Ein Platz im Programm. Einfach so.
Und dann, ich dachte, ich träume: „Die Gewinnerin ist: Constanze…“. Wie? Nee, ich bestimmt nicht. So viel Pech, wie ich in letzter Zeit hatte…
„Constanze Straub!“. Ich hab mein Glück kaum fassen können: Ein Sechser im Lotto. Auf einen Schlag bin ich rausgerissen worden aus dem Tiefpunkt und dem Grübelkarussel.
Von Oktober 21 bis März 22 jetzt also Populär. Sechs Monate. Die Zeit ist wie im Rausch dahingeflogen. Ich dachte, ich wäre mit meiner Website durch und gut aufgestellt: Pustekuchen. Was Marike und ihr Team an Input raushauen und wie meine Website mit den richtigen Worten aufgepeppt wurde – sensationell.
Drei Blogartikel hatte ich bereits in Sandra Holzes Programm „Online Profitabel“ geschrieben. Aber irgendwie fehlte mir das gewisse Extra, die Struktur, gute Überschriften. Mit den Anleitungen, Tipps und Feedbacks in Populär hat mir das Bloggen richten Spaß gemacht. 10.000 Zeichen waren gar nichts und im nu runtergetippt.
SEO war natürlich auch ein Thema in Populär. Denn wie will man im Internet „populär“ werden, wenn die Seite nicht auf Google gefunden wird? Für mich kein Neuland, denn Websites von Kunden hab ich schon vor 10 Jahren suchmaschinenoptimiert. Allerdings auf statischen Websites und SEO war damals noch viel einfacher.
SEO ist kein Geheimnis und jeder bekommt das hin. Es ist nur viel Arbeit. Für meine eigenen Websites hatte ich dazu nie Zeit. In Populär musste ich lernen: Meine neue Website zum WordPress-Coaching dümpelte irgendwo ganz weit hinter den Bergen. Nicht mal unter den ersten 100 wurde sie gefunden. Es ist eben doch etwas anderes, ob man eine Seite über Wandern in Hamburg nach vorn bringt oder über so ein heiß umkämpftes Keyword wie WordPress.
In Populär bin ich also endlich ins Tun gekommen. Und cool: Mit dem Suchbegriff „Wordpress Menü bearbeiten“ bin ich mittlerweile auf Seite 1. Darauf bin ich stolz.
Wunderbar war auch die Community von Populär. Viele tolle Frauen habe ich dort kennengelernt. Spannend, was es für Angebote da draussen gibt. Einige Frauen haben mich sogar gebucht und die Zusammenarbeit mit ihnen hat richtig Spaß gemacht.
Ach, und Facebook: Klar, die meisten Programme begleiten ihre Teilnehmerinnen in einer geschlossenen Facebookgruppe. So auch Marike und ihr Team. Obwohl mir Facebook schon immer unsympathisch war und irgendwie suspekt – Spaß hat die Quatscherei dort trotzdem gemacht. Ich gebe zu: Facebook kann echt süchtig machen.
Das Bootcamp: Populär Rockstars
Tja, leider hat alles mal ein Ende. Auch Populär. Nach viel zu schnell rasenden 6 Monaten wieder eine Überlegung: Zum Ende von Populär hat Marike ihr Folgeprogramm Populär Rockstars angeboten. Es sollte anders ablaufen: 8 Monate lang drei Bootcamps zu je einem Monat, zwischendurch regelmäßige Treffen auf Zoom und die Möglichkeit, in der neuen Rockstars-Facebookgruppe Fragen stellen zu können.
Ja oder Nein? Lange hab ich nicht überlegt. Denn ich wußte, nach Populär würde ich irgendwie Entzugserscheinungen haben. Die regelmäßigen Aufgaben, die regelmäßigen Treffen auf Zoom, der inspirierende Austausch mit den Mentorinnen und den anderen Teilnehmerinnen in Populär – das war schon klasse. Mit Rockstars würde ich bestimmt noch einen Schritt weiterkommen.
Und im Mai ging’s los. Womit? Mit meinem Freebie. Okay, ich hatte schon eins. Das hatte ich ein Jahr vorher fertig gestaltet. Der Titel: „So installierst du WordPress“. Das Freebie sah nett aus und hatte bestimmt gute Tipps – aber war viel zu lang. 20 Seiten sind für ein schnelles Erfolgserlebnis zu umfangreich. Zu groß ist die Gefahr, dass die Leserinnen überfordert werden. Und dann ist die gut gemeinte Hilfe keine Hilfe mehr.
Außerdem: Ich wollte eine andere Zielgruppe ansprechen. Frauen, die noch ganz am Anfang stehen und noch mehr Technikunterstützung brauchen. Dafür brauchte ich ein anderes Freebie-Thema.
Das hab ich gefunden: „8 einfache Schritte zur selbstgebauten Website – ein richtig verständlicher Fahrplan, den du sofort umsetzen kannst“.
Aber jetzt kommt der Clou: In Rockstars hatte Marike alle Freebies über ihren Newsletter verteilt. So hab ich von heute auf morgen, innerhalb von 3 Tagen, 90 Anmeldungen bekommen. Schnell war die 100er-Marke geknackt.
Ich war stolz wie Bolle. Aber vor allem: Ich musste jetzt umdenken. Denn mein Plan am Anfang des Jahres war: Ich schmeiße alles hin, wenn ich am Ende des Jahres die 100 Newsletter-Anmeldungen nicht erreiche… Jetzt also los!
Die nächste Herausforderung für mich: Posts auf Facebook zu schreiben. Es gibt ja Leute, die keine Hemmungen haben, selbst den größten Blödsinn auf Facebook zu posten. Das möchte ich natürlich nicht – aber ich möchte auch nicht nerven. Ach, diese typische Frauenangst, andere Leute zu nerven oder irgendjemanden zu nahe zu treten… Wie kann man sich diesen Unsinn nur abgewöhnen? Denn längst nicht allen wird der Post ausgespielt. Ja, und wen der Post wirklich nervt – der kann einfach weiterscrollen oder wegklicken. Inzwischen poste ich einfach drauflos, wenn ich Bock dazu habe. Nun fehlt nur noch die Strategie…
Die nächste große Überraschung in Populär Rockstars: Meine erste „richtige“ Salespage hat vom PR-Team ein grandios gutes Feedback bekommen. Haben meine Umfragen und das „Reinhören“ in meine Wunschkundinnen doch was gebracht? Na gut, wirklich zeigen wird sich der Erfolg erst, wenn sich Kundinnen auf meinen Kurs anmelden. Das wird der nächste Jahresrückblick zeigen. Trotzdem: Ich hab allen Grund, richtig stolz zu sein auf meine Salespage.
Gefühlt hab ich das ganze Jahr über im Büro verbracht. Die Textarbeiten an meiner Website, Formulierungen schärfen, Wunschkundin noch klarer definieren, meine Learnings, die ich während der Arbeit als WordPress-„Coach“ gemacht habe, mein Freebie, die Salespage, Newsletter schreiben – alles Arbeiten, bei denen ich so viel Neues gelernt habe.
Mit dem Schreiben von Blogposts hab ich 2021 angefangen. Zuerst waren es nur Expertenartikel. Natürlich Rund um das Thema WordPress. In Populär hab ich gelernt, durch kluge und logische Strukturierungen möglichst effizient wirklich hilfreiche Blogartikel zu schreiben.
Aber erst im Herbst 2022 hab ich eine für mich völlig neue Form des Bloggens entdeckt: persönliche Blogartikel. Mit der Blogchallenge „Blog Rapid Flow“ von der grandiosen Judith Peters hab ich das persönliche Bloggen für mich entdeckt. Dabei plane ich schon seit Jahren einen persönlichen Blog. Aber manchmal braucht es doch einen kleinen Tritt in den Hintern in Form einer Challenge.
Mir ist ein Licht aufgegangen: Persönliches bloggen macht noch mehr Spaß als Expertenartikels. Und ich war erstaunt: Mein sehr persönlicher Blogartikel über meine Angst, vor fremden Menschen aufzutreten, Reden zu halten, und wie ich diese Angst überwunden hab, hat von all meinen Posts die meisten Kommentare erhalten. Da kann man mal sehen…
Der richtige Augenblick
Mein Businesswebsite war im Sommer fertig. Okay, fertig ist eine Website nie und ein Blog schon mal gar nicht. Aber die statischen Seiten waren soweit gut, dass ich damit leben konnte. Jetzt fehlte nur noch ein schönes Bild von mir. Oder zwei. Oder drei…
Bis dahin hatte ich nur mein Selfie, dass ich im Sommer 2020 gemacht hatte. Gut, das Selfie ist sehenswert geworden. Es hatte eine gute Ausleuchtung, denn das indirekte Tageslicht vom Seitenfenster und von der Loggia vorn hat mein Gesicht schön modelliert. Aber man sieht eben, dass es ein Selfie ist, denn die Haltung ist merkwürdig steif. Außerdem hatte ich eben nur dieses eine Bild. Und gelacht hab ich mal wieder nicht.
Also es mussten Bilder her. Woher nur? Ich hab in der Umgebung gegoogelt: Die meisten Fotografinnen bieten einen Bauchladen an Fotosessions an: von Business über Hochzeit bis zu Baby- und Tierfotografie. Das hatte mich nicht angesprochen. Denn ich bin überzeugt: Man kann nicht in allen Bereichen gut sein.
Das denke ich, weil ich vor 30 Jahren meinen Gesellenbrief in Fotografie gemacht habe. In dem Ausbildungszentrum des Photografenhandwerks (APH, heute Akademie für Fotogafie) habe ich gängige Fotografiebereiche inklusive Laborarbeiten gelernt: Reportagefotografie mit der Kleinbildkamera, Porträtfotografie mit der Mittelformatkamera und Architektur- und Table-Top-Fotografie an der Großbildkamera.
Die Großbildkamera mit ihren 9 x 13 cm großen Negativen hat mich fasziniert. Aber gut war ich nur im Bereich Tierfotografie – entweder mit Kleinbildformat oder mit Mittelformat. Andere Bereiche lagen mir nicht, deshalb waren die Fotos nicht gerade berauschend.
Vielleicht klingt es arrogant. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Fotograf wirklich in allen Bereichen gut ist. Jedenfalls wollte ich das für meine Business-Fotos nicht drauf ankommen lassen.
Also – von wem lasse ich mich fotografieren? Doch wieder Selfies? Nein, das war ausgeschlossen. Die gekünstelte Haltung sieht man Selfies an. Für Facebookpostings sind sie okay, nicht aber für eine Business-Website.
Ein weiterer Knackpunkt: Ich stehe zwar gern hinter der Kamera – lasse mich aber nur sehr ungern fotografieren. Das war für mich fast das größte Problem.
Wie gut, dass ich auf die wunderbare Philine Bach gestossen bin. Sie war wie ich in Populär Rockstars. Philine ist eine Fotografin, die sich darauf spezialisiert hat, Frauen mit einer Scheu vor einer Kamera zu fotografieren. Ihre Website, ihr Angebot und die Fotos von ihren Kundinnen haben mich überzeugt. Schnell war ein Termin gefunden. Eine Kundin von mir, Elke Allers, brauchte ebenfalls Fotos von sich. Sie wohnt in der Nähe von Lüneburg. So konnten wir schnell ein gemeinsames Wochenende finden und Philine hatte nur einen Weg.
Über den genauen Ablauf der Session hab ich hier geschrieben. Nur noch dies: Mit den Fotos hat meine Website einen Quantensprung gemacht. Wenn auch du Fotos von dir brauchst für deine Business-Website: Philine empfehle ich gern weiter. Und das Beste: Sie kommt zu dir, du musst nicht extra nach Potsdam fahren.
Zwischen Pfahlbauten und Meeresboden
Na gut, gelegentlich hab ich das Büro verlassen. Und sogar Lüneburg den Rücken gekehrt: Guido und ich lieben die Nordsee. Also haben wir alle freien Tage genutzt und sind schon dreimal in diesem Jahr an die See gedüst.
Im April waren wir in Risum-Lindholm. Ein Dörfchen in der Nähe von Niebüll. Dort haben wir in der Ferienwohnung eines Bekannten (und Kunden) von mir übernachtet. Von hier aus sind wir mit dem Fahrrad nach Dagebüll zum Fähranleger gefahren. Von dort aus ging’s per Schiff nach Föhr. Die Insel hat sich seit meiner Kindheit sehr verändert.
Mit 12 Jahren war ich das erste mal dort. Meine Eltern hatten meinem Bruder und mir einen „Kinderurlaub“ gegönnt. An zwei Dinge erinnere ich mich besonders: an das Strandburgenbauen (meiner Burg hab ich den Namen „Nordseelorelei“ gegeben –keine Ahnung, wie ich auf diese Schnapsidee gekommen bin) und den unsagbar blöden Mittagsschlaf, den die Kinder halten mussten (ich war natürlich nie müde und hätte am liebsten draußen rumgetobt). Aber nicht alle mussten schlafen: Die Jungs „durften“ arbeiten. Das Reeddach des Ferienhauses vom Vermieter sollte nämlich gedeckt werden. Dabei „durften“ die Jungs helfen. Daran muss ich immer denken, wenn ich auf Föhr bin.
Inzwischen ist Föhr ein Touristenmagnet geworden. Einfach zu romantisch, die kleinen Gässchen in der Altstadt in Wyk und herrlich, die schönen, langen Strände auf der Ostseite der Insel.
Im Mai und später im August haben wir wieder Ferienwohnungen auf Eiderstedt gebucht. Landidylle umgeben von Wiesen, Rindern und Schafen. Ein Besuch der Friesischen Schafskäserei in Tetenbüll war natürlich auch drin. Ein Bioland-Hofladen mit unglaublich leckeren Käsen. Klar, dass wir uns wieder mit einem Vorrat eingedeckt haben.
An der Nordsee wird uns nie langweilig. Ich kann mich nie sattsehen an der Weite der Kooge und dem scheinbar grenzenlosen Meer. Wenn die Blicke auf der Nordsee ruhen, können sich unsere Augen von der Reizüberflutung am Computer erholen. Und der herzhafte Geruch von Meer und Algen belebt unsere überforderten Stadt-Nasen. Die Nordsee ist eine Wohltat für alle Sinne: der tosende Wind, die mal sanft plätschernden, mal donnernd tosenden Wellen der See sind eine Herausforderung für die Ohren – und doch gleichzeitig Erholung vom Alltag.
Auf den langen Strandspaziergängen genießen wir den knirschenden, weichen Sand unter den nackten Füßen oder das kühle Watt und den frischen, salzigen Wind auf der Haut abends nach einem heißen Sommertag. Ich liebe das Meer – nichts läßt sich so sehr mit allen Sinnen wahrnehmen als die See.
Ein besonderes Highlight für mich: Boulespiele im Watt. Abends, als die Sonne auf Halbmast stand und die Hitze endlich nachgelassen hat, haben wir unsere Kugeln geschnappt und auf dem Meeresboden Löcher geworfen. Zum Glück hatten wir optimale Niedrigwasser-Zeiten. Obwohl: Gegen Ende unseres Augusturlaubs hatten wir doch einen Sonnenbrand abbekommen. Ich hatte mir zwar zwei sagenhaft coole Sonnenhüte gekauft – aber im August war es am Strand ziemlich stürmisch und die Hüte wären mit Sicherheit eine lange Reise gesegelt.
Wenn wir Hunger und Durst hatten, haben wir in einer der Strandbars gegessen. Wer Eiderstedt kennt, hat sie schon gesehen: die eindrucksvollen Pfahlbauten an den Stränden bei St. Peter Ording. Hier gibt es einige schöne Restaurants. Na ja, manchmal ist die Aussicht schöner als das Essen – aber der weite Blick über die Nordsee bei Sonnenuntergang bei einem kühlen Radler ist Gold wert.
In der Lüneburger Heide
Seit 2021 wohnen wir in Lüneburg – meine Heimatstadt. Komisch, die Lüneburger Heide hat mir damals nie viel bedeutet. So ist es wohl immer, wenn man mitten im Urlaubsgebiet wohnt. Das, wohin andere von weit her kommen, weiß man als Anwohner wenig zu schätzen. Mit 25 Jahren bin ich aus Lüneburg gezogen – und war zu der Zeit nicht ein einziges mal in der Lüneburger Heide. Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern.
Jetzt, als „Wieder-Lüneburgerin“, nach mehr als 20 Jahren an der Elbe, hab ich diese Landschaft gemeinsam mit meinem Mann entdeckt. Okay, sie reizt mich längst nicht so sehr wie die Nordsee, obwohl die Landschaft doch viel abwechslungsreicher ist als das Meer. Aber sie hat was. Die sanften Hügel, die weiten Heideflächen, die lustigen Schafherden haben uns eingeladen, an den Wochenenden zu wandern. Ich geb’s zu: Es waren eher Spaziergänge. Aber Spaß hat’s trotzdem gemacht.
Ach ja – einmal waren wir zu viert mit der Pferdekutsche unterwegs: meine Mutter, mein Bruder, Guido und ich. Leider haben wir keine Fotos gemacht. Das Gerüttel während der Fahrt war allerdings ein wenig unheimlich. Zumal eins der Pferde plötzlich während der Fahrt aufbäumte, weil das Gespann kaputt ging. Der Kutscher hat uns gebeten, das Pferd zu beruhigen. Guido ist ausgestiegen und hat den riesigen Pferdekopf gehalten. Nach kurzer Zeit wurde das Tier ruhiger und der Kutscher konnte das Geschirr reparieren. Mir war hinterher doch etwas mulmig während der wackeligen Fahrt auf dem Kopfsteinpflaster.
Und was ist mit Kunst? Splitter aus Tinte
An der Leinwand konnte ich nicht arbeiten. Seit dem Umzug hab ich kein Platz mehr dafür und Zeit hab ich erst recht nicht. Wenigstens hab ich mit kleinen Zeichnungen wieder angefangen. Und das hatte sogar einen Anlass: 2021 wurde in unserer Straße, direkt unter meinem Bürofenster, die Straße aufgerissen. Oder besser: aufgeschnitten. Hast du schon mal das Geräusch gehört, das entsteht, wenn Asphalt aufgeschnitten wird? Ein ohrenbetäubender, schriller, durchdringender Lärm. Tagelang. Ich bin beinahe durchgedreht.
Die Kanalisation wird neu verlegt
Konzentriertes Arbeiten war also nicht möglich. Ich hab mich an die Arbeitsplatte gesetzt und hab versucht, wenigstens etwas zu zeichnen. Einfach zur Ablenkung. Ich hab mir ein Blatt Fotopapier im Postkartenformat geschnappt und mit Finelinern und Markern ein paar Striche darauf gezeichnet.
Aber statt zarter Striche und ästhetisch geschwungenen Linien wie noch 2019 ist etwas komplett anderes entstanden: merkwürdig gesplitterte Augen und Lippen waren zu sehen. Kein Wunder, denn ich hatte wahnsinnige Kopfschmerzen vom Krach.
Die Zeichnung gefiel mir. Also hab ich immer mehr Augen und Münder gezeichnet. Erst in allen Farben, die ich günstig auf Amazon bekommen konnte. Stifte aus China – zwar preiswert, aber nicht zu gebrauchen. Okay, ein Versuch wars wert. Also bin ich doch auf die teuren Copics umgestiegen. 2022 dann eine ganz andere Marke, die ich vorher nie gesehen hatte: Tombow.
Auf die bin ich nur durch Zufall gekommen: Ich hab nämlich an allen Nordseeurlauben meine Zeichnungen mitgenommen und abends gezeichnet. Irgendwann, ganz plötzlich: Keine Tinte mehr – blöd. Also gegoogelt: Wo ist der nächste Künstlerbedarfsladen oder ein Bürobedarfsladen?
In Husum. Tatsächlich, die kleine Stadt Husum hat ein richtig gut sortiertes Künstlerbedarfs-Geschäft. Übrigens eine sehr nette Inhaberin dort, falls du dich mal in Husum verirren solltest und Papier oder Stifte brauchst.
Leider gab’s keine Copics. Aber Tombow. Meiner Meinung nach Stifte, die genauso gut sind wie Copic – und dazu günstiger. Inzwischen bin ich dabei geblieben und, richtig cool: In Lüneburg gibt es auch ein Künsterbedarfsladen (wußte ich vorher nicht). Und welche Stifte führen die? Klar, Tombow.
Inzwischen hab ich mehr als 200 dieser kleinen Zeichnungen auf Fotopapier. Mein Ziel: Eine Installation daraus machen und irgendwo ausstellen.