von ConstanzeStraub | Okt. 24, 2023 | Persönliches
Nachhaltigkeit im Alltag: So mach ich es
Oktober, Herbst – es wird kalt und nass. Die ideale Zeit für Kreativität und für neue Schreibideen. Da kommt die alljährliche Blogparade von Judith Peters wie gerufen. Eines der interessanten Themen darin: „Mein Weg in die Nachhaltigkeit: Meine 10 kleinen Schritte für eine grünere Zukunft“ von Nicole Krüger
Mein erster Gedanke beim Lesen des Titels war: Och nö, noch so ein Dauerbrenner. Dazu ist so viel gesagt wurden. Und es ist doch klar, wie man „nachhaltig lebt“.
Ja?
Ist es das?
Da ploppt bei mir die nächste Frage auf:
Was bedeutet „Nachhaltigkeit“?
Was heißt „grünere Zukunft“?
„Nachhaltigkeit“, „Grün“ – beide Begriffe werden fast inflationär gebraucht. Und jeder versteht etwas anderes darunter oder setzt andere Schwerpunkte.
Dieses Blogthema hat mich ins Grübeln gebracht:
- Wo konkret ist meine Lebensweise nachhaltig?
- Und reicht es aus, was ich bereits umsetze?
- Kann ich Nachhaltigkeit im Alltag optimieren?
Ich halte es mit Dirk Steffens, Wissenschaftsjournalist und spezialisiert auf Umweltthemen: Der größte Batzen, mit dem wir zu mehr Nachhaltigkeit beitragen können, ist die Ernährung. Denn die brauchen wir täglich. Ich bin der Meinung: Wenn wir die Art unserer Nahrungsaufnahme überdenken, können wir Veränderungen bewirken, die Auswirkungen haben auf Natur und Klima unseres Planeten. Oder eben möglichst wenig Auswirkungen, je nach Sichtweise 😉
Ich gehe einen Schritt weiter: Wir können insgesamt unser Konsumverhalten ändern. Neben der Ernährung können wir im gesamten Haushalt und in unserem Freizeitbereich mehr oder weniger mehr Nachhaltigkeit in unsere Lebensweise einbringen. Ich denke an die Körperpflege, die (Haus)-Reinigung, unsere Bekleidung und Reisen.
Plastik vermeiden
Egal wo wir im Supermarkt hinsehen: Gefühlt 90 Prozent der Lebensmittel sind in irgendeiner Weise von Plastik umgeben. Sogar die Salatgurke. Muss das sein?
Kunststoff ist Segen und Fluch zugleich.
Und leider können wir das Rad nicht zurückdrehen. Kunststoffe werden bleiben. Doch wir können viel tun, damit weniger oder besser kein Plastik in den Meeren landet.
Für mehr Nachhaltigkeit vermeide ich nach Möglichkeit Umverpackungen aus Plastik. Beispiel: Ich kaufe frischen Käse an der Käsetheke (übrigens fast ausschließlich Ziegen- und Schafkäse). Meine Ernährung besteht zum großen Teil aus Gemüse, Obst und Salat, beides kann ich unverpackt frisch im Gemüseabteil des Supermarkts oder auf dem Wochenmarkt kaufen. Natürlich regional und saisonal. Und viele Produkte wie Joghurt gibt es im Glas. Oder wenigstens in Bechern aus hauchdünnen Plastikwänden, verstärkt nur mit Pappe.
Zum Glück gibt es kaum noch Einkaufstüten aus Plastik. falls ich mal ungeplant einkaufe: kein Thema. In jeder meiner Handtaschen und Rucksäcke (ich hab einen Handtaschentick) steckt eine faltbare Textiltasche. So bin ich für jeden Spontankauf gerüstet. Gleichzeitig vermeide ich, zusätzlich Papiertüten oder Jutetaschen zu kaufen.
Angebrochene Lebensmittel kommen in einen Glasbehälter oder ich wickle sie in Wachspapier ein. Frischhalte- oder Alufolie verwende ich nicht.
Übrigens kommen diese Gewohnheiten einer gesunden Ernährung entgegen: kaum Fleisch, reichlich Gemüse, jeden Tag etwas Obst und eine Handvoll Nüsse, dazu regelmäßig Hülsenfrüchte. Voilá – und schon achte ich auch auf meinen Körper.
Und was ist mit Kaffee? Ich liebe Kaffee, der morgendliche Latte Macchiato muss sein. Zur Zeit holen wir Fairtrade-Bohnen von Aldi. Es sind Robusta-Bohnen, die beim Anbau angeblich weniger Wasser brauchen. Allerdings könnte es sich lohnen, bei der Rösterei um die Ecke zu fragen (so eine haben wir tatsäch ein paar Schritte weiter). Dann würde auch die Plastik-Umverpackung der Kaffeebohnen wegfallen…
Plastik gibt es natürlich nicht nur bei den Lebensmitteln. Wenn ich mich im Badezimmer so umsehe, stehen dort mehr Plastiflaschen, als mir lieb ist. Leider hab ich noch keine Alternative gefunden. Bodylotions und andere Pflegeprodukte finde ich nur in Kunststoffflaschen. Wenigstens achte ich darauf, dass die Flaschen recycelt werden können und dass ich nicht mehr kaufe, als unbedingt nötig.
Wenig Fleisch und nicht aus Massentierhaltung
Ich bin keine Veganerin – dazu esse ich zu gern Eier, Käse und andere Milchprodukte. Und einige Male im Jahr hab ich Appetit auf ein schönes Stück Lammfilet.
Aber: Fleisch, Eier und Milchprodukte müssen aus artgerechter Tierhaltung kommen. Mir wird schlecht, wenn ich an die Schweine denke, eingezwängt und gestresst auf Spaltenböden mit wenig Sonnenlicht. Oder die Hühner, die sich eng eingepfercht die Federn aushacken. Die anderen Argumente gegen die Massentierhaltung sind bekannt: Umweltverschmutzung durch Ammoniak. Nitrat im Grundwasser, Zerstörung der Regenwälder, Antibiotikaresistenzen oder hohe Treibhausgasemissionen.
Eiweiß hole ich mir überwiegend aus Hülsenfrüchten, Nüssen und gelegentlich Fisch. Apropos Fisch: Am liebsten esse ich Lachs – aber ich weiß auch, dass dieses Thema wegen der Überfischung problematisch ist.
Keine verarbeiteten Lebensmittel essen
Unsere Lebensmittelindustrie sehe ich als Riesenproblem. Überall steckt Zucker drin und diverse mehr oder weniger ungesunde Zusatzstoffe. Kein Wunder, dass seit 20 Jahren Diabetes Typ 2 und Adipositas in den Industrieländern zugenommen haben. Die Folge: Noch mehr Einsatz von Medikamenten, die sonst nicht nötig gewesen wären.
Ich vermeide so gut es geht verarbeitete Lebensmittel, esse frisches Gemüse und Obst oder im Winter auch mal Tiefkühlkost. Saucen & Co bereite ich selber zu. Mit einem gutem Olivenöl und Kräutern schmeckt mir jeder Salat. Chips und andere leckere Knabbersachen hab ich mir abgewöhnt. Falls ich doch mal Appetit aufs Knabbern hab, knack ich ein paar Mandeln oder Nüsse.
Als weiteres Problem der fabrikmäßig hergestellten „Lebensmittel“ sehe ich die Verwendung von Zusätzen, für die massenweise Regenwäldern abgeholzt werden. Das Palmöl ist so ein Zusatz. Es gibt kaum ein verarbeitetes Lebensmittel ohne dieses „billige“ Öl. Auch in vielen Kosmetika steckt Palmöl. Tiere wie Orang Utans finden durch die Abholzung keinen Lebensraum mehr und auch aus Klimaschutzgründen ist die Rodung der Regenwälder eine Katastrophe.
Lokale Erzeuger bevorzugen
Diesen Punkt konsquent einzuhalten fällt mir weniger leicht als gedacht. Olivenöl, Zitronen, Kaffee oder Tee – ohne die Lieferungen aus anderen Ländern kommen wir kaum in den Genuß dieser Lebensmittel.
Aber ich kann an dieser Problemschraube drehen: Wenn ich mich überwiegend von Produkten ernähre, die in meiner näheren Umgebung angebaut werden. Oder die wenigstens aus Ländern in unserer Nachbarschaft kommen.
Zum Glück habe ich einen guten Edeka um die Ecke, der viele Produkte von Erzeugern aus dem Landkreis Lüneburg und aus angrenzenden Bereichen anbietet (Gemüse, Kohl, Salate, Kräuter, Obst, Honig, Käse, Senf und vieles mehr). Und ich versuche, nach Möglichkeit saisonal einzukaufen.
Übrigens: Die leckere Avocado hab ich von meiner Liste beliebter Gemüsesorten bzw. Obstsorten gestrichen (Spoiler: Avocado gehört zu den Beeren ;-)) Avocodos sind zwar super gesund und schmecken herrlich – aber die Frucht ist leider ein Wassersauger: Für 3 Avocados werden 1000 bis 1500 Liter Wasser verbraucht! Die Menschen in den Anbaugebieten müssen leiden, weil ihnen das nötige Wasser zum Leben geraubt wird. Na ja, und dann noch der lange Flug…
Weniger Klamotten kaufen, dafür nachhaltiger
Zum Glück ist „Shoppen gehen“ überhaupt nicht mein Ding. Umkleideaktionen in Klamottenläden hasse ich. Spontankäufe von Pullovern oder Shirts gibt es deshalb bei mir selten.
Viele meiner Sachen kaufe ich nachhaltig. Das heißt: Klamotten, die lange halten und die in Europa unter fairen Bedingungen produziert wurden. Und die möglichst aus Biobaumwolle bestehen.
Im Laufe der Jahre sind einige Klamotten zusammengekommen, die ich nicht mehr trage, die aber immer noch gut sind. Die bringe ich zum „Zeughaus“, wo sie weiterverkauft werden.
Weniger duschen (Wasser sparen)
Ein Morgen ohne Dusche? Bis vor kurzem für mich undenkbar! Beim Duschen bin ich immer herrlich wach geworden und – netter Nebeneffekt: Unter dem klopfenden Wasserstrahl habe ich tolle kreative Ideen.
Das ist Vergangenheit. Seitdem die Heizkosten ins Irrsinnige gestiegen sind, mach ich Katzenwäsche und dusche 2 Mal in der Woche. Das reicht und schont die Haut. Und schont zugleich unsere wertvollste Ressource: Wasser.
Apropos Wasser: Ein Teil meiner täglichen Wasserration kommt aus der Leitung. Morgens trinke ich ein Glas warmes Leitungswasser mit einem Spritzer Limone (soll angeblich den Stoffwechsel ankurbeln). Wenn ich wenigstens teilweise Mineralwasser durch Leitungswasser ersetze, sparen wir jede Menge Flaschen – und damit Produktion, Transport und Reinigung der Flaschen.
Energie sparen
Inzwischen habe ich (fast) sämtliche Leuchtmittel gegen energiesparende LEDs ausgetauscht. Zum Glück gibt es inzwischen auch warmweiße LED-Lampen. Beim Kochen achte ich darauf, dass ich die Restwärme der Herdplatten verwende (früher runterschalte) und dass ich Deckel auf die Töpfe lege. Na ja, außerdem bin ich eh Fan von Rohkost. Deshalb koche ich eher selten.
Keine Flüge und wenig Autofahrten
Kannst du dir vorstellen, dass ich noch nie geflogen bin?
Ich meine natürlich in einem Flugzeug.
Okay, ich geb’s zu: weniger aus Klimaschutzgründen. Ich hab grauenhafte Flugangst. Trotzdem sehe ich diesen ganzen Flugtourismus kritisch. Muss man seinen Urlaub unbedingt auf den Malediven verbringen? Oder jedes Jahr auf Mallorca?
Und was ist mit den schwimmenden Städten, den Kreuzfahrriesen. Muss das wirklich sein? Wo soll diese Entwicklung hinführen? Ich kann dem Massentourismus wenig positives abgewinnen. Sicher, er ist für viele Länder eine wichtige Einnahmequelle. Aber zu welchem Preis?
Die letzten Jahre hab ich meine Urlaube an der Nordsee verbracht (dieses Jahr an der Ostsee). Ich kann prima entspannen, muss nicht weit fahren und vor Ort genießen wir die gute Luft auf ausgedehnten Fahrradtouren und Strandspaziergängen.
Geräte möglichst lange gebrauchen
Kennst du auch Leute, die sich jedes Jahr ein neues Handy zulegen? Ist leider ein Trend geworden: Immer der neueste, heiße Scheiß.
Ich halte die abgelegten Handys von meinem Mann in Ehren. Die nutze ich so lange, bis wirklich kein Betriebssystem oder keine App mehr läuft. Inzwischen ist das iPhone 14 auf dem Markt. Brauche ich nicht: Mein iPhone 8 läuft wie geschmiert und ist handlich klein und praktisch.
Mein Fahrrad hab ich vor 20 Jahren gekauft. Ein gutes, teures Markenrad. Damit fahre ich heute immer noch. Und wenn es irgendwo hakt, bringe ich das gute Stück zur Werkstatt und lass Teile reparieren oder austauschen. Zusätzlich kommt das Rad regelmäßig zur Wartung.
Auch meine Arbeitsrechner, die Macs, nutze ich so lange wie möglich. Mein schöner weißer iMac schläft nun irgendwo in einer Ecke, weil wegen des Prozessorwechsels bei Apple leider nichts mehr lief. Okay, die Retinadisplays der neuen Modelle sind natürlich unschlagbar scharf, da kann das alte Ding nicht mithalten.
Einen Fernseher haben wir auch: Mein Bruder hat mir ein älteres, gebrauchtes Teil besorgt. Reicht völlig.
Nur umweltfreundliche Putzmittel benutzen
Ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt.
Wie viele giftige Chemikalien landen in unseren Gewässern, nur weil uns die Kosmetik- und Waschmittelindustrie weißmachen will, dass wir all den Mist brauchen?
Mein Mann und ich nutzen im Haushalt Grüne Seife, Essigessenz, Natron und Zitronensäure. Nur gelegentlich mal Scheuermilch. Allerdings haben wir dazu eine gute Alternative gefunden: einen Putzstein.
Was mich noch nervt: Geschirrspülpulver. Hier suche ich eine Alternative, die einigermaßen umweltfreundlich ist. Neulich hab ich eine Tüte (Mist: wieder Plastik) in den Spender gefüllt. Der beißende, scharfe Geruch des Pulvers hat mich fast zum Niesen gebracht (das kann doch nicht gesund sein, oder?)
Überhaupt – Gerüche:
Ich verstehe die Menschen nicht. Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich in meinem Lieblingscafé. Ein Paar geht an den Tisch vor mir und setzt sich. Der Stuhl des Mannes ist zwei Meter von mir entfernt. Beide sind in einer schweren und süßlichen Parfumwolke gehüllt. Langsam beißen sich die Duftmoleküle in meine Nasenschleimhäute. Meine Nase fängt heftig an zu jucken (und nein: Ich habe keine Parfumallergie). Ich mag Parfums, diskret aufgetragen können Menschen wunderbar duften. Nur: Muss man mit seinen Duftwässern die Nase anderer Menschen anschreien?
Aber es sind ja nicht nur die Parfums, mit denen Menschen sich einhüllen: Wenn ich durch die Straßen gehe und Menschen begegne, kommt mir oft ein anderer penetranter Geruch entgegen: Weichspüler. Ein Zusatz, der meiner Meinung nach komplett überflüssig ist und die Gewässer zusätzlich belastet.
Dabei gibt es einen einfachen Trick gegen kratzige Wäsche: Ein Schuß Essigessenz ins Spülwasser, und die Wäsche wird wunderbar weich. Und keine Angst: Die Wäsche riecht nicht nach Essig.
Je natürlicher wir putzen und waschen, desto besser für die Umwelt. Und der Clou: Je weniger Putzkram ich einsetze, desto weniger Plastikmüll verbrauche ich.
Und damit schließt sich mein Plastik-Kreis 😉
Welche Schritte kennst du, um die Umwelt zu schonen?
Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich?
Hast du eine besondere Herausforderung für dich gelöst?
Schreib unten im Kommentar, welche Gedanken du zur Nachhaltigkeit hast. Ich freue mich auf dich.
von ConstanzeStraub | Okt. 29, 2022 | Persönliches
Mein aufregendster Moment seit Herbst 2021.
Und was ich daraus gelernt habe.
Auch wenn der Titel banal scheint – die Geschichte ist es nicht. Denn sie zeigt dir und mir, was möglich ist, wenn wir vermeintliche Grenzen überwinden. Grenzen, die wir uns meistens selber setzen.
Wenn wir aus unserer Komfortzone rauskommen, können wir Dinge erreichen, die wir vorher nicht für möglich gehalten haben. Einfach mal den inneren Schweinehund überwinden – und wir überraschen uns und unsere Mitmenschen.
Und wieder eine Blogparade, die mich zum Schreiben angeregt hat. Danke an Tanja Rehmer für dieses Thema. Hier geht’s zu ihrer Blogparade.
Eigentlich könnte meine Erzählung zum Thema „Aufregung“ wieder eine Geschichte über Angst sein.
Stimmt aber nicht ganz. Was ist denn Angst? Wenn ich in einer Situation starke körperliche Reaktionen habe und am liebsten verschwinden möchte, dann spreche ich von Angst. So wie meine Angst, bei offiziellen Anlässen vor Menschengruppen zu sprechen.
Wie ich diese Angst überwunden habe und etwas für mich fast unmögliches geschafft habe – das hab ich in diesem Blogartikel geschrieben.
Anders eine Situation, die für mich zwar Stress bedeutet – die aber keine Widerstände in mir auslöst. Fotografiert zu werden ist so eine Situation. Stress ja – aber Angst wäre etwas too much.
Davon erzähle ich hier: Meine Fotosession im Juli 2022.
Mein aufregendster Moment: eine Fotosession.
Aufregung hatte ich in den vergangenen Monaten genug. Doch nicht nur in den vergangenen 12 Monaten. Die Monate davor bis Anfang 2020 waren für mich ein einziger, nicht enden wollender Moment der Aufregung. Ich hab schmerzhafte Erfahrungen gemacht, auf die ich gern verzichtet hätte. In der Zeit sind bei mir mehr Tränen geflossen als die 30 Jahre zuvor.
Die Aufregungen in den vergangenen 12 Monaten waren anders. Auf diese Erfahrungen schau ich gern zurück. Ich kann nicht mal sagen, welche Momente die aufregendsten waren. Jedenfalls waren alle wichtig für mich:
Im Herbst 2021 hab ich die Teilnahme in Populär gewonnen. Das grandiose Business-Programm von Marike Frick. Ich weiß noch, als wärs gestern: Ich saß da wie berauscht. Mir wurde heiß und kalt.
Wie jetzt – ich? Ich hab gewonnen? Das muss eine andere Constanze Straub sein.
Nee. Tatsächlich. Ich bin die Gewinnerin. Ich bin im Programm drin. Einfach so.
Im März 2022 hab ich mich entschieden, das Folgeprogramm zu buchen: Populär Rockstars. Auch das ein aufregender Moment: Soll ich wirklich investieren? Bin ich so weit? Bringt mich das Programm weiter? Ist ja echt viel Geld…
Ich hab echt mit mir gerungen.
Und ich hab ja gesagt.
Die nächste Herausforderung, der nächste große Moment: mein Freebie. Meine Anleitung für nullkommanull Euro „In 8 Schritten zu deiner selbst gemachten Website“ (kannst du hier laden).
Wird sich die ganze Arbeit lohnen? Diese vielen Stunden, die ich darin investiert habe. Werde ich den Leserinnen und Lesern damit wirklich helfen können? Und: Wird sich überhaupt jemand dafür interessieren?
Ich hatte super Unterstützung vom Team Populär-Rockstars. Ja, das PDF sieht wirklich gut aus. Und ja: Ich hab schönes Feedback erhalten. Trotzdem hab ich bis zuletzt gezweifelt. Ergebnis: 90 Anmeldungen innerhalb von drei Tagen, die sich meine Anleitung geladen haben.
Übrigens: Meine wundervollen Erfahrungen mit Marike, ihrem super Team und der grandiosen Community kannst du später in meinem Jahresrückblick lesen.
Ich könnte noch mehr aufregende Momente auflisten:
Mein Schritt, mehr zu schreiben und auch persönliches zu bloggen.
Mein Schritt, mehr auf Facebook und Instagram zu posten. Obwohl ich Facebook echt ätzend finde. Eine Überwindung für mich.
Alles aufregende Momente.
Fotos von mir für meine neue Website. Doch lieber Selfies?
Meine neue Website für mein Website-Coaching war noch nicht ganz fertig. Vor allem eins fehlte: schöne Fotos von mir. Fotos, die bei potenziellen Kundinnen Vertrauen wecken.
Denn das ist mir klar: Menschen kaufen von Menschen. Klar, ein Angebot kann unwiderstehlich sein. Aber bei mehreren ähnlichen Angeboten wird man das wählen, bei dem sich die Anbieterin zeigt. Die durch ein freundliches Lächeln Zugewandheit signalisiert.
Eigentlich wollte ich Selfies machen für meine Website. Denn ich konnte mir nicht vorstellen, von fremden Menschen locker und entspannt fotografiert zu werden.
Meine nächste Blockade: Mein Anspruch an guten Fotos ist sehr hoch. Ich muss also schon ein ziemliches Vertrauen haben in die Kompetenz der Fotografin.
Also doch lieber Selfies? Wie man gutes Licht wählt weiß ich. Kamera habe ich, Stativ und Selbstauslöser auch. Eine Selfiereihe wäre also drin. Immer wieder hab ich mir die Selfie-Session vorgenommen und vor mir hergeschoben. Auf der anderen Seite wußte ich: Sehr wahrscheinlich würden die Bilder gekünstelt aussehen. Und lockere Aussenfotos wären auch nicht möglich gewesen.
Ich hab lange mit mir gehadert.
Durch Populär Rockstars habe ich Philine Bach kennengelernt. Philine ist Fotografin und sie fotografiert Frauen. Sie hat sich auf Business-Porträts der besonderen Art spezialisiert: Sie spricht Frauen an, die eine Scheu haben, fotografiert zu werden. Und sie fotografiert die Frauen leger und ungezwungen.
Ich hab ihre Website studiert und war schon auf ihrer Startseite Feuer und Flamme.
Es ist nicht einfach, eine wirklich gute Fotografin zu finden. Für mich musste es eine FotografIN sein. Ich hab lange gesucht in meiner Umgebung. Kein Fotostudio, keine Fotografin hat mich überzeugt. Fast alle bieten alles an: von Hochzeitsfotos über Tierfotos bis konventionelle Businessfotos. Keine Spezialisierung. Ich bin überzeugt: Wenn man versucht, in allen Bereichen gut zu sein, wird man nie BESONDERS gut in einem einzigen Bereich.
Ich weiß das aus meiner Fotoausbildung: Gute Porträtfotos hab ich nie hinbekommen. Einige Kollegen waren einfach besser. Dafür war ich sehr gut im Bereich Tierfotografie. Klar, ich hab ja ständig meine Katzen fotografiert…
Ich möchte keinem zu nahe treten. Sicher sind alle Fotografinnen gut.
Aber für mich fühlen sich die Angebote auf den Websites, die ich gesehen habe, nicht richtig an.
Anders Philine Bach. Auf ihrer Website spricht sie mir aus dem Herzen.
Meine Entscheidung: Die Fotografin Philine Bach sollte es sein
Auch die Fotos der Frauen haben mich überzeugt. Sehr natürlich, ungestellt und trotzdem gelungen.
Philine war mir sofort sympathisch: Auf ihren Fotos zeigt sie sich natürlich und herzlich. Die Fotos und ihre Texte haben mich überzeugt. Ohne mit ihr gesprochen zu haben wußte ich, dass ich sie buchen werde.
By the way: Ihre Website ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig gute Fotos von sich sind. Und wie überzeugend aussagekräftige Texte auf einer Website sind. Sie machen es den Besuchern leichter, Vertrauen aufzubauen.
Ihr Angebot hat dann letzte Zweifel beseitigt:
Philine kommt zu ihren Kundinnen. Egal, in welcher Ecke Deutschlands sie wohnen: Philine besucht sie und fotografiert sie dort. Ein Heimspiel also. Fotos in vertrauter Umgebung.
Und: Philine fotografiert nicht nur 2 Stunden. Nö. Sie nimmt sich einen ganzen Tag Zeit. Vier Stunden, fünf Stunden, sogar 8 Stunden und mehr. Eben so lange es dauert…
Im Juni hatten wir unser Kennenlerngespräch über Zoom und im Juli war’s dann so weit: meine 1. richtige Fotosession.
Und klar: Ich war aufgeregt. Obwohl Philine genauso sympathisch ist, wie ich sie auf ihrer Website kennengelernt habe, war ich aufgeregt bis an die Haarwurzel.
Fotografiert zu werden ist eben meine Achillesferse.
Obwohl ich das gut kenne: Während meiner Fotoausbildung vor 30 Jahren haben wir uns drei Jahre lang im Studio gegenseitig fotografiert. Porträtfotos waren Teil unserer Ausbildung. Und natürlich haben wir uns gegenseitig Modell gestanden.
Das war damals kein Problem für mich. Fotoscheu war ich damals nie. Es gibt noch jede Menge richtig gute Fotos von mir aus dieser Zeit.
Stichwort Zeit. 30 Jahre sind eine lange Zeit. Ich bin älter geworden. Und mein Hüftblei ist umgekehrt proportional zu meinen Haaren gewachsen. Meine Frisur besteht nur noch aus ein paar dünnen Spinnenfäden. Auf Fotos mag ich mich einfach nicht mehr sehen.
Diesen Zahn hat mir Philine nach und nach gezogen.
So ganz ohne „Posen“ geht’s doch nicht
Es hat lange gedauert, bis ich „weichgeknipst“ war (ich glaub, so ähnlich hat Philine sich ausgedrückt). Trotzdem war ich gestresst und nervös. In das Objektiv gucken? Kein Problem. Das hatte ich schnell raus. Aber lachen? Ohne Grund? Das war meine größte Herausforderung.
Faxen machen: Ja, das hab ich beim Fotografieren schon immer gemacht. Das ist mein Spleen.
Aber nett lachen? Nicht meins.
Das hat für mich immer etwas von „Posen“ machen.
Nicht, dass ich ungern lache. Ich lach richtig gern. Aber ohne Grund? Einfach so? Ich beneide diejenigen, die das locker vom Hocker hinbekommen. Ich dagegen hab immer das Gefühl, völlig verkrampft in die Wäsche zu gucken.
Wir sind sogar durch die Stadt gezogen. Fotos in der Fußgängerzone. Lüneburg am Samstag in der Bäckerstraße. Ich sag nur: Hölle. Ich bin möglichst schnell durch den Touri- und Shopperwahnsinn gehetzt.
Mal „eben so“ umdrehen und dabei vergnügt lachen? Wieder eine Herausforderung. Und dann noch vor den vielen Leuten!
Philine hat unermüdlich weitergeknipst und tatsächlich: Sogar dort sind schöne Bilder entstanden. Ich war baff.
Pause im Glockencafe bei Quiche und Latte Macchiato – Philine hat uns kaum Ruhe gegönnt. Später war ich erstaunt, wie häufig sie mich am Tisch fotografiert hat und wie viele gute Fotos auch hier entstanden sind.
Philine hat es geschafft, immer wieder den richtigen Moment zu treffen. Den Moment, in dem ich entspannt blicke.
Mein Learning aus meiner größten Herausforderung
Ich war kaputt. Fix und fertig. Und so voller Adrenalin, dass ich lange gebraucht habe, um wieder runterzukommen.
Aber: Ich war stolz auf mich.
Stolz, mich gezeigt zu haben.
Stolz, aus meiner Komfortzone gekommen zu sein.
Doch nicht nur das: Allein – mit einer Selfiereihe – hätte ich so viele gute Fotos und in so unterschiedlichen Szenarien nie hinbekommen.
Mein Tipp für dich:
Trau dich aus deiner Komfortzone.
Dein Gewinn kann großartig werden. Egal, in welchem Bereich du gerade mit dir haderst. Zeig‘s deinem inneren Schweinehund.
Es kann sein, dass du dir dabei Hilfe holen musst. Und dazu wirst du dich vielleicht auch überwinden müssen. Doch das Ergebnis kann so viel besser sein, als wenn du die Arbeit allein machst.
Und falls du wie ich richtig gute Fotos brauchst: Hier nochmal der Link zu Philine > philinebach.de.
Ich empfehle sie gern weiter.
von ConstanzeStraub | Okt. 23, 2022 | Persönliches
Dieser Angst habe ich mich gestellt
Wer meine „53 Fun Facts“ kennt weiß, dass ich ein Fan von Judith Peters bin. Ihre Blogideen sind grandios. Diesen Herbst hat sie wieder auf diverse Blogparaden aufmerksam gemacht und im Artikel auf spannende Bloggerinnen und deren Blogparaden verlinkt.
Darunter die Blogparade der sympathischen Shivani Vogt. Ich hatte bereits auf Xing mit ihr Kontakt und freue mich, Ihren Blog verlinken zu dürfen (hier der Link zu ihrer Blogparade). Ihr Thema: “Dieser Angst habe ich mich gestellt: 1 – 2 – 3, Angst vorbei!”
Die Angst, vor Menschen zu sprechen
Ängste sind weit verbreitet. Und es gibt die unterschiedlichsten Formen von Angst. Auch in meinem beruflichen Umfeld: Viele Kundinnen müssen erst ihre Angst vor der Technik überwinden. Die Angst, etwas an ihrer Website kaputt zu machen. Die Angst vor Überforderung.
Ich habe gelernt: Selbst Ängste, von denen ich viele Jahre beherrscht werde, kann ich überwinden. Ich muss nur die richtige Strategie finden. Dann finde ich Fähigkeiten, an denen ich vorher nie geglaubt hätte.
Davon erzähle ich hier.
Ich habe eine Angst, die mich schon ein Leben lang begleitet:
Die Angst, vor einer Gruppe mir fremder oder nicht vertrauter Menschen zu reden.
Als Mädchen und Jugendliche war diese Angst besonders schlimm. Solange ich mich erinnern kann, hab ich mich vor Menschen versteckt, damit ich nicht auffalle.
Auf einem Gruppenfoto einer Abschlußklasse stehe ich in der hintersten Reihe. Obwohl ich nur 162 cm klein bin. Alle Mädchen aus dieser Klasse stehen in den ersten beiden Reihen. Ich stehe als einziges Mädchen ganz hinten. In der rechten Ecke. Nur ein winziges Augenpaar und ein Scheitel sind zu sehen. Das war für mich typisch, denn ich wollte zwar „da“ sein, aber nicht gesehen werden.
Vor der Klasse ein Referat halten? Ich hab mich davor gedrückt, wo ich nur konnte. Ich war immer die Schüchterne. Die Stille. Diejenige, die kaum auffiel.
Und wenn der Lehrer oder die Lehrerin eine Frage gestellt hat, hab ich mein gesamtes Schauspieltalent aus der Schultasche gezogen: Irgendwie hab ich es geschafft, mich unsichtbar zu machen. Besondere Ich-bin-nicht-da-Raffinesse hab ich in den Fächern Mathe, Physik und Chemie entwickelt…
So hab ich mich irgendwie durchs Leben laviert.
Natürlich hat sich meine Scheu vor Menschen im Laufe der Jahre gelegt.
Aber eins blieb noch lange: Meine Angst, vor vielen fremden Menschen zu sprechen.
Allein der Gedanke daran, dass ich spreche und dabei von gleich sieben, acht oder mehr fremden Augenpaaren angesehen werde, macht mich nervös. Der Gedanke sorgt dafür, dass mein gesamter Bauch sich anfühlt wie ein nasser Schwamm, der mit Nägeln bespickt ist. Mein Magen schein sich zu einer Faust zusammenzuballen und den Körper verlassen zu wollen. Ich verliere die Stimme, habe keine Kraft mehr, meine Knie zittern, mein Kopf ist ein leerer Luftballon – das volle Programm.
Typisch Lampenfieber.
Panik auf der Bühne
Diese Angst potenziert sich zu einer wahren Panik, wenn die Anlässe der Reden offiziell sind. Wenn ich keine Fehler machen darf. Wenn ich allein auf einer „Bühne“ stehe.
„Bühne“ und „allein“ sind die Stichworte.
Nun wirst du zurecht fragen: Okay, wann hält man schon eine Rede? Wann muss man dazu so etwas wie eine Bühne betreten? Sind doch eher aussergewöhnliche Situationen. Wo also ist das Problem?
Stimmt.
Wenn man seine Schwäche kennt, kann man provozierenden Situationen aus dem Weg gehen. Man kann alles tun, damit man gar nicht erst in Situationen gerät, die man nicht beherrscht.
Was aber, wenn man der Situation nicht ausweichen kann?
Das ist mir passiert.
Warum? Ich bin 2015 zur 1. Vorsitzenden des BBK Lüneburg gewählt worden (Berufsverband bildender Künsterinnen und Künstler).
Wie ich dazu gekommen bin? Wie die Jungfrau zum Kind: Ich war zu der Zeit neues Mitglied im BBK Lüneburg. Die Position der 1. Vorsitzenden wurde frei und als neues Mitglied wurde ich gefragt.
Wie so oft in meinem Leben bin ich einfach ins kalte Wasser gesprungen. Ich fand die Aussicht verlockend, mit netten Menschen und tollen Künstlern zusammenzuarbeiten, vielleicht künstlerisch etwas bewirken zu können.
Also hab ich die Wahl angenommen.
Hätte ich damals gewußt, was auf mich zukommt: Ich hatte die Finger davon gelassen.
Meine Challenge: Reden halten
Denn eine der Aufgaben als 1. Vorsitzende war – traditionell: Einführungsreden halten auf den Ausstellungseröffnungen.
Und auf den Mitgliederversammlungen vor der Versammlung zu sprechen. Die richtigen Worte finden. Laut und deutlich reden.
Ausgerechnet ich!
Meine Arbeit als 1. Vorsitzende hab ich gut gemacht. Aber vor den Leuten sprechen? Das war absolut nicht meins. Und ich war davon oft genug gestresst. Ich glaube, ein souveränes und Vertrauen erweckendes Bild hab ich durch meine Unsicherheit nicht abgegeben.
Irgendwann geschah, was geschehen musste: Eine Panne während einer Rede. Ich sollte wieder eine Einführungsrede halten. An diesem Tag wollte ich es besonders gut machen. Ich wollte beweisen, dass ich es doch kann: reden.
An dem Tag brachte ein Kollege eine Verstärkeranlage und ein Mikrofon mit. Die Rednerinnen sollten also anders als sonst durchs Mikrofon sprechen. Allein das hat mich nervös gemacht.
Der Kollege wuselte hinter mir herum und fummelte an der Anlage.
Ich begann die Rede.
Dann ein schrilles, ohrenbetäubendes
Iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeehhhrrrrrrrr!
Eine Rückkopplung.
Das Blut schoß mir in die Beine.
Mein Kopf war leer.
Ich fing an zu stammeln.
Ich hatte das Gefühl, Blödsinn zu quatschen, „doof“ zu wirken.
Ich bin geflüchtet. Ich hab mich in die Stuhlreihen zum Publikum gesetzt, so schnell ich konnte.
Diese Situation war Stress hoch zehn für mich.
Später war mir klar: Nie wieder werde ich eine Rede halten.
Nie wieder.
Wie ich meine größte Angst überwunden habe
Ein Jahr später wurde ich von neuen Mitgliedern gebeten, als 1. Vorsitzende die Rede zu ihrer Ausstellung zu halten.
Ich hab mich geweigert. Eine liebe Kollegin wollte das für mich übernehmen.
Warum auch nicht? Wo zum Henker steht geschrieben, dass die Einführung unbedingt von der 1. Vorsitzenden gehalten werden soll? Gibt’s da ein Gesetz? Ist das ein 11. Gebot? Was soll dieser Dogmatismus – ausgerechnet von Künstlern…
Die neue Kollegin war enttäuscht.
Also hab ich mich überreden lassen.
Verdammt. Jetzt musste ich da durch.
Ich hab mir geschworen: Das kriegst du hin!
Und ich hab mich gefragt: „Constanze, warum hast du Angst davor, vor einer Gruppe von Menschen zu reden? Warum bist du da unsicher? Warum verlierst du auf der „Bühne“ die Fassung?“
Die Frage konnte ich mir ziemlich schnell selber beantworten: Mir fehlt die Übung.
Geübt hab ich bisher nie. Weil meine bisherigen Reden immer nur sehr kurz waren und ich mir dachte: Also, für so‘n Pippiekram muss ich doch wirklich nicht üben!
Immer wieder hatte ich mich überschätzt.
Und die Schwierigkeit von noch so kleinen Einführungsreden unterschätzt.
Warum sollte ich auch üben? Schließlich reden meine Kolleginnen völlig souverän. Das sieht immer so einfach aus. Das wirst du doch wohl hinbekommen!
Ein großer Fehler.
Weil jeder seine ganz eigene Baustelle hat.
Und natürlich hab ich alle möglichen Strategien angewendet, die da so im Umlauf sind:
„Stell dir vor, alle Leute sitzen in Unterhosen.“
Oder: Du musst richtig atmen.
Was ein Quatsch!
Genutzt hat das nie was.
Wenn man nur gelegentlich das macht, was einem Stress verursacht, nutzen auch die bestgemeinten Techniken nichts.
Es gibt eine viel bessere Strategie. Sie ist nicht neu, aber hocheffizient:
Üben, üben, üben.
Stichworte aufschreiben.
Reden üben.
Üben, üben und nochmals üben.
Üben, üben, üben
Das hab ich gemacht:
Ich hab auf einen Zettel geschrieben, was ich sagen wollte. Die gesamte Rede.
Dann hab ich die wesentlichen Stichworte aus den Sätzen oder Absätzen herausgeschrieben.
Denn ich wollte auf jeden Fall frei sprechen.
Ablesen war keine Option. Da kam wieder die Perfektionistin in mir durch.
Außerdem wußte ich: Bei der kleinsten Störung würde ich die Fassung verlieren, aus dem Konzept geraten, wenn ich die Rede nicht komplett im Kopf haben würde. Die Stichworte sollten nur als Krücke für den Fall des Falles dienen.
Wie der Regenschirm für den Spaziergänger.
Oder das Trampolin für den Akrobaten.
Die Stichworte habe ich so groß geschrieben, dass sie mindestens einen Zentimeter hoch waren. So konnte ich sie ohne Brille und sehr bequem lesen. Denn auch das war für mich sinnvoll: Dass ich ohne störende Lesehilfe mein Publikum gut im Blick hatte.
Außerdem hab ich den Worten verschiedene Farben gegeben. So hatte ich eine gute Orientierung und Strukturierung der Inhalte. Ich konnte meinen Zettel schnell „scannen“.
Mit diesem Zettel hab ich mich in der Wohnung vor den großen Spiegel gestellt. Unser Spiegel ist einen Meter achtzig hoch. Ich konnte mir also in voller Größe gegenüber stehen und hatte so den Eindruck, vor Publikum zu stehen.
Etwas Überwindung hat es mich gekostet, laut mit mir selber zu sprechen.
Erst hab ich mich ständig verhaspelt. Musste immer wieder auf den Zettel blicken: Was war nochmal der nächste Punkt?
Irgendwann war ich so sicher mit der Rede, dass es anfing, Spaß zu machen.
Jetzt noch die Kür:
Die Rede brauchte etwas Leben.
Gestik, Betonungen, Pausen – all das hab ich zusätzlich geübt.
Schließlich hab ich „live“ geübt: Mein Mann war das Publikum. Das ist schon ein anderer Schnack, als mit seinem Spiegelbild zu sprechen.
Dann kam er:
Der große Auftritt.
Die Vernissage.
Die Rampensau
Die Rede sollte direkt im Ausstellungsraum stattfinden, nicht im Empfangsraum vor den Stühlen.
Das fand ich viel angenehmer.
Ich stand vor einer Gruppe von vielleicht 40 Menschen, die mich umringt haben. Alle standen. So waren wir auf Augenhöhe. Das Gefühl, dass mich ein Publikum beobachtet, war vor den stehenden Menschen geringer, als wenn ich vor 40 besetzten Stühlen stehen würde..
Mein Stehplatz war meine kleine Bühne.
Alles lief wie geschmiert.
Als ich beim letzten Wort meines Zettels angekommen war, stutzte ich kurz:
Was – schon fertig?
Ich würde aber gern weiterreden…
Das erste Mal in meinem Leben hab ich das Ende meiner Rede bedauert.
Am liebsten hätte ich weitergequatscht.
Ich bin zu einer Rampensau mutiert.
Die Ironie der Geschichte: Ein Jahr später habe ich den Vorsitz abgegeben. Und die Wahrscheinlichkeit, dass ich nochmal eine Rede halten darf, ist ziemlich gering.
Egal. Ich habe meine Angst überwunden.
Dafür feiere ich mich noch heute.
Angst überwinden: Was ich daraus gelernt habe
Angst ist nichts schlimmes. Im Gegenteil: Die Natur hat das Gefühl der Angst „erfunden“, damit wir gefährliche Situationen meiden, die uns das Leben kosten können.
Die Angst, von einem großen Raubtier getötet zu werden, ist also sicher sinnvoll.
Jeder hat irgendwo irgendein Raubtier vor sich. Das ist unser evolutionäres Erbe. Dagegen können wir nichts machen.
Aber es gibt für fast jedes Raubtier einen Trick.
Ein Trick ist: Übung.
Dem Raubtier wieder und wieder in die Augen sehen.
Irgendwann ist uns das Raubtier vertraut und wir sind nicht mehr vor Angst erstarrt. Wir wissen, was wir bei einer Begegnung tun müssen.
Ich hab gelernt, wie und vor allem DASS ich meiner Angst begegnen kann.
Die Belohnung: Selbstvertrauen. Sicherheit.
Diese Belohnung ist unbezahlbar.
Lässt sich mein Erlebnis auf andere Ängste übertragen?
Ja.
Jeder hat die Möglichkeit, sich von Ängsten frei zu machen oder wenigstens zu lernen, mit ihnen umzugehen.
Diese Erkenntnis kann man auch auf andere irrationale Ängste anwenden.
Die Angst vor Technik ist ein Beispiel.
Wenn mir jemand sagt, dass er oder sie unsicher ist, mit WordPress umzugehen und die Website selber zu machen, dann steckt dahinter ebenfalls eine irrationale Angst.
Das heißt im konkreten Fall:
Wenn du unsicher bist und eine Scheu vor WordPress hast, dann hab ich diesen Tipp:
Hol dir eine wirklich gute Anleitung.
Eine, die du gut verstehst.
Und dann stell dich vor deinen Spiegel:
Schaffe dir eine Übungsumgebung.
Arbeite nicht an deiner richtigen Website.
Dort, in der Übungsumgebung, lernst du Schritt für Schritt.
Und du machst Fehler. Fehler sind wichtig, weil du daraus besonders gut lernst.
Kleine Schritte. Immer wieder.
Keine Angst vor Wiederholungen. Wenn du eine Seite oder eine Element gelöscht hast oder alles sieht plötzlich anders aus: Na und?
Fang von vorn an. Oder hol dein Backup zurück (ein Backup hast du immer parat). Oder noch simpler: deine Revision. Das ist eine gespeicherte ältere Version einer Seite oder eines Beitrags. Einfach Regler zurückschieben, Version auswählen, fertig.
Das ist in WordPress ganz einfach.
So wirst du immer sicherer.
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von ConstanzeStraub | Sep. 26, 2022 | Persönliches
53 Dinge, die du (vielleicht) noch nicht von mir wusstest
Fun Facts? Wozu das? Was gibt es schon von mir zu berichten? Ich bin keine Heldin und keine Abenteuerin. Ich bin sogar ein ziemlicher Angsthase.
Aber Hasen können super Haken springen… Und schwups – schon wird diese Aktion zu einer unendlichen Geschichte. Und ich bin überrascht, wieviel gleiche Interessen und liebenswerte Macken ich mit anderen teile. Die Welt ist eben klein und wunderbar. #RapidBlogFlow2022.
Als Mädchen wollte ich Künsterin werden und dachte, dass ich schon irgendwie „entdeckt“ werde. Irgendwann hab ich mich als Grafik- und Webdesignerin selber entdeckt.
Dafür male ich, wenn ich dazu Zeit habe. Es gab sogar schon einige Artikel meiner Ausstellungen in der Presse (okay, ins MoMA werde ich es nicht schaffen).
Ich liebe alles nussige. Mein genialster Brotaufstrich: Erdnusscreme. Und manchmal ist meine Kaffeebeilage statt Kuchen: Haselnussmus.
Meine Mutter erzählte mir mal, dass sie während der Schwangerschaft mit mir ständig Heißhunger hatte auf Nüsse. Zufall?
Ich hab noch nie einen Führerschein besessen.
Genau: Eine Führerscheinprüfung hab ich nie gemacht.
Ich tanze leidenschaftlich gern. Wenn mir danach ist, drehe ich im Büro Musik auf und tanze, bis mir die Puste ausgeht (natürlich nur, wenn ich nicht im Kundengespräch bin).
Ich mag Fußball nicht und finde Fußballübertragungen fürchterlich. Überhaupt den ganzen Bohei um Fußball, Liga und dieses Gedöns kann nicht verstehen. Kann man die vielen Millionen nicht sinnvoll investieren?
Klingt jetzt komisch: Ich bin total entzückt, sobald ich irgendwo einen Tischfußball sehe. Dann kann ich stundenlang mit Begeisterung kickern.
Abgesehen von Fußball mag ich Ballspiele aller Art. Als Mädchen hab ich mit Begeisterung Badminton gespielt und meinen Onkel mit flachen Schüssen genervt, die er selten erwischt hat.
Und Tischtennis: Im Keller bei meiner Mutter stand früher eine Tischtennisplatte. Die war vor mir nie sicher. Und alle, die die Herausforderung angenommen haben, wurden von mir mit blitzschnellen Schmetterbällen bedacht.
Wann immer es geht, schmeiße ich Stahlkugeln in den Sand. Wie das? Mein Lieblingsspiel ist Pétanque (auch Boule genannt). Noch eine Leidenschaft von mir.
Wenn ich mal länger nicht zum Spielen komme, schau ich auf YouTube Aufzeichnungen von den französischen oder internationalen Pétanque-Meisterschaften an.
Ich habe seit ich denken kann eine Schwäche für Erdtöne. Meine letzten Bildreihen hab ich fast ausschließlich mit Naturmaterialien wie Gesteinsmehlen, Erden und gelösten Kaffee gemalt.
Ich liebe Schachteln, geflochtene Körbe und Holzkästchen. Aber bitte nicht bunt. Naturton, Holzfarbe, Grauton und auch mal Schwarz muss es sein.
In Einrichtungsläden oder Baumärkten muss ich mich zusammenreißen, damit ich nicht wieder irgend einen wunderschönen Korb oder einen unwiderstehlichen Holzkasten kaufe, für den ich in meiner Wohnung erst einen Platz suchen muss.
Und noch eine Leidenschaft: Treibholz. Bei jedem Strandspaziergang an Elbe oder Nordsee grase ich den Boden ab, ob da nicht was spannendes liegt. Die interessantesten Hölzer erkläre ich kurzerhand zum Kunstobjekt. Dann dürfen sie auf dem Sideboard oder Fensterbrett betrachtet werden. Ach ja: auch neben der Badewanne (obwohl ich selten bade).
Weil ich nicht alle gesammelten Treibhölzer ausstellen kann, liegen die anderen in einem der vielen Körbe und Schachteln. Darin warten die gestrandeten Schönheiten, um später von mir neu entdeckt zu werden.
Ich darf auf keinen Fall bei Gewitter draußen sein, weil ich sonst vor Angst hysterisch werde.
Ich hab noch nie ein Flugzeug betreten. Was auch an meiner Flugangst liegt.
Ich hab nichts gegen Spinnen. Mit einer Ausnahme: Wenn ich eine schwarze Winkelspinne sehe, bekomme ich eine mittlere Krise. Eine hatte sich mal in meiner Socke verkrochen. Was ich mit einem merkwürdigen Kitzeln an den Zehen gemerkt habe. Die Spinne hat’s mit einem Schrecken überlebt und ich hatte den ganzen Vormittag weiche Knie.
Ich trage seit 2 Jahren Schuhe nur noch barfuß, ohne Socken oder Strümpfe. Auch im Winter. Und falls du jetzt fragst: Nein, die Spinne hat daran keine Schuld. Ganz sicher.
Ich wurde in einer langweiligen Kleinstadt nahe der DDR-Grenze geboren. In Lüneburg. Heute ist die alte Salzstadt eine der beliebtesten Touristenattraktionen aller deutschen Städte. Ich sag nur: Rote Rosen.
Als junge Frau konnte ich Noten lesen und ich hatte eine Gitarre, auf der ich gern klassische und spanische Stücke gespielt hab. Die Gitarre gibt es seit Jahren nicht mehr und Noten lesen hab ich verlernt. Leider.
Ich war in Mathe immer eine Niete. Und Physik und Chemie hab ich genauso wenig verstanden…
Mit 12 war ich in einen Lehrer verknallt. Der war zur selben Zeit mein Mathe-, Physik-, und Chemielehrer (was mein Verhältnis zu Formeln, physikalischen Gesetzmäßigkeiten und chemischen Verbindungen nur wenig beeinflusst hat).
Eine Beraterin beim Arbeitsamt sagte mir nach einem Test, dass ich „eine mathematische Flasche wäre und wie ich denn durch den Alltag käme“. Das war vor 30 Jahren. Der Alltag hat trotzdem ganz gut geklappt.
Ich kann schlecht lügen. Diese „Schwäche“ kam mir so manches mal teuer zu stehen. Und hat mich sogar Freundschaften gekostet. Unglaublich, aber wahr.
Als Schülerin sollte ich im Fach Handarbeit eine Hose nähen. Ich hatte keine Lust dazu. Also hat meine Oma eine wundervolle Jeans genäht. Aber die Lehrerin war nicht auf den Kopf gefallen und hat gefragt: „Das hast DU doch nicht gemacht.“ So kam ich zu meiner ersten 6 außerhalb von Mathe. Warum? Siehe Punkt 28.
Inzwischen nähe ich richtig gern. So gern, dass ich zu Beginn der Corona-Einschränkungen dutzende von Masken genäht habe in allen möglichen Farben und Mustern. Meine Familie hat sich gefreut.
Ich kann unbeschreiblich gut Teppiche, Laminat und Vinylböden verlegen.
Und tapezieren konnte ich schon mit 14 perfekt. Das ist wahr! (Du weißt ja: Ich kann nicht lügen.)
Ich mag Cafés. Sehr oft schnappe ich mein iPad und arbeite in einem meiner Lieblingscafés. Dabei kann ich mich richtig gut konzentrieren.
Ich bin hoffnungslose Pferdenärrin. Schon als Achtjährige hab ich ständig Pferde gezeichnet. Damit hab ich jahrelang in fast jeder Schulstunde die Lehrer genervt. Zum Ende der Schulzeit konnte ich Pferde aus allen Perspektiven und in jeder Gangart fotorealistisch zeichnen.
Ich guck irre gern Tierfilme und Naturdokus. Frag mich, welche Katzen- und Bärenarten es gibt und was ein Przewalski ist: Ich sag’s dir.
Ich lasse fast immer Reste auf Tellern und in Bechern. Warum, kann ich dir nicht sagen. Ich weiß es einfach nicht.
Ich esse unter der Woche fast ausschließlich Rohkost, weil ich zu faul zum Kochen bin.
Mein liebstes Obst sind nicht Kirschen oder Erdbeeren. Sondern: Zwetschgen. Was aber kaum eine Rolle spielt, weil Kirschen und Erdbeeren im Sommer und Zwetschgen im Herbst reif sind. Ich hätte aber nichts dagegen, wenn es auch im Sommer Zwetschgen gäbe…
Mit 20 hab ich gern weiße Blusen und Hemden getragen, mit 30 gern beigefarbene Pullover, mit 40 vorwiegend dunkelbraune Tuniken und jetzt trage ich fast nur schwarze Pullover. Muss ich mir Gedanken machen?
Ich trage am liebsten Oversize-Pullover. In anliegender Begleidung werde ich nervös und fühle mich eingeengt.
Ich fahre gern Fahrrad. Regelmäßig mache ich kleine oder große Fahradtouren.
Mein Fahrrad feiert in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag. Und es trägt mich genauso gut durch Feld und Flur wie in seiner Jugend. Ich mag das silberne Ding einfach.
Ich habe noch nie geraucht.
Ich liebe Lakritz. Dafür ist Schokolade nicht so meins. Mit einer Ausnahme: Salz-Schokolade (aber nur von einer Marke. Welche, verrat ich nicht.)
Ich arbeite an einem Stehschreibtisch, den ich hydraulisch runterfahren kann. Und wenn ich doch mal sitze, dann nur auf einem Gymnastikball.
Ich tauche wahnsinnig gern. Egal ob im See oder im Schwimmbad: Ohne Tauchgänge geht gar nichts. Unter Wasser fühle ich mich herrlich unbeschwert, leicht und frei. Und die Welt scheint leise und friedlich.
Ich hab eine Schwäche für Teelichter. Alljährlich kaufe ich neue, hübsche und dekorative Gläser.
Ich liebe Kerzenlicht. Jedes Jahr freue ich mich auf die dunklen und kalten Monate, in denen ich mich bei Kerzenschein und Tee auf dem Sofa einmümmel und die gemütliche Stimmung geniesse.
Ich hab eine Sauklaue. Besonders, wenn ich schnell schreibe. Und wenn ich die Notizen brauche, hör ich ich mich häufig genug seufzen. Weil ich dann raten muss.
In meinem Bücherschrank stehen etliche ungelesene Romane. Aber irgendwie mag ich mich von den Büchern nicht trennen.
Dafür lese ich wann immer es geht Sachbücher und Biografien.
Ich bin in den letzten 20 Jahren 5 mal umgezogen. Zuletzt am 23. Dezember 2020. Wohin? Zurück nach Lüneburg.
Ich lese meine Bücher seit 7 Jahren mit wenigen Ausnahmen überwiegend auf dem iPad. Wer weiß, wann ich wieder umziehe.
Und was sollte ich über dich wissen?
Schreib gern ein paar Macken hier in den Kommentaren. Ich bin super gespannt und neugierig!
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